Legend of Zelda: Ocarina of Time im Test

Nintendo 64

Anno 1998 war die Zelda-Reihe längst in den Spieleolymp aufgestiegen. Vier Spiele, alle Bestseller, waren ihrer Zeit voraus und revolutionär für das Genre des Action-Adventures. Die Erwartungen für das kommende 3D-Zelda waren immens. Nach vier Jahren Entwicklungszeit war es endlich soweit und Link tat seine ersten Schritte auf dreidimensionalem Boden. Ob und wie der Dimensionswechsel gelungen ist, zeigt euch dieser Rückblick auf ein Stück Videospielgeschichte.

Wie gehabt schlüpft ihr in die Rolle von Link, einem kleinen spitzohrigen Jungen mit einem Faible für Grün. Die Geschichte um Link und Prinzessin Zelda spielt wie immer im sagenumwobenen Hyrule. Serientypisch bietet jedes Zelda ein anderes Hyrule, wobei verschiedene Dinge, wie z. B. das Schloss oder der Hyliasee, immer wieder ihren Auftritt haben. In The Legend of Zelda: Ocarina of Time beginnt Links Abenteuer im kleinen Dorf der Kokiri. Link ist seit seiner Geburt ein Sonderling und wurde nie ein richtiger Kokiri, da er als Einziger im Dorf keine Fee als ständigen Begleiter hatte. Eines Tages wird er aber von einer solchen Fee (Navi) geweckt, welche ihm eine Botschaft überbringt: Link soll schnellstens den Deku-Baum aufsuchen!

Dies ist die Szenerie, in die ihr als Spieler geworfen werdet. Auf dem Weg zum Deku-Baum durchlauft ihr dann, ohne es zu merken, ein kleines Tutorial, welches euch in die komplexe und doch simple Steuerung von The Legend of Zelda: Ocarina of Time einführt. Der Deku-Baum verlangt natürlich nicht nach euch, damit ihr bei ihm Laub harkt. Nein, in sein Inneres hat sich ein fieser Parasit eingenistet und ihr sollt ihn vernichten. So bietet das Innere des Deku-Baums auch gleich den Schauplatz für den ersten Tempel des Spiels. Dieser ist jedoch relativ schnell bezwungen, da er eher als erweitertes Tutorial dient. Leider kommt eure Hilfe zu spät und der Deku-Baum ist dem Tode geweiht. 
 

Mit letzter Kraft erzählt er euch von den Dingen, die jenseits des Waldes geschehen: Das Böse will Hyrule erobern und in ein finsteres Schattenreich verwandeln. Nach den schwierigen Jahren als Außenseiter wird nun endlich eure wahre Bestimmung bekannt, denn ihr seid der Retter aus der alten Legende, der kommen wird, wenn das Land dem Untergang geweiht ist. Eure „Ausbildung“ ist nun abgeschlossen und ihr kennt euren Auftrag. Es ist also an der Zeit den schützenden Wald zu verlassen und sich den Gefahren der hylianischen Steppe zu stellen. Euer Schwarm Salia gibt euch kurz vor der Abreise noch ihre Okarina, eine Schnabelflöte, die euch später sehr nützlich sein wird.

Das Grundsystem der zu bewältigenden Aufgaben ist wie bei jedem Zelda nicht sehr kompliziert. Nach eurem Aufbruch trefft ihr Prinzessin Zelda, die mehr von dem Bösen zu berichten weiß. Das Böse hat einen Namen: Ganondorf. Der König des Wüstenvolkes will das Portal zum „Heiligen Reich“ öffnen und sein Schattenreich auf den Trümmern von Hyrule aufbauen. Um dies zu verhindern muss Link mit Hilfe der drei „heiligen Steine“ als erster dieses Portal betreten. Passenderweise hat der Deku-Baum kurz vor seinem Ableben Link schon den ersten dieser Steine mit auf den Weg gegeben. Also gilt es nun die anderen zwei Steine zu ergattern. Dies geschieht zeldatypisch in Form von Tempeln bzw. Dungeons.

Link stellt sich erfolgreich allen Gefahren und kann nach langem Kampf endlich das Portal öffnen. Leider ermöglicht er hiermit Ganondorf das Eindringen in das „Heilige Reich“, welches dieser natürlich sofort nutzt, um Finsternis und Schrecken über Hyrule hereinbrechen zu lassen. Der kindliche Link kann dieser Macht nichts entgegenstellen. Zelda am Ende? Natürlich nicht! Einer der sechs Weisen lässt Link für sieben Jahre in einen tiefen Schlaf fallen. Link erwacht nach langem Ruhen als junger Mann und ist nun stark genug, um sich Ganondorf zu stellen. Natürlich ist viel geschehen in Links Abwesenheit und Hyrule, wie er es kannte, existiert nicht mehr. Um wieder Frieden und Glück in die Welt zu bringen, muss er noch die anderen fünf Weisen befreien. Erst dann kann er sich dem dunklen Ganondorf erneut stellen. Lange Rede, kurzer Sinn: Es gilt also zunächst drei, dann fünf Tempel zu bezwingen und danach geht es auf zum Finale mit Bösewicht Ganondorf.

Neben diesem Hauptplot gibt es zudem noch eine Reihe von Nebenquests zu bestehen. Die Spielwelt ist relativ kompakt und hat doch eine unglaubliche Tiefe. Das bedeutet, dass man sich selten verläuft oder das Gefühl hat, dass man irgendetwas verpasst. Trotzdem gibt es zahllose Dinge zu erkunden, für die sich ein Spaziergang jenseits der Trampelpfade immer wieder lohnt. Die Welt ist wunderschön in Szene gesetzt und weiß auch nach Jahren noch zu verzaubern. Die wenigsten Spieler werden das Angeln oder die Schießübungen vergessen haben.
 

Entfernen wir uns ein wenig von den Spieleinhalten und widmen wir uns der Steuerung. Diese musste aufgrund der 3D-Umgebung natürlich auch neue Wege gehen. Als 2D-Link hat es gereicht, nach oben, unten, links, und rechts zu schlagen. Jetzt umkreisen euch die Gegner oder fliegen schräg über euch hinweg. Nintendo hat die Aufgabe gemeistert und eine nahezu perfekte Steuerung geschaffen. Ihr bewegt Link mit dem Analogstick und sobald ein Gegner in eure Nähe kommt, fliegt eure kleine Helferin Navi los und heftet sich an den Gegner. Mit einem Druck auf den Z-Button wird nun der Gegner markiert und die Kamera fokussiert ihn. Dieses Lock-On Feature hielt in Ocarina of Time Einzug und revolutionierte das Genre der Action-Adventures. In jedem nachfolgenden 3D Zelda fand man dieses Feature vor, aber auch viele andere Entwickler übernahmen das geniale Prinzip. Eure Items (Schleuer, Bumerang, Flasche, etc.) könnt ihr aus dem Menü heraus auf eure C-Buttons legen. Dies ist komfortabel und funktioniert im Spiel sehr gut. Auf Jump and Run  Einlagen à la Super Mario 64 wurde Gott sei Dank verzichtet. Natürlich gibt es trotzdem kniffelige Sprungpassagen. Link springt hierbei jedoch immer automatisch, wenn er an eine Kante kommt. So wurden die Buttons geschickt für wichtigeres freigehalten ohne das Gameplay negativ zu beeinflussen.

Die grafische Präsentation von The Legend of Zelda: Ocarina of Time ist für Nintendo 64–Maßstäbe außerordentlich, anno 1998 war sie revolutionär. In diesem kleinen Modul stecken so viele wundervolle Landschaften, perfekt inszenierte Dungeons und rasante Kamerafahrten, dass man es nur schwer glauben kann. Rein grafisch und künstlerisch ist dieses Spiel also wirklich ein Meisterwerk. Nebenbei sei erwähnt, dass The Legend of Zelda: Ocarina of Time das erste Spiel war, dass dynamische Tag- und Nachtwechsel bot und ins Spielgeschehen aktiv einbaute.

Wer hätte es gedacht? Musik und Soundeffekte sind nicht weniger brillant als der visuelle Bereich. Für den Soundtrack war, wie seit dem ersten Teil der Serie, wieder Komponist Koji Kondo zuständig und hat uns ein paar wunderschöne Melodien geschenkt. Wer nach Jahren mal wieder die Dörfer Kokiri oder Kakariko besucht, bekommt ohne es zu wollen das berühmte nostalgische Grinsen auf sein Gesicht gezaubert. Bekannte Zelda-Themes, darunter natürlich auch DAS Zelda-Theme, wurden geschickt in neue Arrangements eingebaut. Anders als in bisherigen Teilen passt sich die Musik nun der Situation an. Auch die Soundeffekte sind von hoher Qualität und nahezu immer stimmig. Bei dem Gequake und Gequietsche der Charaktere als Ersatz für eine Sprachausgabe scheiden sich seit The Legend of Zelda: Ocarina of Time leider die Geister. Die einen finden es perfekt, die anderen kindisch.
 

Über die Jahrzehnte erschienen allerlei Remakes für verschiedene Nintendo Systeme. So fand sich das Spiel auf der Bonus-Disc von Zelda: The Wind Waker wieder, inklusive des abgewandelten Ablegers Ocarina of Time: Master Quest. Aber dabei blieb es nicht. Zu Gamecube Zeiten war eine Zelda: Collector's Edition erhältlich. Auch auf dieser Compilation wartete Ocarina of Time auf ein neues Abenteuer, zusammen mit dem zweiten N64-Hit Majora's Mask. Auf der Virtua Console könnt ihr euch zudem das epische Abenteuer laden und auf der heimischen Wii genießen. Und wer es wirklich dreidimensional mag: Erst letztes Jahr erschien auf dem Nintendo 3DS ein grafisch aufgewertetes Ocarina of Time Remake. Für weitere interessante Facts zu Zelda: Ocarina of Time können wir euch auch unser ausführliches Zelda Special ans Herz legen. Darin findet ihr zahlreiche Informationen und Hintergrundgeschichten zu Ocarina of Time und allen anderen Zelda Ablegern. Somit habt ihr viele verschiedene Möglichkeiten, dieses Meisterwerk zu erleben. Worauf wartet ihr also noch? ;-)




Team meint:

Team

Dieses Spiel ist Videospielgeschichte und ein wahrer Meilenstein! Auch nach Jahren kann es immer noch faszinieren und fordern. Hyrule und Links ganzes Abenteuer sind perfekt inszeniert und unterhalten den Spieler über Stunden auf höchstem Niveau. Der Humor und die Geschichte sind natürlich Geschmackssache. Trotzdem muss man das Spiel eigentlich jedem, der auch nur irgendwie mit Videospielen sympathisiert, empfehlen.

Daniel meint:

Daniel

Mit The Legend of Zelda: Ocarina of Time schrieb Nintendo erneut Videospielgeschichte. Die lebendige, unvergessliche 3D-Welt auf dem Nintendo 64 sucht ihresgleichen. Kein Titel konnte da seinerzeit mithalten. Selbst heute, nach all den Jahren, hat The Legend of Zelda: Ocarina of Time nichts von seinem Reiz verloren. Besitzer des neuen 3DS-Handhelds holen sich ohne zu Zögern die Neuauflage The Legend of Zelda: Ocarina of Time 3D ins Haus - es lohnt sich! Alles Weitere lest ihr HIER nach.

Andrej meint:

Andrej

Ocarina of Time ... diesen Top Hit habe ich wirklich auf jedem erdenklichen System durch. N64? Jap, drei Mal! Gamecube? Jawohl, sowohl auf der Bonus Disc von Wind Waker, als auch via Collector's Edition. Virtua Console? Auch, zwei Mal. Und 3DS? Natürlich! Braucht es da mehr Worte, um zu verdeutlichen, dass JEDER Gamer dieses Spiel gespielt haben MUSS? ;)

Positiv

  • grandiose Inszenierung
  • großer Umfang
  • Revolutionäre neue Features (u.a. Lock-On)

Negativ

  • kindlicher Humor ist Geschmackssache
Userwertung
9.6 91 Stimmen
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Forum
  • von Goldeneye:

    Das Design der Tempel ist schon grandios, aber der Wassertempel war immer der letzte den ich gemeistert habe. Danach konnte ich zwar noch den Wüstentempel und Schattentempel finden und betreten, aber geschafft habe ich die nie.

  • von mitsurugagaga:

    Ocarina hab ich schon ein paar mal durch (im Abstand von ca. 5 Jahren) Aber mein Verstand verdrängt erfolgreich die Lösungen der Rätsel, sodass die meisten Stellen fast immer neu für mich bleiben. Mir ist dieses mal nur besonders aufgefallen, wie raffiniert die Tempel eigentlich sind. Ich...

  • von Undead:

    Ich glaub ich weis welche Stelle du meinst. Ist da nicht eine Truhe mit einem kleinen Schlüssel? Aber stimmt schon, wenn man dann oben ist und sucht, merkt, dass man etwas vergessen hat und dann den Wasserstand wieder nach unten korrigieren muss, dann sind viele allein schon deswegen genervt, weil...

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Legend of Zelda: Ocarina of Time Daten
Genre Action-Adventure
Spieleranzahl 1
Regionalcode PAL
Auflösung / Hertz -
Onlinefunktion -
Verfügbarkeit 1998-11-08
Vermarkter Nintendo
Wertung 9.3
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