Wipeout im Test

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Wipeout – Ein Name, der für Gamer ein Synonym für Vieles war: Coolness, Zeitgeist, Techno, Polygon-Grafik, Rennspiel. Wipeout spielt in der Zukunft, spiegelt aber wie kaum ein zweites Spiel den Zeitgeist der 90er Jahre wieder und war der heimliche Star zum Start der Playstation.

Erinnert man sich an den Start der Playstation im Jahre 1995 und versucht die maßgebenden Spiele zum Start zu nennen, fallen als erstes die Begriffe Ridge Racer und Tekken. Doch der eigentliche Star war Wipeout, welches ebenfalls zahlreiche Fans gefunden hat. Warum Wipeout heute noch neu und frisch wirkt, während Ridge Racer als veraltet empfunden wird, dem wollen wir auf den Grund gehen.

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Während Nintendo mit F-Zero auf dem SNES das Genre des Gleiterrennens 1992 salonfähig machte, bastelte man bei den bis dato Homecomputer-affinen Leuten von Psygnosis zum Start von Sonys Polygonschleuder Playstation ein Gleiterrennen, das alle Stärken der neuen Hardware eindrucksvoll präsentieren sollte. Schnelle und flüssige Polygongrafik, Soundtrack von CD und einen Linkmodus. Da die Playstation einseits die Zukunft des Gaming darstellte und andererseits Techno und der Millenium-Hype im Aufbruch waren, passte Wipeout thematisch wie die Faust aufs Auge.

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links Saturn - rechts PS1
 

Inhaltlich ist Wipeout ein normaler Gleiterracer. 4 Teams starten in der Anti-Gravity-Racing-League des Jahres 2052 im Kampf um den Titel. Da fahrerisches Können allein nicht ausreicht um die Action-verwöhnten Zuschauer der Zukunft zu unterhalten ist zudem jeder Gleiter mit einem Waffensystem ausgestattet. Mit den auf den Strecken verteilten Waffen hat der Spieler nun die Möglichkeit seinen Gegner ordentlich zu beharken. Das Spiel selber bietet 7 Strecken, 4 Teams mit je 2 Fahrern und 2 Rennklassen, Venom und Rapier. Anders als bei anderen Spielen wird das Spiel in der höheren Klasse nicht nur schwerer, sondern vor allem schneller! Ein absolutes Novum zu der Zeit und noch einmal ein eindeutiger Beweis für die Leistungsfähigkeit der CD-Schleuder von Sony.

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links Saturn - rechts PS1
 

Eine besondere Herausforderung bietet Wipeout im Fahrverhalten. Während andere Racer auf Vollkontakt zwischen Reifen und Straße setzen, sieht sich der Spieler in Wipeout einem völlig anderen Fahrverhalten ausgesetzt. Die Gleiter schweben, gegen die Gesetze der Fliehkraft wird mit separaten Flügelbremsen links und rechts angekämpft und wie beim Flugzeug kann die Nase nach oben und unten justiert werden. Viele Spieler empfanden das Fahrverhalten als ungewohnt und das Spiel als zu schwer. Richtig ist, dass Wipeout bereits im Erstling ein sehr komplexes Fahrverhalten bot. Arbeitet der Spieler sich richtig ein, ist das Verbesserungspotential größer als bei jedem anderen Rennspiel, schlicht weil die Steuerung so viel Platz nach oben bietet, insbesondere im Zusammenspiel zwischen Luftbremsen und der hohen Geschwindigkeit. Optional wird das Spiel wie auch Ridge Racer von Namcos NeGcon unterstützt.

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links Saturn - rechts PS1
 

Besondere Anmerkung verdient auch die Optik des Spiels. Die ist nicht nur in den Rennen optisch hervorragend, technisch sauber und flüssig, sondern auch thematisch unglaublich dicht. Die Optik der Strecken ist meist in einem düster-dystopischen Stil gehalten und vermittelt somit den pessimistisch eingestellten Zeitgeist der 90er gegenüber der Zukunft. Hier hat insbesondere das Team von "Designers Republic" eine Meisterleistung erbracht. Denn nicht nur die Ingame-Grafik, sondern auch das komplette Art-Design der Marke Wipeout ist stilsicher, futuristisch und hat einen enormen Wiedererkennungsfaktor, das belegt schon allein das Artwork des Covers. Selbiges gilt für die Saturn-Version, welche mit der PS1 bis auf fehlende Transparenzeffekte und einer niedrigeren Auflösung identisch ist. Als Entschädigung rasen Sega-Fahrer noch eine Spur schneller über die Strecken.

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links Saturn - rechts PS1
 

Auf dem Gebiet der Akustik rollte Wipeout ebenfalls das Feld von hinten auf. Der Soundtrack darf auch heute – 15 Jahre später – getrost zu einem der besten Soundtracks eines Games überhaupt zählen. Die hervorragenden Tracks von Psygnosis-Haus-DJ CoLD SToRAGE gehen unglaublich gut ins Ohr, passen perfekt ins Setting und treiben den Adrenalinrausch noch etwas höher. Dazu gesellen sich noch Gastbeiträge von Leftfield, Chemical Brothers und Orbital. Selbst wer mit dem Spiel an sich nichts anfangen kann, dem sei der Soundtrack ans Herz gelegt, zumindest insofern man etwas mit elektronischer Musik anfangen kann.

 

Unser Videoreview zu Wipeout

Heiko meint:

Heiko

Kommen wir zur These zurück warum Wipeout der eigentliche Star war und nicht Ridge Racer, zumindest in der Retrospektive: Wipeout war stilsicher, von Kopf bis Fuß ein perfekt designtes Produkt, wirkt heute noch frisch und aktuell und hat ein Fahrverhalten das viel Luft nach oben bietet. Dazu war der Umfang mit 7 Strecken deutlich höher und der Soundtrack noch einen Tick besser als der eh schon hervorragende OST von Namcos Racer.

Wipeout sollte heute noch ein Pflichttitel in jeder PS1 Sammlung sein. Und wer noch einmal nachvollziehen will, warum Sony mit der PS1 so einen Erfolg hatte, sollte sich Wipeout ansehen, denn das Spiel vereint all das, was die Welt damals in Sonys Kiste gesehen hat.

Sega Fans sollten sich übrigens unbedingt auch die Saturn-Version zulegen, welche optisch etwas schwächer ist, dafür noch einen Tick flotter läuft.

Positiv

  • verschiedene Geschwindigkeiten
  • wahnsinnig guter Soundtrack
  • tolles Artdesign
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Wipeout Daten
Genre Racing
Spieleranzahl 1 - 2
Regionalcode PAL
Auflösung / Hertz 50 Hz
Onlinefunktion Ja
Verfügbarkeit 1995
Vermarkter Sony
Wertung 9
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