WRC 8 im Test

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Seit einigen Jahren herrscht Codemasters mit ihrer Dirt Rally Reihe über das Rallyegenre. Allein mit dem schlicht betitelten Dirt Rally haben die Entwickler gezeigt, wie kompromisslos der Rennsport sein kann und dem Spieler alles abverlangt. Der Rallyesport verlangt unglaublich schnelle Reaktionen und eine äußerst genaue Fahrweise und das versucht Kylotonn seit nunmehr vier Spielen möglichst authentisch umzusetzen. Mit WRC 8 erscheint bereits ein Jahr nach dem Vorgänger ein neuer Teil und will vieles besser machen. So habe ich mich in meinen Rennsessel geschwungen und den Titel für euch ausgiebig ausprobiert.

WRC-8-01Bereits auf der gamescom 2019 in Köln konnten wir den Titel ausgiebig testen und man versicherte uns, dass man den neuen Teil in vielen Belangen verbessern wolle und die Inspiration für die Verbesserungen vor allem aus der Community kam, die ausgiebig Feedback lieferte. So konnte man mit diesem Arbeiten und an vielen Stellen den Hebel ansetzen. Diesbezüglich habe ich vor meinem Start in WRC 8 noch einmal Teil 5 eingeworfen, was ja das Debut des Entwicklers mit der Reihe war, und was soll ich sagen? Die Reihe hat seit dem Einstieg von Kylotonn einen sehr großen Schritt nach vorne getan und das mit jedem weiteren Spiel, das folgte. War WRC 7 schon auf einem guten Weg, hat man nun mit Teil 8 wirklich so viele Punkte verbessert, dass sich tatsächlich ein völlig neues Spielgefühl einstellt. Was sich in WRC 8 allerdings nicht verändert hat, ist das Tutorial. Beim ersten Spielstart werden wir direkt ins Cockpit eines Rallyewagen geworfen, um unsere Fähigkeiten zu prüfen und aufgrund dessen den Schwierigkeitsgrad festzulegen. In dieser ersten Etappe wird man schrittweise an die Steuerung des Fahrzeugs und an die Grundregeln des Rallyesports herangeführt wird.

Neben den üblichen Spielmodi wie Einzelrennen oder eine selbst zusammengestellte Meisterschaft kann man auch sich wieder in einer persönlichen Karriere von der „Junior WRC“ hoch bis zur „WRC-Klasse“ arbeiten. Da bei der Spielreihe das Thema eSports großgeschrieben wird, gibt es auch wöchentlich wechselnde Herausforderungen, die gleichzeitig das Qualifying zur Weltmeisterschaft in der digitalen WRC darstellen. Doch wollen wir zunächst unser Glück in der Karriere suchen. Hier erstellen wir unseren eigenen Fahrer, den wir allerdings nur namentlich benennen dürfen. Wahlweise können wir auf eigene Faust uns in die Karriere stürzen oder uns mittels eines Sprechers nach und nach in die Feinheiten per Tutorial einführen lassen. Hier fahren wir nicht nur die Rallyes mit ihren einzelnen Etappen, sondern kümmern uns auch um die Belange des eigenen Teams und der Sponsoren. Hier werden beispielsweise Mechaniker und PR-Manager eingestellt, die uns bei der Entwicklung des Fahrzeugs unterstützen oder uns bessere Angebote zuschustern.

WRC-8-04Die Rallyes finden alle zu einem festen Zeitpunkt statt, doch können wir die Zeit dazwischen nutzen, wie wir möchten. An manchen Tagen lassen sich klassische Rallyes fahren oder an anderen Events teilnehmen, oder man gönnt sich und seiner Crew eine Pause, was der Stimmung im Team auch manchmal guttut. Weiterhin muss man auch seine Sponsoren bei Laune halten, indem man spezielle Herausforderungen abschließt, die zufällig vom Spiel vorgegeben werden. Bei Nichterbringung der geforderten Leistung gibt’s natürlich Punktabzug und im schlimmsten Fall gibt es bei wiederholten Verstößen auch den Rauswurf aus dem Team. Damit dies nicht geschieht, beweisen wir in den verschiedenen Rallyes, was wir können, und hier spürt man die deutlichste Verbesserung in WRC 8. Die Wertungsprüfungen wurden allesamt überarbeitet und bieten wie in der Realität äußerst enge Abschnitte, die den Spieler jederzeit fordern. Hier ist höchste Konzentration gefordert, vor allem da manche Etappen bis zu 14 Kilometer lang sein können. Dazu ist auch ein kompetenter Beifahrer notwendig, der mittlerweile durchaus präzise aus seinem Gebetbuch den Verlauf der Strecke vorliest. Eine deutliche Verbesserung zu vorangegangenen Teilen, vor allem im Vergleich zu WRC 5, bei dem der Beifahrer noch äußerst roboterhaft klang.

Man hat in den Rennen deutlich an der Fahrphysik geschraubt, die sich deutlich realistischer und authentischer anfühlt als bisher. Die verschiedenen Untergründe haben allesamt eine unterschiedliche Haptik und fühlen sich beim Fahren auch anders an. Gleichermaßen hat man durch die verbesserte Physik sein Auto besser im Griff, da es sich nicht mehr so schwammig anfühlt. So kann man kleinere Fahrfehler durch etwas Gegenlenken leichter ausgleichen, als es noch im letzten Teil der Fall war. Auch in Sachen Einstellmöglichkeiten hat Kylotonn ordentlich nachgelegt. Auf Wunsch lassen sich im Fortgeschrittenen-Setup zahllose Einstellmöglichkeiten für Fahrhilfen treffen und die größte Überraschung ist die Wetteroption. Erstmals in der Reihe gibt es in den Rennen dynamisches Wetter, mit der man sich auch während des Rennens mit unterschiedlichen Straßenverhältnissen zurechtkommen muss. Diese haben auch direkten Einfluss auf das Fahrverhalten und es macht sehr viel Spaß sich dem anzupassen. Dies merkt man vor allem bei den Extremwetter-Herausforderungen, bei denen man nicht nur mit den Umweltverhältnissen klarkommen muss, sondern oftmals auch mit einem schwer beschädigten Auto.

WRC-8-09Eine weitere Neuerung findet sich auch im Fahrerlager wieder, so hat man im neuesten Teil auch eine Forschungs- und Entwicklungsabteilung integriert, bei der man sich von der Konkurrenz aus dem Hause Codemasters inspirieren hat lassen. Ähnlich wie in F1 2019 offenbart sich bei der Forschung ein verästelter Fertigkeitsbaum, bei dem man nach und nach neue Fertigkeiten und Boni freischalten kann. Dieser ist allerdings deutlich simpler gehalten als bei der Konkurrenz, was aber kein Problem darstellt. Man verbessert die Effizienz der eigenen Crew oder die erhaltenen Boni aus Sponsoren- und Renneinnahmen, aber auch technische Verbesserungen können dort erzielt werden, um in den Rennläufen konkurrenzfähiger zu sein.

 

Michael meint:

Michael

WRC 8 ist ein überraschend guter Vertreter seiner Reihe. Es ist eine gute Sache, dass Kylotonn auf seine Community gehört und in vielen Bereichen nachgebessert hat, denn so ist wirklich ein gut ausgewogenes Rallye-Rennspiel entstanden, dass sowohl Arcade- als auch Simulationsfans zufriedenstellen dürfte. Die abwechslungsreiche Karriere mit den Herausforderungen und den Extremwetterbedingungen machen Laune, die Neuerungen wie das dynamische Wetter während der Rennen und der Fertigkeitenbaum helfen zusätzlich zur Abwechslung. Auch die verbesserte Fahrphysik verhilft dem Titel zu mehr Fahrspaß, da man endlich die verschiedenen Untergründe selbst mit einem Controller gut spüren und abwägen kann. Wer also dem Sport etwas abgewinnen kann, sollte auf jeden Fall zugreifen, denn es ist mit Leichtigkeit der beste Teil der Reihe bisher.

Positiv

  • Verbesserung der Fahrphysik
  • Fertigkeitenbaum in der Karriere
  • voll anpassbare Realismuseinstellungen inkl. dynamisches Wetter

Negativ

  • historische Rallyes nur vereinzelt in der Karriere
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Forum
  • von BlackLion:

    Da ich ja schon Level 50 erreicht habe und keine Erfahrungspunkte mehr verdienen kann habe ich heute die Fertigkeitspunkte zurück gesezt und Neu verteilt kostet zwar etwas aber hat sich gelohnt. Bin heute die Chile Rally gefahren die Epic WP mit 21 km war mal wieder ganz schön heftig fast 15min...

  • von fritzle:

    Gibt es eigentlich ne Demo zu WRC 8 ?

  • von vaddi:

    es sieht vom driften einfach geil aus wurde es testen...

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