RAGE 2 im Test

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RAGE war damals ein Achtungserfolg für ID Software. Es war ein Spiel, das man so in der Form gar nicht erwartete. Ein First Person Shooter mit frei begehbarer Welt und klassischem Mad Max Setting, dass von der fortschrittlichen Grafikengine getragen wurde. Doch im Laufe der Jahre hat sich Staub über das Spiel gelegt und so war es eine Überraschung, als quasi aus dem Nichts ein Nachfolger angekündigt wurde. Kann das Spielprinzip selbst nach einigen Jahren noch begeistern

RAGE-2-07Ich persönlich spielte den ersten Teil sehr gerne. Nicht nur, weil diese typische Mad Max Atmosphäre durch den Kampf um die Ressourcen so gut rüberkam. Sondern weil das Spiel von der Technik her wirklich großartig war und einfach durch seine spielerische Abwechslung wirklich Spaß machte. Hier möchte der zweite Teil natürlich nachlegen, auch wenn man gameplaytechnisch einen klein wenig anderen Ansatz verfolgt. Für Teil 2 taten sich zwei Entwicklergrößen zusammen, um ihre Expertise jeweils zu verbinden. Zum einen ID Software, die mit ihrer Grafikengine die ebenso bei DOOM zum Einsatz kam, für Bombastaction zu sorgen. Zum Anderen Avalanche, die bereits mit der Just Cause Reihe und ebenso Mad Max zeigten, dass sie Open World einfach können und auch mit Thematik etwas anfangen können.

Man selbst schlüpft wahlweise in einen männlichen oder weiblichen Hauptcharakter, der in einem Camp lebt, das sich quasi selbst versorgt. Dieses wird allerdings eines Tages von Mutanten angegriffen und nahezu ausradiert. Nun liegt es am Spieler sich zu rächen und eine Revolution gegen die Obrigkeit anzuzetteln, die für den Angriff verantwortlich war. Zugegeben die Story ist jetzt keinesfalls originell, das ist nicht einmal der Hauptcharakter (Walker, der Ranger), doch diese ist im Game auch eher nebensächlich. Es geht vor allem um die Entdeckung der Spielwelt und die Schätze und Rohstoffe, die sich überall verteilt finden lassen. Um die Revolution anzuzetteln, benötigt man die Hilfe von drei berühmten Persönlichkeiten des Ödlands, die sich in den verschiedenen Handelsstätten finden lassen. Um deren Unterstützung zu bekommen, muss man sich aber erst einen gewissen Ruf verdienen, den man durch Gefälligkeiten erhält. So ergeben sich zahlreiche Nebenmissionen, die man wahlweise an schwarzen Brettern findet oder durch Gespräche mit den Einwohnern der jeweiligen Orte. Die Bewohner selbst haben allerdings nur selten eine eigene Persönlichkeit, so dass hier niemand so recht im Kopf haften bleibt, das hat Borderlands schon etwas besser gelöst. Hier sind sie doch mehr Mittel zum Zweck.
 

RAGE-2-06Das ist aber nicht tragisch, denn RAGE 2 will im Prinzip kein Rollenspiel sein, auch wenn man hier ebenfalls erneut zahlreiche Anpassungsmöglichkeiten für seinen Helden hat. In der Welt verstreut befinden sich diverse Archen. Diese beinhalten einen Supercomputer, der unserem Rangeranzug eine neue Fähigkeit freischaltet. Mit denen kann man beispielsweise eine Dash Attacke oder einen Doppelsprung ausführen oder eine mächtige Sprungattacke erlernen. Außerdem findet man überall verstreut kleine Kristalle, die man Feltrit nennt. Durch diese können wir unsere erlernten Fähigkeiten verbessern und noch tödlicher machen. Ihr kennt ja bestimmt das Kampfsystem von DOOM und wisst, dass dort vor allem Agilität belohnt wird und es sich vor allem durch seine dynamischen Kämpfe auszeichnet. Auch bei RAGE 2 ist dieser Vibe deutlich spürbar, jedoch etwas abgeschwächter. Die Kämpfe sind dynamisch, lassen euch aber mehr Zeit, um eure verschiedenen Fähigkeiten auszutesten und belohnt euch dafür. Tötet ihr mehrere Ziele kurz nacheinander erhöht sich eure RAGE-Combo und ihr werdet mit mehr Feltrit belohnt. Vor allem im späteren Spielverlauf mit einer Vielzahl an Möglichkeiten mäht ihr euch förmlich durch die Feindesreihen. Dies macht einfach Laune, vor allem wenn ihr mit der Pumpgun die Feinde nach und nach dezimiert.

Die Waffenauswahl insgesamt ist im Spiel eher überschaubar und hält keine großen Überraschungen bereit. Von Beginn an seid ihr mit Pistole, Sturmgewehr und Shotgun unterwegs, die ihr mit Hilfe von Nanotriten und Feltritkristallen aber mit Fähigkeiten erweitern und verbessern könnt. Das reicht völlig aus, denn diese Waffen sind mit ihren Fertigkeiten so flexibel, dass man für jede Situation ausgesorgt hat. Klar, hat man auch noch schwerere Bewaffnung mit Raketenwerfer und Impulskanone, doch waren die „Standardwaffen“ für mich meist ausreichend. Das liegt an besagten Combos, die vom Spieler aufgereiht werden können und nach nur wenig Spielzeit, wie von allein funktionieren. Es macht einfach Spaß wenn mit einem Dash einen Feind durch die Luft gegen eine Betonwand katapultiert und sich Wahrendessen gleich zum nächsten umdreht und mit seiner Pumpgun ihm den Rest gibt. Genau das ist es, wofür das Spiel lebt und wo man seine Motivation rauszieht. Hinzu kommt noch die knallbunte Präsentation, die mit viel pinker Farbe aufwartet und mit seinem fast schon anarchistischen Auftreten provozieren will. Das mag sicherlich für manche eher anstrengend sein, unterstreicht aber die Grundstimmung des Spiels. Es ist einfach alles ein wenig over the Top ohne irgendwie unglaubwürdig zu wirken.
 

RAGE-2-01Die Technik ist dabei tadellos. Die Grafikengine von ID Software sorgt für die Basis der dynamischen Kämpfe, die konstant bei 60 FPS liegt und mit zahlreichen Details lockt. Die Spielwelt an sich ist groß und teilt sich in mehrere Gebiete auf. Von der klassischen Wüste bis hin zum Sumpfland ist da alles dabei und es gibt an jeder Ecke genug zu entdecken. Mal findet man einen Banditenunterschlupf, der freigeräumt werden muss, oder Tankstellen, die verschiedene Truhen beherbergt. Manchmal findet man Leichen zurückgelassener Ranger, die Logbücher zurücklassen und ein wenig mehr über die Spielwelt erzählen. Ebenso sind hier diverse Höhlen zu erwähnen, die nicht nur Loot, sondern auch mächtige Bossgegner beherbergen. Langweilig wird es auf jeden Fall nie. Was man jedoch dem Spiel anlasten muss, ist das Fahrgefühl des eigenen Gefährts. Das fühlt sich wirklich mehr wie ein Panzer an, als ein normales Fahrzeug. Hier hätte ich mehr Spritzigkeit gewünscht, aber das ist eher Jammern auf hohem Niveau.

 

 

Michael meint:

Michael

Das Ödland, unendliche Weiten. So oder so ähnlich könnte man RAGE 2 durchaus beschreiben, wobei es dem Spiel ganz und gar nicht gerecht werden würde. Mehr ist es ein wilder Ritt durch eine interessante Spielwelt, die vor allem von seinem dynamischen Kampfsystem lebt und der Entdeckung der Welt. Eine Story ist vorhanden, ja, aber mehr Mittel zum Zweck als wirklich eine treibende Kraft, um das Spiel weiterzuspielen. So zeigen ID und Avalanche ein tolles Stück Software, dass nur wenig Wünsche offen lässt. Mir persönlich hat die Reise durch das Ödland sehr gefallen und kann es jederzeit nur weiterempfehlen!

Positiv

  • große Welt in der es einiges zu entdecken gibt
  • außerst dynamische Kämpfe
  • eigenständiges Spielgefühl

Negativ

  • kaum einprägsame Charaktere
  • Fahrzeugsteuerung fehlt die Dynamik
Userwertung
8.5 1 Stimmen
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8.5
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Forum
  • von Civilisation:

    Jetzt müsste es gehen. Aus irgendeinem Grund wurden da in den Code, den ich zum Verlinken benutze, weitere Elemente hinzugefügt, die da nichts zu suchen haben.

  • von fflicki:

    Die Verlinkung zum Test scheint nicht zu funktionieren, ich lande da immer wieder auf der Startseite des Forums.

  • von Civilisation:

    Michael hat ein klein wenig herumgewütet. RAGE 2 RAGE war damals ein Achtungserfolg für ID Software. Es war ein Spiel, das man so in der Form gar nicht erwartete. Ein First Person Shooter mit frei begehbarer Welt und klassischem Mad Max Setting, dass von der...

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