Legend of Zelda: A Link to the Past im Test

SNES

Wie schreibt man eine Einleitung zu Legend of Zelda: A Link to the Past? Ein Spiel, welches den Erfolg der Serie begründete und das Action-Adventure Genre derart nachhaltig beeinflusste? Nicht einfach. Vielleicht steigen wir mit der Story ein: Es war einmal das friedliche Land Hyrule und das mächtige Tri-Force..... (oh nein, tippt er jetzt das Intro ab?)

zelda12.jpgNein. Aber ohne Blick auf die Story lässt sich ein Zelda nicht besprechen. Besonders dieses Zelda nicht. Denn die Geschichte in der Fantasy-Welt Hyrule ist zweifellos nicht unschuldig am Erfolg der Reihe. Sie wird so geschickt erzählt, dass sich häppchenweise das große Puzzle zusammenfügt. Und das für alle Altersklassen spannend. Dieser Autor erinnert sich daran, dass sich sogar sein Vater Weihnachten '92 dem Reiz nicht entziehen konnte - und das will was heißen. Sicherlich sind auch die hervorragenden deutschen Bildschirmtexte nicht unschuldig daran. Damals noch ein Novum.

Da verzeiht man bereitwillig, dass (aus heutiger Sicht!) so manch ein Klischee bereitwillig bedient wird. Von wegen schutzloser Prinzessin (Zelda) in den Händen eines Bösewichtes (Ganondorf), den ein auserwählter Held (Link) zur Strecke bringt. Apropos „Link“ - der Untertitel des Moduls "A Link to the Past" ist ein netter Wortwitz von Nintendo of America. Und dabei ursprünglich aus der Not heraus geboren. Denn den japanischen Originaltitel "Kamigami no Triforce" (dt. Götter des Triforce) fand Nintendo aus Gründen der Blasphemie für den Westen unpassend und erdachte jenen Ersatz. Political-Correctness in der Videospiel-Branche? Nicht erst seit gestern...

zelda27.jpgVon dieser Anekdote zum Spiel. Schließlich muss dieser Autor davon ausgehen, dass es auch Leser geben mag, die noch nie im Leben ein Zelda Spiel angerührt haben. Diesen unglücklichen Seelen sei daher anvertraut, was den spielerischen Reiz ausmacht. In der Rolle des klassischen Helden durchstreift ihr eine bunte Fantasy-Welt. Bunt deshalb, weil Zelda diesen sympathischen, farbenfrohen Grafikstil der 90er Jahre Japano-Rollenspiele besitzt. Dafür wurde das Farbfernsehen erfunden!

Nicht alle Orte der Welt sind anfänglich zugänglich. Viele schalten sich erst nach dem Lösen von Rätseln, dem Sieg über Endbosse und dem Ergattern neuer Items frei. Und das damit einhergehende Entdecken und Experimentieren, ohne aber zum schnöden Puzzlespiel zu degenerieren, macht einen weiteren Teil des Reizes aus. Kann ich mit dem neuen Enterhaken jetzt die Schlucht überqueren? Vermag eine Bombe dieses Hindernis zu sprengen? Wofür ist das magische Pulver? Und wie komme ich zum Chris Houlihan Raum ?

zelda34.jpgÄh, was? Tja, Nintendo war immer für Überraschungen gut. Im Zusammenspiel mit der US-Zeitschrift Nintendo Power veranstalteten die Japaner vor US-Release ein Gewinnspiel, bei dem man seinen eigenen Raum im Spiel gewinnen konnte. Dieser PR-Gag ist so gut im Spiel versteckt, dass sich erst Jahre später Gerüchte zu Fakten wandelten. Heute gibt's zahllose FAQs zum Geheimraum. Auch wenn sich der Aufwand des Besuchs nach Meinung dieses Autors nicht lohnt. (...aber was heißt das schon!)

Unvergessen und mit einem eigenen Absatz in diesem Review zu würdigen ist der Soundtrack. Die Komposition ist alles: Mitreißend, euphorisierend, melancholisch - manchmal alles zugleich. In Japan wurde der Soundtrack eigenes auf CD veröffentlicht und fand reißenden Absatz. Ich erinnere mich an eines dieser Konzerte am Vorabend der Leipziger Games Convention, bei denen ein klassisches Orchester im Leipziger Gewandhaus bekannte Melodien aus Videogames spielte. Vieles war nett, handwerklich beeindruckend gespielt. Aber nur zwei Melodien rissen die Leute im Saal richtig mit.

zelda24.jpgDie Erste war die Super Mario Bros. Jingle. Und die zwei war, na klar, Zelda! Selbst manch ein Silberrücken Ende Fünfzig fing plötzlich mit dem Fuß zu wippen an! Unglaublich, was die von Koji Kondo komponierten Melodien für Emotionen auszulösen vermögen. Selbst heute noch.


So. Und nun gehen mir nach diesen Anekdoten langsam die Zeilen aus. Schalten wir daher in den Schnelldurchlauf für die verbliebenen Fragen: Ja, es gibt drei Speicherslots. Ja, es gibt für Entdecker Herzteile (= Leben) und anderen Krempel zu erforschen. Ja, alle Kämpfe sind in Echtzeit. Ja, unter 30-40  Stunden Gesamtspielzeit kommt ihr sicher nicht weg. Und nein, mein Modul gebe ich unter keinen Umständen mehr ab. Alles klar?
 



Sebastian meint:

Sebastian

Jede Konsole hat Spieletitel, die man eindeutig mit ihr identifiziert. Legend of Zelda: A Link to the Past ist DAS Aushängeschild des Super Nintendo. Und zeitloser Klassiker, der auch in zehn Jahren noch weltweit begeistert gespielt werden wird. Ich bin nicht als überschwenglicher Reviewer bekannt, aber verdammt, dieses Spiel darf sich niemand entgehen lassen! Unter keinen Umständen! Und wenn schon nicht im SNES Original, dann aber bitte wenigstens als Remake für Game Boy Advance oder über die Wii Virtual Console!

Positiv

  • Grandiose Atmosphäre
  • Sehr gute Action / Puzzle-Mischung
  • Speicherfunktion / dt. Texte

Negativ

  • Story klischeebeladen
Userwertung
8.9 50 Stimmen
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Forum
  • von Marco:

    So sieht es aus. Durch die konstruierte Reihenfolge ergeben sich meiner Meinung nach keine weiteren/größeren Erkenntnisse. An der Stelle kann man auch eine Parallele zu FF erkennen....

  • von Ignorama:

    Sei denen ja auch gegönnt Verstehe auch wenn es einen freut, aber vieles bei sowas sind eher Theorien als Fakt, kenne das von anderen Games etwas. Zelda selbst habe ich mich nie mit befasst bezüglich Gesamtstory....

  • von Flat Eric:

    Aber die Faaaaannns... Die überdenken doch alles immer tausendfach. Und haben soooo viel Spaß daran! ...

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