SWAT 4 im Test

PC Windows
Jahre mussten Fans hoffen und bangen, doch am Ende wird bekanntlich alles gut. Nachdem man viel Anregung und Kritik seitens der Fans erfahren hatte, machte man sich bei Sierra an den vierten Teil des populären Polizei Taktik-Shooters, der nun endlich auch deutsche Lande erreicht. Ich persönlich gehörte zu der verrückten Minderheit, die sich seinerzeit noch die US-Version von SWAT 3 für teures Geld importiert hatten und sehnte mich trotz nunmehr zahlreicher Konkurrenz im Genre nach der Fortsetzung des Originals.

Wer die Daten der zwei CDs endlich auf seine Festplatte geschaufelt hat und das Spiel mittels beiliegendem CD-Key friegeschaltet hat, darf sofort loslegen. Allerdings empfiehlt es sich vor der Karriere als Cop zunächst das äußerst spritzige und informative Tutorial zu absolvieren. Hier werden dann auf erfrischende Weise die Grundlagen des Spiels vermittelt und langjährige Zockerveteranen treffen mit Ausbilder Sonny Bonds auf einen alten Bekannten aus den Police Quest Adventures.



Das Entry-Team ist wieder unterwegs... (click to enlarge)


Wer schließlich das sichere Stürmen von Räumen, das Werfen von Blendgranaten und den treffsicheren Einsatz eurer Waffen beherrscht, darf sich für den ersten Einsatz rüsten. Neben Einzelmissionen für die kleine Razzia zwischendurch und einem feschen kleinen Editor, mit dem sich weitere Einsätze erstellen lassen, steht mit dem Karrieremodus ein ganz großer Brocken bereit. Nacheinander dürft ihr hier stetig schwieriger und komplizierter werdene Einsätze meistern. Dabei fasziniert schon gleich bei der Missionsbesprechung der Umfang und die Authenzität. Neben der Einsatzübermittlung über Funk könnt u. a. sogar den original Notruf aus der 911-Zentrale hören, bei dem manch verzweifelter Zivilist leicht verwirrt den bezeugten Vorfall schildert.



Danach gehts zum Bauplan des Gebäudes, wobei ihr euch hier manchmal auch nur auf simple Skizzen geflohener Geiseln verlassen müsst. Mitunter ist auch völlig ungewiß, wie das Einsatzgebiet denn nun aussieht. Solltet ihr jedenfalls die Möglichkeit besitzen euch einen Lageplan anzusehen, so lohnt es sich dies auch zu nutzen. Nicht nur, daß hier der Ort des Eindringens bestimmt werden kann, nein, es macht auch durchaus Sinn sich die Raumanordnung einzuprägen, um später im Einsatz nicht die Orientierung zu verlieren.



Planung ist das halbe Leben... (click to enlarge)


Danach gehts zu Ausrüstung, Pistolen, Schrotflinten, Teaser, Blendgranaten .... die Auswahl ist wahrhaft stattlich und kann jeweils an den vorgesehenen Einsatzort angepasst werden. Hier wird schon ersichtlich, daß SWAT 4 den knallharten Weg der Simulation einschlägt, positiverweise allerdings ohne dabei irgendwie langatmig zu wirken oder den Spieler zu langweilen.


Sind alle Einstellungen getroffen und das Team bereit, geht es zum Einsatz. Gesichert werdet ihr neuerdings durch einen oder mehrere Scharfschützen mit Rufname Sierra, die ringsum optimal positioniert sind. Die Jungs mit den guten Guckern geben nicht nur bei der Sichtung verdächtiger Personen über Funk Alarm, sondern können mittels kleinen Bildausschnitts auch vom Spieler (fern)gesteuert werden, wodurch sich bereits im Vorfeld beispielsweise gefährliche Subjekte in Fensternähe neutralisieren lassen. Vorsichtig ist allerdings auch hier geboten, denn manch Gangster zögert beim Tod seines Partner nicht aus Rache einen der Geiseln zu erschiessen, was euren Bemühungen um Rettung somit einen herben Dämpfer versetzen dürfte. Zwar sind die Tastenkombinationen um schnell auf den Scharfschützen umzuschalten und wieder zurück anfangs etwas verwirrend, allerdings ist auch diese Hürde nach dem zweiten oder dritten Einsatz erfolgreich genommen.



Beim direkten Zugriff aus der First-Person Perspektive ist hingegen fast alles beim Alten. Verdächtige werden durch lautes Zurufen zur Aufgabe aufgefordert und dann in Handschellen gelegt, Waffen müssen wie schon bei SWAT 3 als Beweismittel sichergestellt werden und der Abtransport der Zivilisten will veranlasst werden.

Da sich die Situation in einem Raum blitzschnell wenden kann und aus einem guten Versteck jederzeit plötzlich der Klischeé-Terrorist mit Kalashnikov auftauchen kann, ist es wichtig stets den Überblick zu behalten. Gegebenenfalls macht es sogar Sinn eure Truppe in Zweierteams aufzuteilen und einem Team den Befehl "Deckung" zu erteilen. Gerade in größeren, verwinkelten Räumen gibt es beim Durchsuchen sonst gern mal eine unliebsame Überraschung. Das Zuweisen als Deckung geschieht mittels per rechter Maustaste leicht zugänglichem Befehlsmenü, zusätzlich lässt sich per Leertaste auch die Truppe zum Nachrücken oder standardmäßigen Stürmen eines Raumes animieren, so daß ihr für die geläufigsten Befehle nicht immer extra das Befehlsmenü verwenden braucht.



Wir präsentieren - einen kranken und gefährlichen Triebtäter... (click to enlarge)


Auch wenn die Steuerung anfangs gerade unter Einbezug der Scharfschützen und Helmkamera eurer Kameraden etwas schwerverdaulich erscheinen mag, so habt ihr sie doch schon erstaunlich schnell verinnerlicht. Wie gehabt steuert ihr mit A, D, W und S euren Officer und verändert die Sicht mittels Maus. Aktionen werden über die mittlere Maustaste ausgeführt, wer also vielleicht noch einen urzeitlichen Nager von Anno dazumal mit zwei Tasten besitzt, wird eventuell im Optionsmenü nachkorrigieren müssen.
Da eure Reaktionszeit in bestimmten Situationen maßgeblich den Ausgang eines Einsatzes bestimmt, schadet es auch nicht zur Verinnerlichung der schnellen Befehlsabfolgen sogar das Tutorial noch ein zweites Mal anzuspielen.



Auch technisch macht SWAT 4 eine gute Figur ist dabei mit seinen Systemanforderungen noch recht moderat. Wir haben das Spiel auf zwei Testrechnern (Konfigurationen siehe Testende) angetestet und uns zudem an den Missionen im LAN (Deathmatch, Koop, VIP, Bombenentschärfen) bzw. im Internet erfreut. Letzteres funktioniert über den bekannten GameSpy Service, allerdings ist es hier schon etwas schwerer taktisch vorzugehen, besonders wenn sich schon mal ein jugendlicher Rambo im eigenen Team befindet. Wer hingegen die Möglichkeit des LAN-Spiels mit einem guten Freund hat, wird sehr viel Freude haben. Allerdings steuert ihr immer nur einen Gesetzeshüter, was gerade spätere Missionen bei kooperativen Vorgehen extrem schwer werden lassen.



Unübersichtlich - meidet nach Möglichkeit solche Ecken... (click to enlarge)


Nun noch ein paar nackte Zahlen zur Performance - auf Testkonfiguration 1 mit muskelbepackter GeForce 6800 haben wir das Game in höchsten Details und einer Auflösung von 1024 x 768 laufen lassen und hatten selbst bei heftigen Feuergefechten Frameraten zwischen 60 und 90. Laut Hersteller wurde das Spiel übrigens auf nvidia Chipsätze optimiert und so war das Ergebnis wohl entsprechend ansehnlich. Zwar wird hier bei weitem nicht die optische Qualität eines z. B. Far Cry geboten, die Grafiker haben ihren Job dennoch sehr ordentlich gemacht. Zwar mögen manche Texturen etwas einfach wirken, man muß sich aber auch gleichzeitig die genügsamen Systemanforderungen vor Augen halten.

Auf Testsystem 2 mussten altersbedingt natürlich einige Abstriche gemacht werden, schließlich ist allein die GeForce 4200 Ti (128 MB RAM) kein D-Zug (mehr). So haben wir das Spiel hier mit 1024 x 768 Auflösung und Details auf niedrig gespielt, was in seltenen Momenten mit kleineren Rucklern quittiert wurde. Spielbar bliebt es dennoch, richtig flüssig lief es dann erst beim Herabsetzen der Auflösung Richtung 800 x 600.



Nun wo ich das Spiel in hohen Tönen gelobt habe, mag sich manch einer fragen ob es denn nicht auch etwas zu kritisieren gebe? Dies trifft in der Tat auch auf den neuesten Teil der Reihe zu. So ist die KI der Kameraden leider teilweise immer noch nicht ganz so, wie man es sich wünschen würde. Zwar sind das hier schon zwei deutliche Schritte vorwärts verglichen mit den Pappkameraden aus SWAT 3, trotzdem passieren den Jungs immer wieder peinliche Fehler. Anstatt an euch vorbeizugehen bleiben sie stehen und meckern euch mit "Sie versperren mir den Weg" an, das suchen einer alternativen Route scheint man ihnen also nicht mit auf den Weg gegeben zu haben. Zudem störte mich etwas die Tatsache, daß ich im Spiel selbst nicht mehr auf Englisch als Sprache umstellen konnte. Zum Szenario hätte das sicherlich besser gepasst und ein "Hände hoch, Polizei" wirkt natürlich längst nicht so martialisch wie ein harsches "Police, put your hands up!".



Die Sniper (rechts oben) sichern den Fronteingang... (click to enlarge)


Systemanforderungen
  • Windows XP / 2000 / 98
  • 1,0 Ghz CPU
  • 256 MB RAM
  • 32 MB Grafikkarte (ab GeForce 2 bzw. ATI Radeon 8500)
  • 2 GB Festplattenspeicher
  • CD-Rom Laufwerk

    Testkonfiguration 1
  • Windows XP inkl. SP2
  • Athlon 64 3200+ (2 Ghz)
  • 1024 MB RAM DDR/400 Mhz
  • Geforce 6800 (256 MB RAM)

    Testkonfiguration 2
  • Windows 2000
  • Athlon XP 2000+ (1,66 Ghz)
  • 512 MB DDR RAM / 333 Mhz
  • GeForce 4 Ti4200 (128 MB)

Sebastian meint:

Sebastian

Auch wenn ich mich damit gewiß sehr weit aus dem Fenster lehne, aber SWAT 4 ist meiner bescheidenen Meinung nach die neue Referenz in seinem Genre (Taktik-Shooter). Nirgendwo sonst bekommt ihr soviel Umfang gepaart mit grandioser Spielbarkeit und spannender Action serviert. Vorausgesetzt ihr könnt euch natürlich für das Simulationselement erwärmen. Wer sich unter euch nun angesprochen fühlt, sollte sich den vierten Teil des Polizeikommandos jedenfalls nicht entgehen lassen! 

Userwertung
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SWAT 4 Daten
Genre Ego-Shooter
Spieleranzahl Multiplayer
Regionalcode -
Auflösung / Hertz -
Onlinefunktion Ja
Verfügbarkeit 12. April 2005
Vermarkter VivendiUniversal
Wertung 9
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