Samurai Shodown im Test

Neo Geo

Wir schreiben das Jahr 1788, die Entdeckung der Welt ist abgeschlossen und eine Neuordnung, die mit vielen Veränderungen zusammenhängt, beunruhigt die Menschen jener Zeit. In diesem Chaos trachtet Amakusa Shiro Tokisada, getrieben von einer bösen Macht, nach dem Untergang der Welt (und einer Tasse Kaffee??). Ihm entgegen stellen sich 12 tapfere Krieger die unterschiedlicher nicht seien könnten. Egal ob Ninja, Samurai, Ritter, Mutant, Fettsack oder Ökotante.

Samurai-Shodown-4SNK lieferte anno 1993 sein erstes Waffen Beat ‘em up in die Spielhallen. Erstmals gingen die Kontrahenten nicht mehr nur mit Fäusten und Füssen bewaffnet aufeinander los, sondern behakten sich mit Katana, Messern, Degen, Zangen etc. - sogar Tiere konnten in den Kampf mit einbezogen werden. So kann Nakoruru ihren Falken Mamahaha oder Galford seinen Ninja-Hund Poppy auf euch hetzen.

Aber auch das restliche Charakter Design kann durchgehend als gelungen bezeichnet werden. Und das, obwohl sich SNK gerade in seinen ersten Spielen in diesem Punkt sehr schwer getan hat. Das Witzige ist auch, dass viele Namen geschichtsträchtigen, realen Personen nachempfunden wurden. So war Amakusa Shiro Tokisada ein berühmter Feldherr und Held Haohmaru eine Kopie des in Japan sehr berühmten und verehrten Schwertmeisters Musashi. Auch Hattori Hanzo Masashige war ein Führer eines großen Ninja Clans in Japan und versucht nun, die Seele seines Sohnes vor Amakusa zu retten.

Die Buttonbelegung gibt sich trotz 4 Knöpfe sehr traditionell im Street Fighter Stil. (A) ist für einen leichten Schlag, (B) für einen mittleren und (A)+(B) gleichzeitig für einen harten Schlag. Beim Kick sieht‘s da genauso aus: (C) ist leicht, (D) mittel und (C)+(D) hart. Vor den harten Schlägen ist in der Regel Vorsicht geboten, da diese gleich ein drittel der gesamten Energie abziehen.

Im Spiel selber kann es in manchen Momenten zu einem sogenannten „Weapon Clash“ kommen, hier ist es möglich seinen Gegner zu entwaffnen und das ganz einfach, indem man in einer bestimmten Zeit öfter als er auf die Buttons hämmert. Mit einem Freund als zweiten Spieler werden so oft heftige Wortgefechte an den Tag gefördert. Hat man seinen Gegner entwaffnet, kann sich dieser nur noch mit Händen und Füssen zur Wehr setzten. Er hat aber die Möglichkeit seine Waffe wiederzuerlangen, wenn er in dessen Nähe kommt, um sie aufzuheben. Mit etwas Übung ist es sogar möglich, ein Schwert mit der bloßen Hand zu stoppen.

Samurai-Shodown-7Eine besondere Neuerung war auch der Referee „Kuroko“, der das Geschehen still im Hintergrund beobachtet und bei jedem Treffer eine Fahne für die jeweilige Partei erhebt. Es ist sogar möglich gegen ihn höchstpersönlich in den Ring zu steigen, dazu muss man lediglich in den ersten paar Kämpfen ein paar perfekte Siege hinlegen. Zwischen den Kämpfen bringen auch noch Bonus Stages ein bisschen Abwechslung in das muntere Treiben. Hier gilt es so viele Strohpuppen wie möglich in einer vorgegebenen Zeit zu zerteilen. Dabei ist es wichtig seinen Charakter geschickt zu platzieren und schnell zu reagieren.

In den Matchen selber läuft auch noch der sogenannte „Edo Express Delivery Man“ im Hintergrund herum, um euch Items in den Kampf zu werfen. So gibt ein leckeres Brathühnchen etwas Lebensenergie zurück und Münzen oder kleine Schatztruhen verbessern den Punktestand. Aber Vorsicht, ab und zu wirft er auch kleine Bomben in das Geschehen, da gilt es schnell ausweichen oder den Gegner geschickt reindrängen.

Bei Samurai Shodown gibt es die sogenannten RAGE Gauge (Wut Leiste). Ist diese gefüllt, erscheint ein POW(er) und der Charakter fängt an rot zu werden. Er hat dann die höchstmögliche Power, was sich durch kräftigere Schläge und damit verbundenen höheren Lebensverlust bei Gegnern auswirkt. Problematisch wird es allerdings für die Defensive, denn während des RAGE Zustands ist der Charakter anfällig für Attacken und kann dementsprechend weniger einstecken. Geschicktes Taktieren ist hier klar von Nöten. 

Aber auch im „normalen“ Zustand zieht ein Volltreffer über ein Drittel der gesamten Energie ab, man sollte also immer zum Blocken bereit sein. Viele meinen ja, das dies eine Schwachstelle des Games sei, aber sind wir doch mal ehrlich, wie viel Treffer eines richtigen Schwertes kann man schon einstecken? Mehr als drei bestimmt nicht (wenn überhaupt), daher empfinde ich das Gameplay eher als realistisch, man darf sich halt von einem harten Schlag nicht treffen lassen ... Wie im richtigen Leben :-)


Samurai-Shodown-5Bei Samurai Shodown kommt es nicht auf schnelle Combos etc. an, hier ist cleveres Taktieren, das richtige Timing und Präzision gefragt. Man muss seinen Gegner genau beobachten, um entsprechend reagieren zu können. Gegner kann man auf mehrere Weisen um die Ecke bringen: Einmal fair besiegen und leben lassen, töten (mit meterhoher Blutfontäne und Abtransport in einer Strohmatte) oder in zwei Hälften schneiden (die schwierigste Variante).

Die Grafik hat auch heute noch nichts von ihrem Reiz verloren, kräftige Farben und gut animierte Sprites überzeugen. Auch das Zoom-Feature ist vorhanden und zum Glück nicht so hektisch wie bei Art of Fighting. Die Sprites sehen zwar im ausgezoomten Zustand mickrig aus, können aber ansonsten gefallen. Die Charakterriege ist abwechslungsreich ausgefallen. Jeder sollte seinen Lieblingskämpfer herauspicken können. Besonders beeindruckend ist Earthquake: Bildschirmfüllend und gut animiert brach er in Sachen Spritedarstellung damals alle Rekorde. Auch die Hintergründe sind sehr stimmig und weisen sogar ein bisschen Interaktivität auf. So ist es möglich bei Galford im Hafen von San Francisco herumsehende Fässer zu zerschlagen und das gleich in verschiedenen Varianten. Oder der Bambuswald von Jubei, wo man die Bambusbäume in verschiedenen Höhen durchtrennen könnte. Aber auch bei Charlotte in Versailles konnte man die Kerzenständer im Vordergrund und sogar die Kronleuchter von der Decke holen. Ein wirklich tolles Feature, das den hervorragenden Gesamteindruck noch stützt.

Aber auch der Sound muss da nicht zurückstecken. Traditionelle asiatische Klänge schaffen eine tolle Samurai Atmosphäre. Besonders hervorzuheben ist hier die Endstage von Amakusa, wo man vor einem großen Stein-Ei nur einen dumpfen Herzschlag hört, gruselig. Was mag da wohl drin sein?? Auch die Sprachausgabe und Soundeffekte sind sehr klar, besonders wenn zwei Waffen aufeinanderprallen.




Marco meint:

Marco

Samurai Shodown kann auch heute noch seine Faszination entfalten. Das tolle Gameplay gepaart mit der comicartigen Grafik schaffen ein einzigartiges Ambiente. Nicht umsonst sind bis heute viele Nachfolger erschienen. Die Qualität steht zwar im Vergleich zum zweiten und vierten Teil zurück und kann den grafischen Vergleich mit späteren NeoGeo Spielen nicht bestehen, trotzdem kann ich es nur jedem wärmstens ans Herz legen. Wer noch keinen Samurai Shodown Teil sein eigen nennt, bekommt hier das perfekte Einsteigerspiel zum Vorzugspreis von gerade mal ca. 30-40 Euro. Alle anderen haben es sowieso in ihrer Sammlung.

Positiv

  • Gelungenes Charakter Design
  • Taktikgeprägtes Gameplay
  • Gute Sprachausgabe & Soundeffekte

Negativ

  • Charaktere teils etwas mickrig
Userwertung
7.4 15 Stimmen
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Forum
  • von khaos:

    Leider haben die es nicht mal geschafft, die Bilder zu den Pocket Spielen sinnvoll auszuschneiden Die 3D Episoden werden mir auch etwas zu sehr abgestraft. Sen ist beispielsweise zwar weniger geschliffen, als ein Soul Calibur, ist aber auch etwas mehr aufs Distanzspiel (footsies) ausgelegt und...

  • von Wan-Fu:

    In der neuen M Games gibts ne Liebeserklärung zu meiner Lieblings prügel Serie! ...

  • von suicider:

    In your face würd ich sagen Immer noch einer meiner Favoriten der Serie. Tolles Spiel!...

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