Mit Resident Evil: Requiem geht Capcom ein Wagnis ein. Denn dieses Mal versucht der Entwickler zwei eigentlich konträre Spielstile, zu einem kohärent Ganzen zu verschmelzen. Ob das glattgeht?
Im Prinzip hätte sich Capcom auf seinen Lorbeeren ausruhen können. Aktuell läuft es für den japanischen Spieleentwickler- und Publisher rund. Praktisch jedes Game, das er herausbringt, ist ein garantierter Hit. Und mit dem Resident Evil 4 Remake waren „erst“ vor drei Jahren die Bedürfnisse der Fans ihrer Vorzeigehorrorreihe befriedigt worden.
Doch Capcom wäre nicht Capcom, wenn sie es dabei belassen würde. Schon bald wurde angekündigt, dass die Spielereihe weiter fortgesetzt werden würde. Resident Evil Requiem sollte der neuste Teil heißen. Und zum ersten Mal würde die Zahl, die man sonst im Titel erwarten würde, nicht mehr auftauchen.
Es sollte nicht die einzige Überraschung sein, die es in diesem Spiel geben würde. Denn es sollte zwei unterschiedliche Protagonisten geben. Was so gesehen zunächst nach nichts aufsehen Innovativem Innovativem klingt, da die Resident Evil Historie voll mit Games ist, die multiple Spielecharaktere haben. Aber dieses Mal hatten die Figuren nicht ihr jeweils eigenes Abenteuer, sondern erlebten gemeinsam ein einziges. Und jeder Charakter steuerte sich unterschiedlich.
Die Geschichte handelt von der FBI Analystin Grace Ashcroft, die mysteriöse Todesfälle unter den Überlebenden von Racoon City (Resident Evil 2) untersucht. Dann soll sie den neusten Todesfall im verlassenen Wrenwood Hotel untersuchen, dem Ort, an dem vor acht Jahren ihre Mutter Alyssa ermordet worden ist. Kaum angekommen, wird sie schon bald von dem ehemaligen Umbrella Wissenschaftler Victor Gideon entführt.
Leon Kennedy, der unter derselben Krankheit leidet, wie auch die anderen Racoon City-Überlebenden wird in diesem Fall aktiv. Durch seinen Handler Sherry Birkin spürt er Grace und Victor auf. Wodurch das eigentliche Abenteuer seinen Lauf nimmt.
Es ist erstaunlich, wie gut es Resident Evil Requiem gelingt, diese beiden so verschiedenen Protagonisten in die Story einzubauen. Und nicht nur das, sondern auch die jeweiligen Spielweisen perfekt integriert. So das die Figuren sich zwar unterschiedlich spielen. Du aber nicht jedes Mal, wenn du in der Story den Spielcharakter wechselst, aus dem Spielefluss rausgeworfen wirst.
Gemeint ist, dass Grace und Leon sich zwar sehr unterschiedlich spielen. So haben sie praktisch nur gemein, dass du jederzeit zwischen der First oder Third Person-Pespektive wechseln kannst. Doch ansonsten sind ihre Erlebnisse verschieden.
Im Prinzip repräsentieren sie jeweils die unterschiedlichen Resident Evil-Äras.
Grace fühlt sich wie ein Rückgriff auf die ganz alten Resident Evil-Spiele an. Sie ist zwar bewaffnet, so erhält sie von Leon in einer Szene zu Beginn eine Pistole. Doch Munition ist bei ihr spärlich gesät. Oft genug musst du abwägen, ob du es riskierst, dass du auf einen Gegner schießt, oder es nicht doch versuchst, dich an ihm vorbeizuschleichen. Am besten, nachdem du ihn vorher abgelenkt hast.
Wobei Grace einen Vorteil hat. Sie kriegt irgendwann ein Item, mit dem sie Blut entweder von Feinden oder aus Blutpfützen aufnehmen kann. Und damit kann sie dann mit anderen Objekten Items craften, umso beispielsweise abzuspeichern oder Molotowcocktails herzustellen.
Aber ansonsten muss sie mit einem Mangel an allem zu Recht kommen. Sie hat nur ein begrenztes Inventar, begrenzte Möglichkeiten Geld zu verdienen und wenn sie speichern muss, braucht sie das klassische Farbband, welches sie noch dazu selber herstellen muss.
Leon hingegen fühlt sich wie ein Repräsentant des Resident Evils an, wie man es seit Teil 4 kennt. Der Fokus liegt hier mehr auf der Action, denn auf Horror. Er kann Angriffe parieren und selber kräftig austeilen. Er kann Feinde treten, mit seiner Axt niederschlagen oder dank deutlich mehr Munition auch aus der Entfernung abschießen. Ebenso kann er die Waffen anderer Feinde an sich nehmen, was dann zu interessanten Szenen führt, wenn man ihn Kettensägenschwingend durch die Gegend laufen sieht.
Wo bei Grace ein Mangel existiert, hat Leon schon fast einen Überfluss. Für jeden besiegten Feind erhält er Credits, hat schon fast unbegrenzt Platz und er kann jederzeit an einem Laptop speichern.
Es wirkt wie ein unfairer Vorteil. Hier der dem Text nach klar im Vorteil erscheinende Leon, dort die im Nachteil erscheinende Grace. Doch wenn du spielst, verschwimmen diese Unterschiede. Einfach, weil Vor- und Nachteil nicht wirklich das bedeuten, was du vermuten könntest. Die Herausforderungen sind nämlich immer die gleichen, wirken sich eben nur verschieden aus. Auch Leon kann an einer Überzahl an Feinden sterben oder durch überraschende Angriffe niedergestreckt werden. Da nutzen ihm die ganzen „Vorteile“ überhaupt nichts.
Und dann ist da noch die Story des Spiels. Ohne zu viel zu verraten, aber das Game greift bei der Geschichte auf die gesamte Reihenhistorie zurück und erschafft doch gleichzeitig etwas Neues. Stets gibt es einen neuen Plottwist, der alles verändert. Während man mit den Charakteren mitfiebert, die im Laufe der Story durch die Mangel gedreht werden. So geht es Leon immer schlechter, weil er, als Überlebender von Racoon City, an derselben Krankheit leidet, an der vorher andere Überlebenden gestorben sind.
Wenn es einen Kritikpunkt an der Geschichte gibt, dann, dass die Bösewichte nicht ganz an die großen heranreichen. Sie sind kein Wesker oder die Baker-Familie aus Resident Evil 7. Hier fehlt das gewisse Etwas. Was auch allgemein für viele der Bosse in diesem Game gilt, die zwar gut sind, aber nicht exzellent.
Auch die Rätsel des Spiels können nicht ganz überzeugen. Man merkt, dass der Fokus bei der Entwicklung eher auf dem Ambiente und der Story liegt, anstatt auf wirkliche Knacknüsse, die einen herausfordern. Aber das lässt sich verschmerzen.
Denn ansonsten ist Resident Evil Requiem wirklich grandios. Was auch für die Grafik gilt. Hier zeigt sich die RE Engine wirklich von ihrer besten Seite. Jedes Detail stimmt, von den kleinen Pfützen, über den heruntergekommenen Gebäuden, in denen du manchmal unterwegs bist, bis hin zu den Figurendetails. Und die Tatsache, dass das Spiel auch sehr gut auf Deutsch übersetzt worden ist, ist die Sahne oben drauf.
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Götz meint:
Resident Evil Requiem ist ein Best of Resident Evil. Es kombiniert Aspekte der klassischen und der aktuellen Ära, ohne dass es forciert oder zu wünschen übrig lässt. Die Spielfiguren wachsen einem ans Herz und das Gameplay ist großartig. Schade nur, dass die Bösewichte nicht ganz die Klasse früherer erreichen und die Rätsel eher zu wünschen übrig lassen. Das ist allerdings Meckern auf hohem Niveau.
Positiv
Wieder ein erstklassiges Resident Evil Game
Zwei unterschiedliche Spielfiguren, die gut zusammenpassen
Ein Best of resident Evil
Negativ
Schwache Puzzles
Bosse und Bösewichte, die nicht ganz an die Besten heranreichen
7 Millionen
Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da er nicht mehr verfügbar ist.
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von LDV:
Zitat von Pandemonium
Jetzt folgt der dritte Durchgang mit unendlich Muni. Jetzt lacht keiner mehr
wenn ich re2 den 2. durchgang fertig habe, wird re requiem weitergespielt....
von Pandemonium:
Jetzt folgt der dritte Durchgang mit unendlich Muni. Jetzt lacht keiner mehr ...
Resident Evil Requiem ist ein Best of Resident Evil. Es kombiniert Aspekte der klassischen und der aktuellen Ära, ohne dass es forciert oder zu wünschen übrig lässt. Die Spielfiguren wachsen einem ans Herz und das Gameplay ist großartig. Schade nur, dass die Bösewichte nicht ganz die Klasse früherer erreichen und die Rätsel eher zu wünschen übrig lassen. Das ist allerdings Meckern auf hohem Niveau.