Legend of Zelda: Majora's Mask im Test

Nintendo 64

Knapp zwei Jahre nach dem Erfolgstitel schlechthin auf dem Nintendo 64, Ocarina of Time, legte Nintendo mit Majora‘s Mask einen weiteren Zelda-Titel nach. Als direkte Fortsetzung entwickelt, musste der Spieler dieses Mal keine Prinzessin, sondern die ganze Welt retten.

Link ist ein echter Pechvogel. Erst klaut das Horror-Kid sein Pferd Epona und bevor er sich versieht, wird er von Selbigem in einen Deku-Jungen verwandelt. Und um allem die Krone aufzusetzen, nutzt der freche Bursche die Macht einer alten, gefährlichen Maske, um den Mond auf die Erde - um genau zu sein, Termina, der Schauplatz unseres Abenteuers - zu schleudern. So bleiben dem kleinen Helden drei Tage, um nicht nur sich, sondern die ganze Welt vor dem Erdtrabanten zu retten.

Wer nun denkt, dass drei Tage für ein Spiel recht kurz sind, vor allem wenn sie nicht in Echtzeit ablaufen, der sei beruhigt, denn genau dies ist der Dreh- und Angelpunkt des gesamten Spiels: Link erlernt ein Musikstück, welches ihn (auf Okarina gespielt) zurück zum Beginn des ersten Tages versetzt. Das Zeitlimit hängt so immer als Damokles-Schwert über euch, doch wird es niemals frustrierend oder hindert euch daran, den Titel tatsächlich zu genießen. Mit dieser Macht ausgestattet, welche Doc Brown von „Zurück in die Zukunft“ in den Wahnsinn treiben würde, begibt sich der bekannte Held auf die Suche nach den vier Giganten, welche in Termina schlummern - die einzigen Wesen mit der Fähigkeit, der Macht der Maske von Majora Einhalt zu gebieten.


Alles in allem heißt dies, dass Legend of Zelda: Majora‘s Mask nur vier Dungeons bietet. Etwas wenig? Im Grunde schon, doch der Spieler stellt fest, dass hier weit mehr dahinter steckt. Neben der titelgebenden Maske sind in Termina dutzend weitere versteckt - alle ausgestattet mit besonderen Merkmalen, Eigenschaften und Zauberkräften. Viele davon benötigt ihr, um eure Aufgabe zu bewältigen. So führt euch das Spiel in unzählige Nebenaufgaben, welche mehr oder weniger mit der Haupt-Quest und auch teilweise untereinander verbunden sind. Auch das Zeitreisen an sich wird zwischen und auch während der Abenteuer selbst eine immer größere Rolle spielen.
 

So sammelt ihr fleißig Herzteile, neue Masken, Erfahrung und Hintergrundinformationen über Termina, die Giganten, das Horror-Kid und die mysteriöse Maske von Majora. Hinzu kommt noch, dass viele dieser kleinen Tätigkeiten von gewissen Zeitperioden und -punkten abhängen. So könnt ihr manche Aufgaben nur an einem gewissen Tag in Angriff nehmen, andere werden euch sogar die Einhaltung eines strikten Zeitplans abverlangen. Damit ihr eure unzähligen Ziele nicht aus den Augen verliert, könnt ihr schon früh im Spiel ein kleines nützliches Notizbuch ergattern, welches fortan den dringend nötigen Überblick verschafft. So bietet Majora‘s Mask eine respektable Tiefe und eine größere Komplexität, als es auf den ersten Blick scheinen mag.

Ebenso gelangt ihr in Besitz von drei speziellen Masken, welche es ermöglichen, euch in andere Geschöpfe zu verwandeln: Einen Deku Jungen, einen Goronen und einen Zora. All diese Verwandlungsformen von Link eröffnen neue Fähigkeiten und Spielweisen und sorgen für eine Menge Abwechslung und Spaß. Dazu kommen Tonnen von neuen und altbekannten Items, neue Okarina-Stücke die das Spiel mit dem bekannten Zelda-Flair veredeln. Schließlich hat die Reihe schon immer mit einem eigenen Stil geglänzt, doch Majora‘s Mask geht noch einen Schritt weiter als Ocarina of Time. Kurz gesagt wirkt die Welt um einiges „abgedrehter“ als Hyrule, welches aus dem Vorgänger bekannt ist. Sicher trefft ihr bekannte Gegner und bekannt aussehende Charaktere doch ist die Welt um vieles bunter als im Vorgänger, und immer einen Schritt verrückter, düsterer oder lustiger - oder gar alles davon zusammen.

Dies mag nicht jedermanns Sache sein und ist daher definitiv eine Frage des persönlichen Geschmacks. Der Umfang der Welt ist mit dem Vorgänger vergleichbar. Durch die vielen, verknüpften Neben-Quests ist die Spieldauer jedoch schwer zu bestimmen, vor allem durch die Tatsache, dass nicht alle Nebenaufgaben zwingend zum Abschluss des Spiels notwendig sind. Aber wer auch nur eines verpasst, der ist hier wirklich selbst Schuld!

Das die Grafik von Majora‘s Mask bunter erscheint, als die des Vorgängers mag ein subjektiver Eindruck sein. Nicht zu verneinen jedoch ist die Tatsache, dass selbige um einiges schärfer ist. Alles Dank des (leider zwingend benötigten) Expansion Paks, welches euch eine höhere Auflösung im Spiel beschert. Davon abgesehen verfügt Majora‘s Mask im Vergleich zu Ocarina of Time über neue Inhalte - angefangen von Texturen, bis hin zu neuen Gegnern und gar grafische Effekte wie Blurring, welches man im Inventar bestaunen kann. Jedoch basiert da Spiel auf derselben Engine wie sein Vorgänger. Das ist im Grunde nichts Schlechtes. Durch das Expansion Pak ist die Grafik glaubhaft in das Jahr 2000 übertragen worden, während Nintendo jedoch klar zeigte, dass hier ein bewährtes Stück Technologie poliert und nicht neu erfunden wurde. Sicherlich ist sie heute rein technisch veraltet, doch die Präsentation ist unverändert beeindruckend und einfach schön geblieben.


Ähnliches gilt auch für den Sound. Die Effekte sind weitestgehend gleich und wenig Neues kam hinzu. Musikalisch befindet sich Majora‘s Mask auf hohem Niveau, was die Fähigkeiten des Nintendo 64 betrifft. Der Spieler hört eine Mixtur aus alten bekannten Stücken der Zelda Serie, sowie zu gleichen Teilen neue (und zugleich schöne) Stücke, welche speziell für Majora‘s Mask komponiert wurden. Der Wiedererkennungswert ist dem Fan der Serie also gegeben, jedoch kann man hier von bloßem Recyceln nicht reden, dafür wurde einfach zu viel neu geschrieben. Nintendo Soundguru Koji Kondo leistete erneut sehr gute Arbeit.
 

Auch das Gameplay zeigt klar, dass hier das Rad nicht neu erfunden wurde. Es spielt sich wie Ocarina of Time. Fans des Vorgängers finden sich ohne Probleme zurecht und das „Lock-On“-Kampfsystem lässt auch den Einsteiger nicht ins Schwitzen geraten. Link‘s neue Verwandlungsformen sorgen für frischen Wind. So besitzt jede Figur eigene Stärken und Schwächen sowie Spezialfähigkeiten. Lediglich das Springen, welches Link seit dem Vorgänger automatisch ausführt, ist weiterhin ein zweischneidiges Schwert. Je nach Kameraperspektive kann dieses den Spieler schneller in einen Abgrund befördern, als man vermuten möchte.

Von welcher Seite man es auch sehen mag, Majora‘s Mask ist eine sehr gelungene Fortsetzung eines beeindruckenden Spiels - und genau so muss das sein. Jedoch sollte man sich im Klaren sein, dass die Betonung auf „Fortsetzung“ liegt. Wie schon Link's Awakening behandelt auch dieser Teil der Serie nicht die typische „Ganon-entführt-Zelda“-Geschichte. Auch die stärkere Thematisierung von Neben-Quests ist ein deutliches Merkmal von Majora‘s Mask. All dies ist aber rundum gelungen. Das Spiel geht neue Wege, experimentiert und hat dabei Erfolg. So müssen Fortsetzungen aussehen!




Christian meint:

Christian

... und wer Majora‘s Mask nicht kennt, der hat das End‘ der Welt verpennt. Zu oft gibt es Fortsetzungen, die den Erwartungen, die das Original setzte, nicht gerecht wurden. Majora‘s Mask ist eine Ausnahme - und das sogar wörtlich. Zusammen mit dem Vorgänger Ocarina of Time bildet es ein Duo, welches in keiner Nintendo 64 Sammlung fehlen darf. Beide Spiele wurden auch auf der „Zelda Collectors Edition“ für den GameCube, sowie auf der Virtual Console der Wii veröffentlicht. Solltet ihr diese Klassiker bisher verpasst haben, so habt ihr noch die Möglichkeit, diesen Fehler wieder gut zu machen. Als Besitzer der zuerst genannten Sammlung spiele ich beide Spiele auch heute noch mit großer Begeisterung. Der Spaß ist unverändert vorhanden und die Präsentation sowie das Gameplay sind immun gegen den Zahn der Zeit. Was lest ihr eigentlich noch meine Ergüsse? Holt es euch!

Andrej meint:

Andrej

Unsere Leser wissen, dass ich ein sehr großer Zelda Fan bin. Dies habe ich mit meinem Zelda Special unter Beweis gestellt. Ich mag Zelda: Majora's Mask sehr, habe es sogar in nagelneuem Zustand in meiner Sammlung und besitze die vom Kollegen genannte Zelda: Collector's Edition für den Gamecube. Aber ich würde Ocarina of Time oder ein anderes Zelda diesem Teil jederzeit vorziehen. Das Ganze hat nur einen einzigen Grund: das Zeit-Feature bei Majora's Mask. Ich bin kein Freund davon! Nicht in Zelda, oder sonst einem anderen Spiel. Daher ziehe ich persönlich der oben stehenden Wertung einen halben Punkt ab. ;)

Positiv

  • Abgedrehte Spielwelt ...
  • Wunderschöne Grafiken und Musik
  • Viele Neben-Quests

Negativ

  • ... die nicht Jedermanns Sache ist
Userwertung
8.7 24 Stimmen
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Forum
  • von Darkshine:

    Das Spiel wurde von Roland Emmerich verfilmt. Es fehlt nur das böse Gesicht auf dem Mond.

  • von Civilisation:

    Majora's Mask ist sicherlich eines der Zelda-Spiele, die am meisten unterschätzt werden. Christian und Andrej haben den N654-Klassiker getestet. Legend of Zelda: Majora's Mask Knapp zwei Jahre nach dem Erfolgstitel schlechthin auf dem Nintendo 64, Ocarina of Time, legte Nintendo...

  • von Crewmate:

    Taya Lensflare. Jep, das ist ein HD Spiel. XD Aber der Maskenhändler sieht klasse aus ...

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Legend of Zelda: Majora's Mask Daten
Genre Action-Adventure
Spieleranzahl 1
Regionalcode PAL
Auflösung / Hertz 50 / 60 Hz
Onlinefunktion -
Verfügbarkeit 2000-11-17
Vermarkter Nintendo
Wertung 9
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