Saints Row The Third Remastered im Test

PlayStation 4Xbox One

Erfolg zieht Nachahmer nach sich. Ein Spruch, der so auch auf die Videospieleindustrie zutrifft. Daher ist es nicht verwunderlich, dass das große Grand Theft Auto seit Jahren Spielentwickler auf den Plan ruft, ihre eigenen „Gangsta Style“ Games auf den Markt zu werden. Die Sainst aus der „Saints Row“ Reihe, sind dabei mit am erfolgreichsten gewesen.

Saints-Row-The-Third-Remastered_Titel

Nachdem der Erstling noch klar im Fahrwasser der Vorlage schwamm, nahm sich bereits der zweite Serienteil nicht mehr ganz ernst. Teil 3 schlug schließlich die Brücke zu einem völlig überdrehten „Open World/Sandbox“ Abenteuer bevor man mit „Saints Row 4“ ins extrem abstruse, aber noch immer sehr Unterhaltsame abdriftete. Mittlerweile hat, wie so viele andere Titel auch, Saints Row bei THQ Nordiq eine neue Heimat gefunden. Doch statt uns die, sehnlichst erwartete, fünfte Episode zu spendieren, serviert man nach dem Remaster des Vierten zunächst „Saints Row 3- Remaster“. Warum auch immer Teil 3 nach Teil 4 ge-„remasterd“ wurde, hier ist er nun.

SR_1Spielerisch hat sich gegenüber dem „Original“ Saints Row 3 nichts geändert. Noch immer rennen wir, frei jedweder Verpflichtung, mit unserem selbst erstellten Saints Anführer durch Steelport samt Nebenschauplätzen. Vom Beginn und der ersten Mission abgesehen, könnt ihr tun und lassen, was ihr wollt. Gegner und/oder Passanten verkloppen bzw. mit einem fahrbaren Untersatz dezimieren, Nebenaufgaben erledigen oder einfach der Story des Spiels folgen. Ebenso warten zahlreiche Gebäude darauf, betreten zu werden. Hierbei handelt es sich allerdings fast ausnahmslos um Geschäfte. Im Waffenladen kauft und modifiziert ihr eure Ballermänner, im Kleidershop wird die eigene Spielfigur gepimpt. Die Werkstatt macht selbiges mit den zahlreichen Fahrzeugen, angefangen vom 08/15 Strassenwagen über Polizeiautos, Lastwagen und sogar Motorräder. Apropos fahrbarer Untersatz: selbst Hoverbikes, Hubschrauber und waschechte Senkrechtstarter im Sci-Fi Look sind steuerbar! Beim Schönheitschirurgen könnt ihr jederzeit das körperliche Aussehen eurer Figur ändern. Die im Laufe der Zeit erschienenen AdOns sind beim Remaster mit an Bord und direkt integriert. Auf die damit eingeführten Zusatzmissionen habt ihr sofort Zugriff. Ein weiterer Bonus, den die Ursprungsfassung nicht bot, ist die Möglichkeit, die Kampagne im Koop zu zocken sowie der Hordemodus. Dieser unterscheidet sich nicht vom Hordemodus anderer Spiele. Auf vorgegebenen Arealen müsst ihr, mit vorgegebener Bewaffnung eine bestimmte Anzahl von Gegner erledigen. Das Ganze ist kurzzeitig spaßig, wird auf Dauer jedoch schnell langweilig. Da der Fortschritt im Hordemodus keinerlei Einfluss auf das eigentliche Spiel hat, ist er eher ein „nice to have“ denn wirklich sinnvolle Dreingabe.

SR_2Soweit, so bekannt. Technisch hat sich einiges, aber eben nichts Berauschendes getan. Vor allem die Zwischensequenzen wurden stark aufgewertet. Waren diese bereits im Original hübsch anzusehen, setzt man hier nochmal eins drauf. Die Sequenzen sind, die nötige Hardware sprich den nötigen TV vorausgesetzt, gestochen scharf. Die Spielegrafik wurde ebenfalls stark verbessert. Charaktermodelle und Fahrzeige sind detaillierter, insbesondere bei Nacht bietet sich dem Spieler zahlreiche tolle grafische Schmankerln. Befährt man nachts eine Straße mit Leuchtreklame, könnte man ins Schwelgen geraten. Leider hat man es versäumt, das ganze Szenario stärker zu beleben. So sieht vieles zwar besser aus, dennoch sind die Straßen oftmals leer. Zudem gibt es noch immer zu wenig unterschiedliche NPC Modelle. Es ist wenig überzeugend alle paar Meter die gleiche Strassennutte zu treffen. Leider blieben auch viele Clippingfehler erhalten. Hier wäre definitiv mehr drin gewesen.

Der Soundtrack blieb mehr oder weniger unangetastet. Aufgrund der zahlreichen, verschiedenen Radiosender nebst entsprechender Titelauswahl, sollte sich nach wie vor für jeden Geschmack etwas finden. Die Auswahl war bereits im Original groß und passend und ist es auch im Remaster.

Alexander meint:

Alexander

Saints Row 3 ist in seiner Ursprungsfassung gut und als Remaster nicht weniger gut zumal ihr hier alle erschienenen Adons direkt mitgeliefert bekommt. Dank technischer Überarbeitung wirkt das Spiel zwar nicht wie ein aktueller Titel, kann aber durchaus mit den Starttiteln der aktuellen Generation mithalten. Dennoch: Wer das Original bereits besitzt, findet hier im Grunde keinen Grund, nochmals zuzuschlagen. Allen anderen, die auch mit abgedrehten Storys etwas anfangen können, sei das Saints Row 3 Remaster jedoch wärmsten empfehlen. Mir persönlich sagt das Ganze weitaus mehr zu als ein GTA.
 

Positiv

  • Saints Row 3 wie man es kennt und liebt...
  • Grafisch verbessert
  • "all inclusive"

Negativ

  • Saints Row 3 wie man es kennt und hasst
  • Alte Bugs im Remaster
  • wenig Charaktermodelle, eher leere Straßen
Userwertung
8.0 1 Stimmen
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Forum
  • von Azazel:

    Das Remaster fand seinen Weg auch in das nexGam Testlabor! Nexgam schrieb: Erfolg zieht Nachahmer nach sich. Ein Spruch, der so auch auf die Videospieleindustrie zutrifft. Daher ist es nicht verwunderlich, dass das große Grand Theft...

  • von Azazel:

    Ich liebe den völlig überdrehten vierten Teil. Episode 3 habe ich auf der 360 nur kurz gespielt. War mir zu „normal“. Auf der One habe ich nun das erste Kapitel beendet und habe festgestellt: es ist ja doch fast so abgedreht wie der vierte die zwischensequenzen im Remaster sind gut, das...

  • von bbstevieb:

    Digital Foundry ist begeistert: Mehr komplettes Remake als ein Remaster. Gleiche Auflösung für PS4Pro und One X (1440p) aber One X läuft mit (fast) gelockten 60fps....

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