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Saints Row 2 im Test

PlayStation3
Alles was sich im Videospiel-Business als Genre-Primus und Alleinherrscher wähnt, kann sich nicht mehr sicher fühlen! Es herrscht der Trend, Konkurrenzprodukte zu erstellen, die mal wirklich gefährlich werden können, oftmals allerdings auch wieder in der Versenkung verschwinden. Sandbox-Primus Grand Theft Auto hat hier eines der schwierigeren Lose gezogen – Saints Row hat sich bis jetzt auf dem Markt etabliert und bringt jetzt sogar einen Nachfolger raus! Wie sich dieser auf der PlayStation 3 schlägt – ihr erfahrt’s wie immer hier!
Saints Row 2 knüpft dort an, wo der Vorgänger beendet wurde- das Boot des Bürgermeisters ist, mit dem Alter Ego des Spielers an Board, explodiert – eine sichere Todesursache? Keineswegs! Das Opfer fällt lediglich anderthalb Jahrzehnte ins Koma und wacht urplötzlich in einem spartanisch eingerichteten Gefängniskrankenhaus auf, kann seine Gedanken schnell ordnen und bricht mir nichts, dir nichts aus. Als Spieler darf man seinen Charakter vor dem Aufwachen aus der Bredouille im Übrigen selbst designen – mit allerhand Individualisierungsmöglichkeiten. Ein muskulöser Mann, einen BH tragend mit Gothic-Schminke und Damen-Stimme ist ebenso möglich wie eine detailgetreue Nachbildung eurer eigenen Gesichts- und Körpermerkmale. Hier kann man bereits ein bisschen Zeit dran verplempern, da es sehr spaßig ist, den Charakter zu designen.

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Die 15 Jahre sind allerdings nicht spurlos an der Großstadt Stilwater vorbeigegangen. Die einst mächtige Straßenbande ’3rd Street Saints’, den auch der Protagonist angehört, ist nahezu untergegangen, andere Banden haben nun die Hegemonie über den Ort inne. Ebenso ist das ehemalige Heimviertel der Saints nach dem Tod des Bürgermeister durch die Ultor Corporation in einen Nobel-Bereich umgewandelt worden – die Bande ist also im wahrsten Sinne des Wortes heimatlos. Aber man dürfte sich nicht Saint schimpfen, wenn man nicht wild entschlossen, alles für die „Familie“ zu tun! Kurzerhand entschließt ihr also mit einem Kumpel, den ihr nicht gewaltfrei vor der Todesstrafe gerettet habt, euren Lebensinhalt wiederzubeleben.

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Die Story von Saints Row 2 bietet also sowohl Futter für den alt eingesessenen Saints Row-Zocker, als auch für Neulinge, da man sich relativ schnell zurechtfindet – nun kann der Spaß beginnen. In über 50 Missionen dürft ihr euch durch Stilwater ballern, um die Stadt am Ende des Spiels wieder als euer Eigentum deklarieren zu können. Wie im Vorgänger geht es auch in Saints Row 2 um Respekt. Heißt im Klartext: Bevor ihr jeweilige Missionen erfüllen könnt, müsst ihr euch eines oder mehrere der zahlreichen Mini-Spiele Respekt verschaffen. So müsst ihr manchmal einen Bodyguard spielen und fanatische Fans vom Promi fernhalten, Polizei spielen, Versicherungsbetrug begehen, Amok laufen, Immobilien ruinieren oder eine der vielen, vielen anderen Möglichkeiten ausprobieren – Saints Row 2 bietet wirklich eine Vielfalt von alternativen Unterhaltungsmöglichkeiten, die allesamt wirklich gut durchdacht und umgesetzt sind. Neben Respekt, Geld und neuen Missionen gibt es dazu hin und wieder ein paar Upgrades, wie z.B. eine höhere Ausdauer, Ermäßigungen bei Läden und so weiter – halt allerhand, wofür es sich zu spielen lohnt. Das Fahrverhalten ist übrigens im Arcade-Stil gehalten worden und geht recht einfach von der Hand. Des Weiteren kann man per Knopfdruck den Tempomaten aktivieren, sodass man sich bei Verfolgungsjagden aufs Lenken und Zielen konzentrieren kann.



Das Missionsdesign in Saints Row 2 ist ebenso wie der Rest des Spiels abwechslungsreich geworden – mal müsst ihr euch auf eigene Faust durch ein Gebäude ballern, mal auf einen Kompagnon aufpassen oder ihr seid in eine Verfolgungsjagd involviert. Auch die Fahrt zum jeweiligen Ziel ist ziemlich einfach, da das GPS-System euch einfach und problemlos dort hinführt. Solltet ihr in einem der Quests plötzlich ableben, gibt es oftmals Checkpoints, bei denen ihr wieder beginnen könnt – die Mission muss also nicht komplett wiederholt werden.

Das ausgefeilte Waffenarsenal beinhaltet neben der großen Auswahl an Wummen und Nahkampfwaffen auch einfache Gegenstände, wie Steine, Hydranten oder Telefonzellen, die man sich ganz simpel von der Straße holen und damit die Gegner malträtieren kann. Diese sind allerdings nicht sonderlich klug ausgefallen, stellen sich oftmals direkt vor die Flinte und ballern drauf los, ohne in Deckung zu gehen, sodass sie zu einem einfachen Ziel werden (vor allem mit der Shotgun). Glücklicherweise wird die Anti-K.I. durch eine massenhafte Anzahl an Gegnern pro Mission wieder wettgemacht.

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Einer der auffallenden Kritikpunkte in Saints Row 2 ist die relativ durchwachsene Grafik, die deutlich hinter GTA IV liegt. Neben den eher matschigen Texturen und den nicht besonders fulminanten Effekten treten hin und wieder Pop-Ups und Ruckler auf, die ganz klar keinen Spaß machen. Bei einer solch großen Stadt wie Stilwater ist es allerdings verständlich, wenn das grafische Niveau nicht auf dem anderer PS3-Titel liegt. Die Gewaltdarstellung ist allerdings auch sehr in Frage zu stellen, da teilweise wirklich sehr brutale Szenen dargestellt werden – eine festgehaltene Geisel kann auf Knopfdruck per Kopfschuss ausgeschaltet werden, beim Angriff mit der Kettensäge wir in eine Art ‚Cinecam’-Ansicht geschaltet. Dass Gewalt zu diesem Spiel gehört, ist keine Frage, doch ist der Splatter-Faktor in einigen Momenten doch ein bisschen zu hoch.

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Im Sound gibt’s eigentlich nicht zu mäkeln. Gott sei dank, dass die englischsprachigen Synchronisationsstimmen beibehalten wurden, die lediglich mit deutschen Untertiteln versehen sind. Die vielen Radiosender im Auto beinhalten manche Titel, die auch aus dem „realen“ Radio bekannt sind und auch Soundeffekte, wie Schuss- oder Motorengeräusche sind durchaus passabel.

Renke meint:

Renke Rockstar Games sollte sich warm anziehen – Saints Row 2 ist unglaublich ausgefeilt und umfangreich. Neben der enormen Hauptstory gibt es schier unendlich Möglichkeiten, sich anderweitig die Zeit zu vertreiben. Selbst GTA IV wird in diesem Punkt übertroffen. Technisch zwar schlechter als die Konkurrenz, ist der Titel in allen anderen Aspekten auf jeden Fall gleichwertig und bietet viele Stunden unterhaltsamen Spielspaß!

Positiv

  • Enormer Umfang
  • Tolle Story
  • Intuitives Gameplay

Negativ

  • Teilweise hoher Splatter-Faktor
  • Technisch nicht ausgereift
Userwertung
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