The Elder Scrolls Online im Test

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Vierzehn Monate nach dem Release auf dem PC kommt The Elder Scrolls Online nun endlich auf Konsole. Die Abo-Gebühren wurden mittlerweile fallengelassen und man baut auf ein neues Geschäftsmodell. Wir wagten einen verspäteten Ausflug auf das Konsolen-Tamriel.

Screenshot_20150406_145852_1428915958Ein Jahr ist eine lange Zeit im Gaming. So ist die Grafik 2014 auf dem PC schon nicht mehr zeitgemäß gewesen und auch auf der Konsole kein Leckerbissen. Zudem fühlt es sich hier und da ein wenig altmodisch an, was auch an den klassischen Elder-Scrolls-Solo-Wurzeln liegen mag, die ja auch nicht mehr die Jüngsten sind …

Die Action startet mit der Gefangenschaft eures erstellten Helden in Coldharbour, welches vom teuflischen Daedra-Prinzen, Molag Bal, beherrscht wird. Nach erfolgreicher Flucht findet sich euer Charakter auf einer Ecke des frei erkundbaren Kontinents von Tamriel wieder, bereit für die ersten Aufgaben und Quests. Welche Aufgaben einem dabei offen stehen und wo man startet, hängt dabei von der Wahl der Fraktion bei der Charaktererstellung zusammen. Anschließend hat der Spieler die Wahl entweder den Questreihen zu folgen – und so nach und nach weitere Teile von Tamriel zu erkunden – oder in bester Elder-Scrolls-Manier einfach mal querfeldein zu rennen und die Welt zu erkunden.

 
Screenshot_20150406_152533_1429606322Wenn man ein MMO vom PC auf die Konsole portiert, stellt sich zwangsweise die Frage nach der Steuerung. Viele Skills und Funktionen wollen von einer Tastatur auf einen Controller übertragen werden. Die Konsolenversionen sind dabei gut gelungen. The Elder Scrolls Online schafft den Spagat zwischen den Echtzeit-Kämpfen, die man schon aus Skyrim und Oblivion kennt, und der Hotkey-orientierten Steuerung eines klassischen MMOs. Der linke Trigger blockt, der rechte schlägt, die Frontbuttons können frei mit Skills belegt werden, das kennt man so weit schon aus Skyrim. Auch die Menüstrukturen profitieren von der Konsolenerfahrung Bethesdas und so sind die Menüs zwar umfangreich, aber meist mit 1-2 Klicks zu erreichen, sodass sich die Überlastung in Grenzen hält. Lediglich die Karte ist nicht mehr so umfangreich und schön zu bedienen, wie es noch bei Skyrim der Fall war. Eine Minimap gibt es nach wie vor nicht, sodass ihr euch serientypisch an einem Kompass an der Oberseite des HUDs orientieren müsst. Lediglich an eine Neuerung müssen sich Konsoleros gewöhnen: Da der Titel ein MMO ist und man ständig online unterwegs ist, wird das Spiel natürlich nicht pausiert, wenn man sich durch die Menüs klickt. Sucht euch also ein stilles Plätzchen oder eine Stadt, um euer Inventar zu verwalten.
 
Screenshot_20150408_163523_1428915961Wie eingangs bereitis kurz angerissen, ist Elder Scrolls Online technisch nicht mehr auf der Höhe wie die Konkurrenz. Ein Witcher 3 oder auch Dragon Age: Inquisition sieht deutlich detaillierter und imposanter aus als Bethesdas MMO. Alles wirkt etwas spartanischer und vor allem weniger organisch. Trotzdem bietet Tamriel vor allem eins: Abwechslung in den Landstrichen. Viel gibt es zu sehen, die weitläufigen Provinzen unterscheiden sich optisch deutlich. Framerate und Weitsicht sind jedoch vorbildlich.
 
Dem Questdesign merkt man deutlich die Solo-Wurzeln der Serie an. Viele Quests, insbesondere das Mainquest, lassen sich ganz alleine lösen, sodass auch klassische Elder Scrolls Fans mit dem Online-Ableger ihren Spaß haben können, ohne ständig auf der Suche nach Mitspielern zu sein oder Gilden beitreten zu müssen. Jedoch ist man auch auf Solomission oft nicht allein unterwegs. Überall rennen in Tamriel andere Helden rum, oft auf dem gleichen Weg wie ihr. Ist man auch nicht verabredet oder organisiert, so helfen doch die Kollegen gerne einmal bei der Beseitigung eines Gegnermobs und schlussendlich bei der Erfüllung des Quests. Loot bleibt dabei großteils individuell aufgeteilt, Streitereien um die Beute ist vorprogrammiert.
 
Screenshot_20150409_150604_1429606324Das Questdesign ist glücklicherweise besser gelungen als bei vielen anderen MMOs. Neben den klassischen Hol- und Bring-Aufgaben oder »Töte x Monster und sammel deren Fleisch« bietet TESO auch andere Questinhalte wie Ermittlungen, das Erforschen von Mysterien oder das Treffen von moralischen Entscheidungen mit Auswirkungen für die Protagonisten.

Das alles lässt TESO eher als einen Mischling aus MMO und klassischem Single-Player-RPG erscheinen. Bethesda schien nicht bereit, sich radikal von den Singleplayer-Wurzeln zu lösen, was nicht zuletzt den Fans der Singleplayer-Episoden gefallen wird. So können auch Spieler, die keine Lust auf MMO aber wohl auf ein Elder Scrolls, in Elder Scrolls Online eintauchen.
 
Screenshot_20150409_164449_1428915962Typisch für die Serie ist auch das Levelsystem, welches weniger auf Erfahrungspunkten beruht, als auf der Nutzung von Fertigkeiten. Die Charaktergestaltung und Verteilung von Skills ist dabei nahezu frei, so ass der Wunschcharakter mit Wunschfertigkeiten keine Illusion bleibt.
 
Kein Bericht über ein MMO ohne über den Kostenfaktor zu sprechen. Auf dem PC noch mit monatlichen Gebühren gestartet, ist TESO mittlerweile ohne monatliche Kosten spielbar. Neben dem Verkaufspreis des Spiels finanziert Bethesda die Onlinewelt durch Einnahmen aus dem In-Game-Kronenshop. Hier können eilige Spieler Experience Boosts kaufen oder besonders schicke Kleidung – gegen Echtgeld natürlich. Auch die in MMOs beliebten Reittiere, die schnelles Reisen ermöglichen, sind im Kronenshop erhältlich. Dankenswerterweise fühlt sich das Spiel nicht wie ein Vertreter der Gattung »Pay-to-win« an, sodass auch ohne Ausgaben im Kronenshob das Abenteuer problemlos genossen werden kann.



Heiko meint:

Heiko

Ich persönlich bin kein Fan von MMOs, wohl aber ein großer Fan der Elder-Scrolls-Saga. So war ich doch ein bisschen erleichtert, dass mich Bethesda das Spiel weitestgehend allein erleben lässt. Kein Suchen nach teils trollenden und nervenden Mitspielern. Wer nur Abenteuer in einer exotischen Fantasywelt sucht, ist mit dem Titel gut bedient. Das heißt nicht, dass Onlinespieler die Finger von Elder Scrolls Online lassen sollen. Wer will, kann sich online treffen, PVP Kämpfe austragen und in Gruppen mit Voicechat auf dem Ohr riesige Bosse zu Fall bringen. Ansonsten findet man alles, was man von einem Elder Scrolls Titel erwartet. Böse Daedra, massig Items, fröhliches Craften und vor allem sehr viel Land zu erkunden.
 

Positiv

  • Quasi ganz Tamriel erforschbar
  • Keine monatlichen Abo-Gebühren

Negativ

  • Grafisch nicht mehr up to date
Userwertung
7.575 4 Stimmen
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Forum
  • von Mistercinema:

    der neue Verlies-DLC The Elder Scrolls Online: Waking Flame ist ab sofort für PC/Mac und Stadia verfügbar. Für Xbox Series X|S, Xbox One, Xbox Game Pass, PlayStation 5 und PlayStation 4 erscheint Waking Flame am 8. September. Den Veröffentlichungs-Trailer zu The Elder Scrolls Online: Waking...

  • von Mistercinema:

    mit Blackwood ist das neueste Kapitel der The Elder Scrolls Online-Saga ab sofort auch für Xbox One und PlayStation 4 verfügbar - durch die Abwärtskompatibilität auch spielbar auf Xbox Series X|S und PlayStation 5. Bereits am 1. Juni erschien The Elder Scrolls Online: Blackwood für PC/Mac und...

  • von Mistercinema:

    Es war klar und hier ist die offizielle Bestätigung - auf gehts auf PlayStation 5 und Xbox Series Wie bereits letzte Nacht während unserer Kapitelvorschau zu Blackwood enthüllt, erscheint The Elder Scrolls Online: Console Enhanced, eine Next-Gen-Version für Xbox Series X|S und PlayStation 5,...

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The Elder Scrolls Online Daten
Genre Rollenspiel
Spieleranzahl -
Regionalcode regionfree
Auflösung / Hertz -
Onlinefunktion Ja
Verfügbarkeit 2015-06-09
Vermarkter Bethesda Softworks
Wertung 8
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