Marvel vs Capcom Infinite im Test

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Zum siebten Mal lässt Capcom ihre Serienhelden gegen die Comicwelt von Marvel antreten und fügt, wohl von Netherreal Studios inspiriert, endlich eine ordentliche Storykampagne hinzu, die Nerdgasm am laufenden Band versprechen soll.
 

Marvel_vs_Capcom_Infinite3Die Jungs und Mädels beider Fraktionen haben ein echtes Problem. Marvels Bösewicht Ultron hat sich mit Mega Mans finalen Endgegner Sigma verbündet. Gemeinsam in der Fusion von Ultron Sigma führen sie eine Horde von Robotern und einem ansteckenden Virus an die Front, um beide Dimensionen zu vernichten. Hier kommen die sechs Infinity Steine ins Spiel welche die Helden brauchen, um die Gefahr zu bannen. In der gut Dreistündigen Storyline schlüpft ihr in jede Rolle der 30 Figuren und tragt meist 2 vs. 2- Matches aus. Als Lückenfüller und Prügelknaben dienen oft Ultrons Roboterarmeen. Hierbei hat man gelegentlich das Gefühl, dass die Spielzeit absichtlich gestreckt wurde. Unterm Strich ist der Storymode eine nette Sache, er unterhält, kommt aber bedauerlicherweise nicht an den hohen Standard von Injustice 2 heran. Hier hatten die Storyschreiber von Capcom kein so gutes Händchen wie die Jungs von den Netherreal Studios. Dieser Umstand ist allerdings auch dem Setting beider Universen geschuldet ist.

Negativ anmerken muss ich leider zudem den schlecht ausbalancierten Schwierigkeitsgrad. Diese schwankt nämlich wie ein löchriger Jengaturm. Einige Fights sind so einfach, dass sie binnen weniger Minuten vorbei sind. Bei anderen Kämpfen wiederum, zum Beispiel der mit Nemesis aus Resident Evil 3, würde man aufgrund der Unfairness am liebsten den Controller in die Ecke werfen. Auch hier macht Injustice 2 alles besser. Reden wir über das Kampfsystem. Mit Marvel vs. Capcom: Infinite wollte man eindeutig eine höhere Zugänglichkeit erreichen, um Genre-Anfänger und Marvelfans die sonst mit Prügelspielen a la Street Fighter wenig am Hut haben zu begeistern. Die Kampfaktionen sind, wie man es von der Serie her kennt, schön chaotisch und bombastisch insziniert. Dank mühelosem Buttonmashen kann man schnell Combos erreichen und die Super-Attacken sind mittels drücken zweier Aktionstasten sofort aktiviert. So muss der Neuling sich nicht mit komplizierten Tastenkombinationen rumschlagen. Allein mit diesen leicht ausführbaren Moves bin ich online gegangen und habe festgestellt das Capcom das Balacing doch weitgehend so hinbekommen hat, dass man dabei nicht zu übermächtig wirkt.


Marvel_vs_Capcom_Infinite5Das Auswechseln der Figuren im Kampf wurde im Vergleich zu den Vorgängern geringfügig verändert so das ihr sofort den Teamkollegen holen. So ist eine perfekte Anreihung von Combos zu erreichen. Selbst während dem Ausführen von Super Attacken lässt sich Hilfe rufen. Vor jedem Fight wählt ihr zudem einen Infinite Stein, der euren Kampfstyle unterstreicht. Ist zum Beispiel der Time Stone bestückt, könnt ihr blitzschnell auf die andere Seite des Bildschirms wechseln. Der Space Stone wiederum hält den Feind in einem begrenzten Raum gefangen, ihr indessen dürft euch frei bewegen. Unterm Strich ist die Auswahl ein wertvolles taktisches Element um die bekannten Crossover-Fights noch interessanter zu machen. Neben dem Online- bzw. Storymodus hat Capcom die Kritik bei Street Fighter V erhört und einen Arcademodus bei Marvel vs. Capcom: Infinite hinzugefügt. Dazu gibt es einen Trainings- und Missionsmodus der sich ausgiebig mit dem perfekten beherrschen der Kampftechniken jeder Figur auseinandersetzt. Was die Qualität der Onlinematches angeht kann ich nur lobend erwähnen, dass der Netzcode ordentlich ist. In der Vielzahl meiner Kämpfe im Netz kam es zu keinen Abbruch bzw. Lags. Hin und wieder aber zickte zu Anfang die Engine, wenn es darum ging, einen passenden Gegner zu finden.

Als grafischer Motor hat sich Capcom erneut für die Unreal Engine entschieden, welche die Action gekonnt in Szene setzt. Alle Figuren haben einen leichten plastischen Look erhalten, damit sie vom Artstyle besser zusammenpassen. Gefallen haben mir die oft überheblichen Unterhaltungen der Charaktere in der Storykampagne nicht wirklich. Oft gibt es belanglose Oneliner die einfach nur zum Fremdschämen sind
 

Dominic meint:

Dominic

Mit Injustice 2 wurde ich, was die Einzelspielerkampagne angeht, richtig verwöhnt. Bei keinem anderen Beat em Up war das Zusammenspiel von Geschichte und Fights so perfekt aufeinander abgestimmt wie bei diesem Titel. Mit Marvel vs. Capcom: Infinite versucht Capcom nun gleich zu ziehen, schafft das aber nur halbherzig. Dafür gefällt mir das Kampfsystem bei den Japanern besser und die Spielmechanik mit den Infinite Stones gibt eine gute taktische Würze. Doch im Vergleich zu anderen Marvel vs. Capcom-Titeln muss der neuste Sprössling leider Federn lassen. Weg sind die geliebten 3 vs. 3-Fights, die Auswahl der Stages sind gering und was das Kämpferfeld angeht, sollte man keine Überraschungen erwarten.

Positiv

  • Storymodus mit dreistündiger Spielzeit
  • Onlinemodus solide
  • Kämpfe sehen spektakulär aus

Negativ

  • Keine 3 vs. 3- Matches mehr
  • Wenige Stages
  • Unterhaltungen in der Kampagne oft dumm
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Forum
  • von Civilisation:

    Und hier ist Dominics Test zum Spiel. Marvel vs. Capcom: Infinite Zum siebten Mal lässt Capcom ihre Serienhelden gegen die Comicwelt von Marvel antreten und fügt, wohl von Netherreal Studios inspiriert, endlich eine ordentliche Storykampagne hinzu, die Nerdgasm am laufenden Band...

  • von pseudogilgamesh:

    edit: Especially before it breeds with her: ...

  • von Phill XVII:

    Die Liebe steckt im Detail. ...

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