Injustice 2 im Test

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Während Marvel seit Mitte der Neunziger Capcom als Hauptentwickler nutzt, um ihre Superhelden gut aussehen zu lassen, hat DC Comics sich dessen Konkurrenten NetherRealm Studios (die Mortal Kombat-Entwickler) an Land gezogen. Diese zeichnen sich besonders nach Injustice: Gods Among Us als eine gute Wahl.

injustice_2_1Mortal Kombat gehört seit den frühen Neunziger Jahren zu den Prügelspielen, die ich am wenigsten mochte. Ob Kampfsystem, Storyline oder die damals schockierenden Fatalities, ich konnte mit keinem Feature des Arcadetitels etwas anfangen. So probierte ich über die Jahre immer weitere Ableger aus, doch meine Meinung stand wie ein Fels in der Brandung. Dies änderte sich aber mit dem Release von Mortal Kombat X, das zum ersten Mal mein Interesse weckte. Hier war es weder das Kampfsystem noch dessen Universum, sondern wie man den Storymodus ausarbeitete. War man es als Street Fighter-Veteran von Games dieser Art gewohnt, nach ein paar Matches einen kurzen Abspann zu sehen, haben sich die Mortal Kombat-Entwickler die Mühe gemacht, eine wirklich gute Storyline zu erzählen.  Hier nehmen alle Protagonisten ihren Teil ein. Dieses Feature war auch im  ersten Teil von Injustice: God Among Us, wie auch dessen zweiten Teil beibehalten.

Die Geschichte dreht sich um die Rivalität zwischen Superman und Batman. Der Mann aus Stahl ist zwar immer noch Verbrechensbekämpfer, doch nach dem Ableben seiner Frau Louise exekutiert dieser lieber sofort die bösen Jungs, ohne sie vor Gericht zu stellen. Batman ist natürlich der Meinung, das auch Gangster das Recht  auf einen fairen Prozess haben, und ist somit in seiner Gruppierung ein Verfechter der etwas harmloseren Verbrechensbekämpfung. Diese beiden Parteien, obwohl sie alle untereinander befreundet sind, bekämpfen sich nun. So ist es eigentlich ein guter Zeitpunkt, das Brainiac auf der Tanzfläche erscheint, um sich die ganze Erde einzuverleiben. Unter diesen neuen Voraussetzungen leben alte Verbindungen wieder auf und gemeinsam versuchen die Helden von DC-Comics das Unheil abzuwenden.


injustice_2_3So werdet ihr in der gut fünf Stunden langen Storykampagne in die Haut von Wonder Woman, Flash, Robin und anderen bekannten Figuren schlüpfen, die mit so einer Liebe ausgearbeitet wurden, dass der Comicfan sich vor Freude über die Autenzität drei Mal im Kreis drehen wird. Zwischen den Fights schreitet die Geschichte weiter voran und erreicht an sehr vielen Stellen echtes Hollywood-Niveau. Dabei erstaunt es immer wieder, wie NetherRealm Studios es trotz 28 DC-Figuren schafft, jedem Charakter Raum zu geben, ohne das dieser in der Flut von Insiderwissen und Geschehnissen untergeht. Das hat aktuell kein Kinofilm mit DC-Charakteren geschafft! Das Kampfsystem ist größtenteils aus dem Vorgänger übernommen. So lässt sich die Umgebung wieder schön in die Action mit einbeziehen und bei aufgefüllten Super Meter kann es so jeder Superheld krachen lassen. Natürlich wurde das Balacing so ausgelegt, das normale Comichelden a la Batman und Co. es auch gegen Halbgötter wie Superman oder Wonder Woman aufnehmen können.

Neu hinzugekommen ist ein Gear System, wo ihr beim Durchlaufen der Geschichte und dem Multiversum (gleich mehr dazu) Ausrüstung ergattert. Diese können den DC-Helden bzw. Schurken angelegt werden und verbessern in vier Attributen ihre Stats. Zudem lassen sich weiter Special Attacken in den Charakterslots einfügen, die ihr vorher freispielt. Mit euren hochgerüsteten Protagonisten könnt ihr auch Online gehen und so weiter versuchen bessere Items zu ergattern. Habt ihr einen großen Freundeskreis, lässt sich eine Gilde erstellen. Hier können bis zu 50 Mitglieder an kooperativen Aufgaben teilnehmen. Das Multiversum ist der zweite große Einzelspielermodus, der mit den Living Towers aus Mortal Kombat vergleichbar ist. Hier müsst ihr mit einer Spielfigur Kämpfe bestreiten, wo immer wieder neue Herausforderungen gestreut werden. Je nach Schwierigkeitsgrad fällt die Belohnung auch besser aus.

injustice_2_5Aktuell ist der Zustand des Onlinemodus eine gemischte Erfahrung. Die Suchengine verrichtet schnell ihre Arbeit, obwohl es ihr oft schwerfällt, einen vergleichbaren Kontrahenten zu finden. Die Kämpfe selber werden gelegentlich von kleinen Lags geplagt, die sich aber im Rahmen halten. Spielabbrüche gab es äußerst selten. Ein grosses Lob verdient die deutsche Vertonung, die gepaart mit der hollywoodartigen Präsentation echte Kinoatmosphäre vermittelt. Die Präsentation selbst ist trotzt veralteter Unreal 3-Engine schön anzusehen. Nur in der Nahaufnahme wirken manche Gesichter wie bei Supergirl zu puppenhaft. Eyecandy sind jedes Mal die Super-Manöver, wo zum Beispiel Batman seinen Kontrahenten mithilfe des Batwings in die Lüfte bringt und mittels MG und Raketen diesen unter schweren Beschuss nimmt. Sehr cool!

Dominic meint:

Dominic

Injustice 2 ist genau das Spiel, das ich erwartet habe. Eine sehr gut gemachte Einzelspielerkampagne, einen soliden Mehrspielermodus und mittels dem Multiversum genug Spielspaß für mehrere Wochen. Bedauerlicherweiße gibt es keinen Tag-Teammodus, der bei so einem Titel ein Muss wäre. Doch möchte ich nochmals hervorheben, wie viel Liebe zum Detail die Mortal Kombat-Macher in ihr neustes Prügelspiel steckten. Ob es die Ausarbeitung der Figuren ist, deren Scripts oder die authentischen Manöver: Für Fans von DC gibt es zur Zeit nichts Besseres, was den Comics gerecht wird.

Positiv

  • Tolle Inszenierung der DC-Charaktere
  • Sehr gute Storykampagne
  • Viel Content dank Multiversum

Negativ

  • Lags im Onlinemodus
  • Kein Tag-Teammodus
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Forum
  • von Civilisation:

    Dominic hat diverse Helden aufeinander prallen lassen, das ganze wissenschaftlich analysiert und das Ergebnis hier im Test niedergeschrieben. Injustice 2 Während Marvel seit Mitte der Neunziger Capcom als Hauptentwickler nutzt, um ihre Superhelden gut aussehen zu lassen, hat DC...

  • von aldi404:

    ...

  • von aldi404:

    Das müsste Damian Wayne sein.

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