DOOM im Test

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Wie sehnsüchtig habe ich darauf gewartet, diese vier Großbuchstaben auf meinem Fernseher flimmern zu sehen. DOOM ist zurück und das in seiner ganzen Härte. DOOM war 1993 Wegbereiter für ein ganzes Genre und brillierte durch seine düstere Atmosphäre und einem großartigen Leveldesign. Jetzt 13 Jahre später veröffentlicht id Software einen Reboot, der das damalige Gameplay in neuem Gewand präsentieren möchte. Ob das Bethesda gelungen ist, wollen wir heute klären. Wie ein kleines Kind saß ich unruhig in meinem Sessel, als ich das Ende des Downloadladebalkens der 100 Prozent näher kommen sah. Bereits vor einige Wochen und Monaten sah man Screenshots und Trailer, die einen die Kinnlade heruntergleiten ließen. id Software steht seit jeher in Sachen Grafik für Glanzleistungen und auch bei DOOM wollten sie zeigen, was in ihrer eigens kreierten Grafikengine steckt. Endlich! Der Download ist durch und hastig wird das Spiel gestartet. Prominent mit großen Lettern prangt der Spieltitel am Fernsehschirm. Im Hintergrund lodernde Flammen und Metalmusik. Ich bin wieder zu Hause. Willkommen in der Hölle!

DOOM-03Doch in der Hölle bin ich gar nicht, denn der Ausgangspunkt der Geschichte ist auf dem Mars. Dort wurde in der Basis der UAC »versehentlich« das Tor zur Hölle geöffnet und seither strömen allerlei Dämonen durch dieses Schlupfloch auf die Planetenoberfläche und greifen an, was nicht ihrer eins ist. Von alledem bekommt ihr selbst allerdings  am Anfang nichts mit, denn DOOM beginnt genauso, wie man es von dem Spiel erwartet. Mit einem lauten Knall. Man liegt festgekettet auf einem Tisch und löst sich gewaltsam von den Ketten. Zwei Dämonen stürmen auf einem zu, die man sofort erledigt. Pfeilschnell hasten wir durch die düsteren Gänge, begleitet von markerfüllendem Geschrei, die in den Korridoren hallen. In den größeren Räumen erwarten uns zahlreiche Feinde, die aus der Hölle emporsteigen. Diese nutzen keine Deckung, sondern laufen aggressiv auf uns zu. Ihr müsst also in Bewegung bleiben, um ihnen zu entkommen und einem nach den anderen auszuschalten.
 
Im Gegensatz zu anderen Shootern müsst ihr dabei nicht nachladen. Ihr habt ein Magazin, das mehr oder weniger prall gefüllt ist. Ist es leer, wechselt ihr die Waffe oder besorgt euch Munition. Diese erhaltet ihr durch das Erledigen von Feinden. Neu hinzugekommen sind ebenfalls die so genannten Glory Kills. Habt ihr einen Gegner so weit geschwächt, dass er kurz vor dem Ableben ist, beginnt er zu Taumeln und bekommt ein schimmerndes Leuchten. Dann ist er bereit für den finalen Schlag. Diese Todesanimation hat aber nicht nur einen visuellen Wert, sondern hilft euch im Spiel auch weiter. Nicht nur, dass ihr während dieser Animation kurzzeitig unverwundbar seid, ihr bekommt ebenso ein gewisses Maß an Heilungspunkte zurück. Denn eine automatische Regeneration wie in modernen Shootern gibt es nicht, DOOM ist hier ziemlich Old School.
 
DOOM_neXGam_12Spielerisch ist DOOM ein reiner Adrenalinrausch. Pfeilschnell läuft ihr in 1080p und 60 Frames durch die Gänge und erledigt zahlreiche Feinde. Wenn Gegner erscheinen treibt euch die im Hintergrund laufende Heavy Metal Musik zusätzlich an. Selten machte es so Spaß sich einfach nur der unkomplizierten Action hinzugeben. Doch das Spiel zeigt auch seine andere Seite. Falls euch mal kein Feind vor die Flinte läuft, ergötzt ihr euch an der großartigen Optik. Zwar wird die Grafik geprägt von dunklen Tönen der Station und dem orange des Marsbodens, dennoch ist alles stimmig und vor allem durch die Lichteffekte entsteht diese düstere Horroratmosphäre. Die Gänge sind verwinkelt und man arbeitet auch mit der vertikalen Ebene. In den teils verwinkelten Leveln sind zahlreiche Geheimnisse versteckt, die entdeckt werden wollen und weitere Boni geben. Hier ist das Automapping leider nur bedingt hilfreich. Ich habe mich sofort an Metroid Prime 1 zurückerinnert, denn dort war die dreidimensionale Karte zu Anfang ebenfalls mehr verwirrend als hilfreich. So werdet ihr euch hin und wieder fragen, wie ihr zu einer bestimmten Stelle überhaupt hingekommen seid.
 
Im weiteren Spielverlauf kommen noch Herausforderungen hinzu, die ihr abschließen könnt um zusätzliche Boni freizuschalten. Im Gegensatz zum klassischen DOOM hat jede Waffe noch einen Zweitmodus, der durch Waffenpunkte aufgelevelt werden kann. So bekommt eine Shotgun die Möglichkeit zweimal kurz hintereinander zu feuern oder das Plasmagewehr kann kleine Suchraketen abschießen. So gewinnt das Waffenarsenal etwas mehr an Variation. Spieler des Originals werden sich in Sachen Waffen sofort wiederfinden, da man alle Waffen des Originals mit integriert hat. Selbst die BFG, die Big Fucking Gun, hat seinen Weg wieder ins Game gefunden, auch wenn die Munition dafür verständlicherweise rar ist. Besonderen Stellenwert hat die berühmt berüchtigte Kettensäge im neuesten Werk. Diese wird mit Sprit betrieben, der abnimmt sobald man einen Feind damit erledigt  hat. Je größer der Dämon ist, den man mit ihr erledigt, desto mehr Benzin verbraucht sie. So sollte man die Kettensäge stets als Joker in der Hinterhand haben, wenn die Lebenspunkte zur Neige gehen und die Munition für größere Gegner womöglich nicht mehr reichen sollte.
 

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Neben der etwa zehn bis zwölf Stunden umfassenden Kampagne findet ihr natürlich auch einen Mehrspielermodus vor, der seit jeher Pflichtprogramm im Spiel ist. Hier findet ihr aber eher die klassischen Mehrspielermatches vor. Auf relativ kleinen und engen Karten sind direkte Auseinandersetzungen mit dem Feind an der Tagesordnung. Es gibt keinen Ort sich zu verstecken, was gut zum flotten Gameplay des Titels passt. Was DOOM von anderen First Person Shootern im Multiplayer unterscheidet ist die Tatsache, dass ein Spieler sich im Laufe des Matches in einen Dämon verwandeln kann. Dazu erscheint zufällig im Level eine Dämonenrune. Sobald man diese berührt, verwandelt sich der Spieler in einen Dämon, den man vor dem Match im Loadout ausgewählt hat. Dieser ist schier übermächtig und muss von mehreren Gegnern bekämpft werden, damit er erledigt werden kann. Durch diese kurzzeitige Übermacht ist es aber durchaus möglich ein verloren geglaubtes Match zu drehen und so kann dieser zu einem wichtigen, taktischen Element werden.
 
Was DOOM damals auch ausgemacht hat, war die Tatsache, dass man selbst Levels bauen und diese ebenfalls spielen konnte. Das wurde auch beim Reboot mit berücksichtigt und nennt sich Snapmaps. Dahinter verbirgt sich ein leistungsstarker Editor, der in mehreren kleinen Tutorials brauchbar erklärt wird. Daraus lassen sich sowohl komplette Levels für Einzelspieler, als auch teambasierte Überlebensmodi und sogar kleine Geschicklichkeitsspielchen erstellen. Also Beispiele werden solche Karten gleich von id Software mitgeliefert, damit man sich Inspirationen für eigens erstellte Karten holen kann, die man natürlich mit der Community austauschen kann.
 
 

Michael meint:

Michael

Die Erwartungen waren riesig und wurden in keinerlei Hinsicht enttäuscht. DOOM ist genau der Actionkracher geworden, den man erwartet hat ohne wenn und aber. Manch einer könnte eventuell enttäuscht sein, da man eher Abstand nimmt vom Gameplay eines Doom 3, doch dafür ist es wirklich Back to the roots, so wie man es versprochen hat. Dennoch merkt man moderne Einflüsse, wie die Einführung der Glory Kills und Herausforderungen, die das Gameplay etwas auflockern und auch variabler machen. Kleinere Schwachpunkte sind die teils unübersichtliche Automap und die sehr seichte Story, die mehr Mittel zum Zweck ist. Aber mal ehrlich: Wer hat bei DOOM eine tiefgründige Geschichte erwartet? Wer also Bock auf satte Action hat, der muss sich DOOM gönnen. Ohne Wenn und Aber!

Positiv

  • schnelle, kompromisslose Action mit konstanter Framerate
  • Snapmap zum Erstellen und Teilen eigener Levels
  • einige Collectibles zum Sammeln

Negativ

  • optisch fehlt etwas Abwechslung
Userwertung
8.0 8 Stimmen
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Forum
  • von BigJim:

    Dragon schrieb: Als ich Doom³ spielte war ich weit, weit aus jünger als heutzutage und trotzdem hat mir das Spiel Null Angst gemacht oder irgendwo Atmo aufgebaut. Da fand ich manche Abschnitte im ersten Half-Life fieser, obwohl das nie auf...

  • von Dragon:

    Quake, Doom auf Leicht? Dann braucht man auch gar nicht spielen/üben. Ziel ist irgendwann nightmare. Erst dann entfalten die Games ihr wahres astreines, süchtig machendes Shooter Gameplay. Was F.E.A.R 3 nicht Ansatzweise hat. Genau wie in Serious Sam kann ich Shooter nicht leiden, wo man mir,...

  • von pseudogilgamesh:

    google.com/search?q=komisch+de…&sourceid=chrome&ie=UTF-8 seltsam, sonderbar und mit jemandes Erwartungen, Vorstellungen nicht in Einklang zu bringen Ich kenne doch den guten khaos seit Langem, der hat's "negativ" gemeint Zum lachen wird's ihn jedenfalls nicht animiert...

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