WorldEnd Syndrome im Test

PlayStation 4

Es ist noch gar nicht so lange her, dass das Genre der Visual Novels in Deutschland so richtig Fuß gefasst haben. Ich erinnere mich an Nine Hours, Nine Persons, Nine Doors, das ich auf dem Nintendo DS verschlang und das ist erst etwa 10 Jahre her. Seither sind vor allem auf der PlayStation Vita einige Spiele dieses Genres erschienen und vor allem PQube aus England sorgen für steten Nachschub. Jetzt erscheint mit WorldEnd Syndrome ein weiterer Vertreter seiner Zunft für PlayStation 4 und Nintendo Switch und soll die Spieler an die Konsolen fesseln. Ob das so klappte?

WorldEnd-Syndrome-02Die Geschichte beginnt in einem Zug, der auf dem Weg nach Mihate Town ist. Man  kommt im Prinzip von außerhalb, aber zieht in das kleine, verschlafene Städtchen, um fortan dort zu leben. Weshalb das geschieht, erfährt man jedoch zunächst nicht. Im Abteil befindet sich außerdem eine junge Frau, die einen Artikel über Mihate verfasst. Darum soll es über die Mythen und Folklore der Stadt gehen, denn es existiert eine Legende über die Yomibito, die den Ort alle 100 Jahre heimsuchen sollen. Mehr möchte ich euch von der Geschichte an dieser Stelle nicht verraten, auf jeden Fall gibt es einige Mysterien und Wendungen in der Story, die euch stets bei der Stange halten werden.
 
WorldEnd Syndrome ist dabei eine klassische Visual Novel, die gern mal mit den Klischees spielt, doch ist sie im Grunde so viel mehr. Bereits zu Beginn fällt der großartige Grafikstil auf. Neben den tollen handgezeichneten Charakteren aus der Feder von Yuki Kato, der sich ebenso für die Illustrationen von der Blazblue Reihe verantwortlich zeichnet, sind auch die Hintergründe nicht nur Standbilder, sondern haben animierte Details, um die Szenerie lebensechter wirken zu lassen. Diese werden mit einer passenden Hintergrundmusik untermalt, sodass die Immersion deutlich gesteigert wird. Dazu gehört die Sprachausgabe zu den einzelnen Figuren, die aber leider nur auf Japanisch gehalten ist.
 
WorldEnd-Syndrome-01Das Game nimmt sich anfangs viel Zeit, um den Spieler in die Spielwelt und in die Charaktere einzuführen. Dabei sind die Dialoge durchaus witzig und auch sehr gut geschrieben, jedoch solltet ihr der englischen Sprache mächtig sein, sonst werdet ihr das Spiel nicht vollends genießen können. Der Prolog an sich ist ebenfalls sehr linear gehalten, zwar kann man ab und an eine Dialogentscheidung treffen, allerdings haben diese kaum Auswirkungen auf den Verlauf des Gesprächs. Die Charaktere bestehen vorrangig aus weiblichen Personen, da man vor allem im späteren Verlauf diese auch daten kann. So ist die Visual Novel eine Mischung aus Datingsimulation und Mysterystory, wobei sich die beiden Genres überraschend gut ergänzen und das Spiel abwechslungsreich gestalten.
 
Die weiblichen Charaktere umspannen dabei alle Archetypen: von der quirligen Tennisspielerin, über die wortkarge, zurückhaltende Person bis hin zum verwöhnten, reichen Gör ist alles dabei. Diese gilt es anschließend während der Sommerferien näher kennenzulernen und gleichzeitig herauszufinden, was in der Stadt so vor sich geht. Dabei hat man die Möglichkeit, sich während des Tages in seiner Freizeit frei durch die Stadt zu bewegen, um unterschiedliche Orte aufzusuchen. Je nachdem wen man trifft und was man erlebt, schaltet man, wie bei Spielen dieses Genres üblich, verschiedene Enden frei. So erfahrt ihr nach und nach auch die ganzen Hintergründe der Geschichte, sodass das genug Motivation sein sollte für einen erneuten Durchgang.

Michael meint:

Michael

Es ist diese Mischung, die WorldEnd Syndrome für mich so spielenswert macht. Diese Mixtur aus Romantic Comedy, spannender Detektivarbeit und vielen Sammelextras ist sehr homogen und auch spielenswert. Die Charaktere sind allesamt sympathisch und sehr gut illustriert, ebenfalls dank der animierten Hintergründe und der lebhaften Soundkulisse fühlt man sich fast wie in einem Anime, bei dem man selbst eine Hauptrolle hat. Selbst in den düsteren Momenten fühlte sich die Stimmung sehr bedrohlich an, was für die Immersion des Titels spricht. Durch verschiedene freispielbare Enden ist die Langzeitmotivation gesichert und so ist WorldEnd Syndrome für mich ein definitiver Pflichtkauf für alle, die Visual Novels lieben.

Positiv

  • animierte Hintergrunde ändern sich nach Tageszeit
  • sympatische und abwechslungsreiche Figuren
  • spannendes Storytelling und verschiedene Enden

Negativ

  • Sprachausgabe nur auf japanisch, aber abschaltbar
Userwertung
0.0 0 Stimmen
Wertung abgeben:
0.0
senden
Mehr zum Thema