Wonder Boy: Asha in Monster World - Definitiv kein Junge im Test

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Es ist interessant, was man hört, wenn man dem Wind lauscht. Denn so hat beispielsweise das junge Mädchen Asha mitgekriegt, dass die Geister um ihre Hilfe bitten. Und so macht sie sich auf, diese auch zu liefern.

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Irgendwie scheint Wonder Boy in den letzten Jahren eine kleine Renaissance zu erleben. Zuerst kam 2016 mit Wonder Boy Returns ein Remake des ersten Teils heraus, dann wurde ein Jahr darauf mit The Dragon’s Trap Teil III neu gemacht und zuguterletzt wurde 2018 mit The Cursed Kingdom gleich ein komplett neues Spiel herausgebracht. Und jetzt ist Teil IV an der Reihe mit dem Remake.
 
Das Game selbst kam ursprünglich 1994 nur in Japan heraus. Und da die Wonder Boy-Reihe SEGA-Exklusiv war, musstest du schon im Besitz eines Mega Drives, bzw. Genesis sein, um es spielen zu können. Wer diese Optionen damals nicht hatte und als erwachsener Mensch mit hoffentlich genügend Einkommen andere Prioritäten hatte, für den gibt es jetzt eine gute Nachricht. Quasi als Bonus, als Belohnung, wenn du die physikalische Version des Remakes kaufst, erhältst du die Originalversion mit dazu. 
 
Der Titel Wonder Boy führt dabei etwas in die Irre. Denn in diesem Fall steht kein Junge im Mittelpunkt des Geschehens. Sondern ein Mädchen namens Asha, dass in einem orientalisch orientierten Ambiente lebt. Und das sind gleich zwei Faktoren, die damals nicht so selbstverständlich waren. Vertreter des angeblich „schwachen“ Geschlechts hatten in Nöten zu sein und von heldenhaften Jungen errettet zu werden. Und häufig war es auch so, dass die Action in einer Welt stattfand, die entweder westlich oder asiatisch inspiriert war.
 

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Und so sind es diese beiden Faktoren, die Heldin und die Spielewelt, die eben dafür sorgen, dass Wonder Boy: Asha in Monster World selbst heute noch frisch und unverbraucht wirkt. Wobei man von der Story nicht allzuviel erwarten darf. Denn die ist leider sehr dürftig und nicht wirklich vorhanden. Die Heroin wird im Laufe des Spiels kaum charakterisiert und auch die Welt, in der sie lebt, wird nahezu nicht ausgebaut.
 
Im Prinzip geht es darum, dass du mit Asha vier Dungeons aufsuchen musst, um das Reich, dass in Nöten ist, zu erretten. Deine Heldin ist dabei nicht alleine unterwegs, sondern besitzt einen Dschinn, der sie jederzeit zurück zur Stadt transportieren kann. Und ein possierliches Tierchen mit dem Namen Pepelogoo, das über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügt, begleitet sie ebenfalls.
 
In der Stadt kannst du neue Ausrüstung kaufen, wie Waffen oder Schilde. Allerdings sind die Preise vor allem zu Beginn mehr als happig, weshalb es sich empfiehlt, damit zu warten, bis du vermögend genug bist. Und dies geschieht im Laufe des ersten Dungeons.
 

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Wonder Boy: Asha in Monster World entpuppt sich dabei als eine Art Metroidvania. Sprich, die Protagonistin befindet sich in einem verschachtelten Level, wo die Wege teilweise so lange versperrt sind, bis du das passende Item findest. Das ist im ersten Dungeon, im Handera Vulkan, eine Riesenbombe, die du benötigst, um die Durchgänge freizusprengen. Außerdem triffst du im Laufe dieser Level auf einen Zwischen- und einen Endboss, die sich mit der richtigen Taktik relativ leicht besiegen lassen.
 
Das große Problem dabei ist, dass wenn du nicht selber eine Karte führst, du dich leicht verirren kannst. Denn das Spiel kennt leider keine Kartenfunktion, was die Navigation doch erheblich erschwert. Insbesondere dann, wenn du dich verirrt hast, was vor allem gegen Ende eines Dungeons geschehen kann, da in diesem Fall der Dungeonaufbau sehr verschachtelt sein wird.
 
Doch davon mal abgesehen macht Wonder Boy: Asha in Monster World Spaß. Das Plattforming ist großartig und auch die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des Pepelogoo gefallen ebenso. Denn den brauchst du, um beispielsweise auf einer Lavasäule nach oben getragen zu werden. Oder eine Art Doppelsprung auszuführen. Oder um entfernte Schalter zu aktivieren, die du so nicht erreichen kannst. Er ist der heimliche Star des Spiels!
 

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Auch wirst du dafür belohnt, wenn du dir die Mühe machst, mal links und rechts des Weges zu gucken. Entweder findest du Geld oder eine Lebensträne. Und Letztere sind insofern wichtig, als dass du, wenn du zehn Stück davon hast, ein zusätzliches Herz gewinnst. Und so kann es bereits im ersten Drittel des Spiels geschehen, dass du dann schon über zehn Herzen verfügst.
 
Wobei es sich trotzdem empfiehlt, auf die Lebensenergie aufzupassen. Denn auch, wenn du viel Leben besitzt, dieses kann, falls du unachtsam bist, schnell zur Neige gehen. Und so viele Möglichkeiten, verlorenes Leben zurückzugewinnen, sind im Game nicht vorhanden. Entweder du findest einen Automaten, wo du Herzen und/oder Elixiere kaufen kannst, was allerdings auf Dauer ins Geld geht. Oder aber, du hast Glück und triffst auf Feinde, die Lebensenergie fallen lassen. Wobei diese auch eher spärlich existieren. 
 
Man merkt Wonder Boy: Asha in Monster World an, dass die Entwickler von Artdink mit Liebe am Werk waren. Das Leveldesign ist zwar noch dasselbe, doch die Animationen und das Design allgemein wurden kräftig überarbeitet. Vor allem die Bewegungen, die Asha beim Öffnen einer Truhe macht, sind super geworden. Wenn sie etwa vor Vorfreude hin- und herwackelt, wird sie einem gleich sympathisch. 
 

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Doch ein Manko hat das Game noch: Es besitzt kein Autosave. Zwar kann man jetzt jederzeit und überall manuell speichern. Es kann allerdings oft genug passieren, dass du dies im Eifer des Gefechts vergisst, stirbst und dann vieles nochmal von vorne machen musst, weil der letzte Speicherpunkt zu lange her ist.
 
Trotz aller Kritik hatte ich an Wonder Boy: Asha in Monster World meinen Spaß. Es ist ein gelungenes Remake, das jede Menge Charme besitzt. 


 
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