Project Nimbus: Complete Edition im Test

PC Windows

Es waren schon grandiose Zeiten, als man damals in Mechwarrior 2 am PC noch über dreidimensionale Terrains mit einem riesigen Kampfroboter stapfte und seine Feinde aufs Korn nahm. Erfahrungsgemäß sind die Japaner auch verrückt nach solchen Mechs, was wohl auch die vielen Gundam Spiele erklärt, die in Nippon erschienen sind. Falls ihr ebenso diese Faszination teilt, solltet ihr wohl wie ich auch ein Auge auf Project Nimbus werfen, dass ich auf der Nintendo Switch für euch ausprobiert habe.

Project-Nimbus-Complete-Edition-02Die Erde liegt in Scherben und das schon seit einiger Zeit. Krieg und Zerstörung haben die Oberfläche unseres Planeten unbewohnbar gemacht und so leben die letzten übrigen Menschen in fliegenden Stationen, die sich in der Erdatmosphäre befinden. Das soll aber nicht heißen, dass der Krieg bereits vorüber ist. Drei Fraktionen kämpfen um die Vorherrschaft der Überbleibsel des Planeten und dabei gibt es weder gut noch böse, da alle ihre eigenen Beweggründe haben. In einer Kampagne, die vier Akte umfasst mit je einzelnen Kapiteln begleiten wir jede der Parteien auf ihrer Reise durch den schier ewig währenden Konflikt und leistet als Spieler seinen Beitrag. Dazu steigt man in die Hülle eines riesigen Kampfroboters, die sogenannten Battle Frames, die jeweils mit unterschiedlicher Bewaffnung ausgerüstet sind.
 
Vor jeder Mission beschreiben aufwändige Zwischensequenzen die Missionsziele, die voll vertont sind. Zwar in englischer Sprache, dafür aber sind die Sprecher durchgehend sehr gut und auf Deutsch untertitelt. Kurz vor Missionsstart lassen sich ebenso Audiologs aufrufen, die mehr Informationen zur Spielwelt und die Umstände geben, was ein großer Pluspunkt ist. Für die Aufträge selbst gibt es aber immer ein festes Loadout und Battle Frame, diese könnt ihr also leider nicht frei wählen. Die Steuerung des Mechs verteilt sich zwar auf das komplette Pad, ist aber sehr eingängig und sollte bereits kurz nach dem Tutorial in Fleisch und Blut übergehen. Die Missionen an sich sind aber bedauerlicherweise recht eintönig. Meist müssen nur Feinde zerstört werden. Egal, ob es nun ein Angriff einer Flugbasis ist oder man freundlich gesinnte Einheiten beschützen muss, fast immer läuft es auf das gleiche Ziel hinaus. Besonders spektakulär sind die Aufgaben, die innerhalb einer Basis stattfinden, denn hier kann die Spielengine die Muskeln spielen lassen und sehen für einen Indietitel sogar auf der Nintendo Switch erstklassig aus. Dafür ist die Arena, in der man sich während der Aufträge befindet, außer dem Hauptschauplatz ziemlich leer. Mal fliegt man durch eine Wüste oder über einen Ozean bis hin zu Kämpfen im Weltraum, doch fehlt es den Locations selbst an individuellen Details, um manche Landstriche einprägsamer zu machen.
 
Project-Nimbus-Complete-Edition-03Dabei hat man einiges in die Ausarbeitung der Battle Frames gesteckt. Insgesamt 26 verschiedene dieser Kampfroboter befinden sich im Spiel und sind mit einer Vielzahl an unterschiedlichen Waffen ausgerüstet. Von der klassischen Gatling über Lenkraketen bis hin zu autonomen Flugdrohnen, die den Mech supporten ist alles dabei. Neben der Kampagne haben auch zwei weitere Spielmodi den Weg in Project Nimbus gefunden: Survival und Warfront. Beim Erstgenannten geht es, wie der Name schon sagt darum, so lange wie möglich in einer Arena zu überleben, während immer stärkere Gegnerwellen auf einen einprasseln. Der Schwierigkeitsgrad steigert sich hier aber nur sehr langsam, so dass der Modus bereits nach kurzer Zeit recht eintönig ist. Interessanter ist hier der Warfront Spielmodus. Man beginnt mit dem ersten Standard Battle Frame und spielt sich durch diverse Missionen. Beim Abschluss dieser erhält man Ressourcenpunkte, mit denen man seinen Battle Frame aufleveln oder nach und nach weitere Freischalten kann. Zwar sind auch hier die sechs unterschiedlichen Missionstypen nicht allzu schwierig, jedoch ist das aktivieren der verschiedenen Kampfkolosse ein nicht zu verachtender Motivationsfaktor.
 
Wie bereits erwähnt ist der Titel technisch durchaus beeindruckend. Bei unserer getesteten Switch Version sieht die Grafik sowohl im Handheld- als auch im Dockmodus sehr gut aus und läuft auch jederzeit flüssig. Die voll vertonten Zwischensequenzen und Dialoge während der Missionen machen sich sehr gut und geben einem das Gefühl bei der Action mittendrin zu sein. Dank der drei verschiedenen Schwierigkeitsgrade bei der Kampagne und dem motivierenden Warfront Modus ist auch Motivation für längere Spielzeit garantiert. Ein Manko ist allerdings wirklich die mangelnde Abwechslung bei den Missionszielen. So macht Project Nimbus in kleinen Dosen sehr viel Spaß und eignet sich somit perfekt als actionreiches Spiel für unterwegs.
 

Michael meint:

Michael

Wer für seine Nintendo Switch einen Actiontitel für zwischendurch sucht, der liegt bei Project Nimbus genau richtig. Der Titel garantiert unkomplizierten Ballerspaß, bei dem man schnell einen Einstieg findet, allerdings geht die Abwechslungsarmut der Mission etwas auf Kosten der Motivation. Die interessante Kampagne und vor allem der motivierende Warfront Modus lässt einen aber immer wieder zum Spiel zurückkehren und so bleibt ein effektgeladenes Mech-Actiongame, dass man zu dem Preis einfach ausprobiert haben muss.

Positiv

  • grafisch ansprechend
  • voll vertonte Zwischensequenzen
  • umfangreiche Kampagne und Warfront Spielmodus

Negativ

  • Missionen recht abwechslungsarm
  • Survival Modus zu langatmig
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Forum
  • von Civilisation:

    Michael hat mit Project Nimbus einen netten Actiontitel besprochen. Project Nimbus Es waren schon grandiose Zeiten, als man damals in Mechwarrior 2 am PC noch über dreidimensionale Terrains mit einem riesigen Kampfroboter stapfte und seine Feinde aufs Korn nahm....

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