Treasure Stack im Test

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Puzzlegames sind bei mir jederzeit willkommen, da macht ein Spiel wie Treasure Stack für die Nintendo Switch keine Ausnahme. Doch kann der Titel überzeugen, vor allem weil jetzt die Konkurrenz mit Tetris 99 bereits in den Startlöchern steht? Wir haben es für euch herausgefunden.

Treasure-Stack-04Das Grundprinzip von Treasure Stack ist in gewisser Weise an SEGAs Puyo Pop angelehnt. In einem schmalen Korridor fallen von oben ein Verbund aus zwei Spielsteinen herab, die entweder farbige Schatzkisten oder Schlüssel sein können. Diese fallen in einer zufälligen Variation vom Himmel und müssen immer mit gleichfarbigen kombiniert werden. Jedoch verschwinden beim Kombinieren mehrerer gleichfarbiger Truhen diese nicht sofort vom Spielfeld, sondern müssen erst mit einem Schlüssel verbunden werden, der diese öffnet. Hat man dies geschafft, erhält man dafür Goldmünzen, also Punkte. Gelingt es mehrere Kombinationen zu verketten, winken Extrapunkte aufgrund eines Multiplikators, der auf die Beute angewendet wird. So weit, so bekannt. Der Clou jedoch ist, dass man die Truhen nicht selbst steuert, sondern in Jump ‚n‘ Run Manier selbst über das Spielfeld hüpft, bewaffnet mit einem Enterhaken, um die herabfallenden Kisten in die jeweilige Position zu bringen.
 
Dies mag in der Theorie auch ein interessanter Spielansatz sein, funktioniert in der Praxis aber nur bedingt, da das Spiel bereits nach kurzer Zeit ziemlich hektisch wird. Man ist die ganze Zeit dabei sich „Brücken“ zu bauen, um von einem Ende zum anderen zu kommen und hofft gleichzeitig endlich einen Schlüssel für eine Truhenkette zu bekommen. Was von oben kommt, wird natürlich vom Zufall bestimmt, doch wie der Zufall es so will sind es viel zu selten Schlüssel, mit denen man die Truhen beseitigen und so Platz schaffen kann. Hinzu kommt, dass in regelmäßigen Intervallen sogenannte Teufelsblöcke erscheinen, die Ketten unterbrechen und erst wieder verschwinden, sobald man neben ihnen Truhen öffnet, was man aber oft nicht kann, weil eben keine passenden Schlüssel erscheinen. Ein Teufelskreis.
 
Treasure-Stack-01Da helfen auch die drei verschiedenen Schwierigkeitsgrade nicht allzu viel, die zwar die Spielgeschwindigkeit anpassen, aber nicht die Häufigkeit der erscheinenden Spielgegenstände, was zwar das unvermeidliche Ende etwas hinauszögert, aber mindestens genauso frustrierend ist. Ärgerlich ist auch, dass die Steuerung der eigenen Spielfigur etwas ungenau ist. Häufig passiert es in der Hektik, dass man nicht nur die gewollten zwei Kisten, sondern die komplette Reihe auswählt und seine angedachte Kombination wieder in Sekundenschnelle zerstört. Eine Runde ist beendet, nachdem ein Stapel das obere Ende des Bildschirms erreicht hat. Danach werden die Goldmünzen addiert und mit etwas Glück schaltet man neue Charaktere oder Enterhaken frei. Diese haben aber nur kosmetischen Einfluss auf das Spiel und machen keinen spielerischen Unterschied, was etwas frischen Wind in das Gameplay gebracht hätte. Hier hat man eindeutig Potenzial verschenkt.
 
Neben dem Solomodus hat man dem Spiel natürlich auch einen Mehrspielermodus spendiert, bei dem man lokal zu viert und online gegen einen menschlichen Gegner antreten kann. Das Besondere am Onlinemodus ist, dass dieser Crossplay ist. Somit kann man auch gegen Kontrahenten aus der ganzen Welt und von unterschiedlichen Systemen antreten und das sowohl im Casual, als auch im Wettbewerbsmodus. Unter Casual habe ich im Test auch bereits nach kurzer Wartezeit Gegner gefunden und war in gewisser Weise froh, dass diese auch unter denselben Problemen zu kämpfen hatten, wie auch ich.

Michael meint:

Michael

Treasure Stack ist zwar ein buntes und farbenfrohes Puzzlespiel, dass sich eng an Puyo Pop anlehnt, allerdings hören dort dann aber die Parallelen auf. Das Spielprinzip selbst ist durchaus interessant und könnte auch Spaß machen, wenn man die Balance zwischen den Spielobjekten besser hinbekommen hätte. So bleiben einem sehr kurze Spielrunden, die auch oft in Frustration enden, weil man wieder nicht den Schlüssel bekommen hat, den man eigentlich gebraucht hätte. Die 100 freispielbaren optischen Gimmicks können darüber hinaus nicht lange motivieren, genauso wenig wie der Mehrspieler. Von daher greift lieber zu Puyo Pop Champions oder eben zu Tetris 99, dass doch viel mehr Spaß macht.
 

Positiv

  • 100 freispielbare Objekte
  • lokaler und Online-Mehrspieler

Negativ

  • Gameplay nicht ausbalanciert
  • kein Storymodus
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  • von Civilisation:

    Die wichtigste Erkenntnis aus diesem Test? Michael mag Puzzlespiele! Treasure Stack Puzzlegames sind bei mir jederzeit willkommen, da macht ein Spiel wie Treasure Stack für die Nintendo Switch keine Ausnahme. Doch kann der Titel überzeugen, vor allem weil jetzt die...

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