Northgard im Test

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Die Wikinger sind derzeit wieder hoch im Kurs. Sei es mit diversen Fernsehserien wie Vikings oder aber auch in Videospielen wie das kürzlich veröffentlichte Northgard. Das feierte bereits vor einiger Zeit auf dem PC seine Premiere und konnte einige Fans für sich gewinnen. Nun liegt uns die Switch Fassung vor und wir haben für euch herausgefunden, wie gut das Spiel an Nintendos Konsole angepasst worden ist.

Northgard-01Wie gern erinnere ich mich an die Wochen und Monate, die ich damals mit den Siedlern am PC verbracht habe. Wie Lemminge wuselten diese über den Bildschirm und gingen jeweils ihren von mir aufgetragenen Jobs nach und die Welt war in Ordnung, solange kein Feind in Sicht war. An diese Zeiten wollte ich mit Northgard nun anknüpfen, denn die Wikinger haben eine ähnliche Mission wie einst die Siedler auf dem PC. Vor einigen Monaten hatte ich auf der Switch ja bereits an die Townsmen Hand anlegen dürfen, die auch sehr motivierend waren, allerdings etwas an Spieltiefe vermissen ließen, kann das Northgard auf der Nintendo Konsole denn besser machen?

 

Wenn wir das Spiel starten, haben wir die Wahl zwischen einem klassischen Einspielermodus, mit dem wir anhand von selbst festgelegten Startbedingungen einfach endlos drauflos siedeln können, und einem Mehrspielermodus. Hier kann man online, sofern man eine Nintendo Switch Online Mitgliedschaft besitzt, gegen feindliche Spieler antreten und die Spielwelt besiedeln. Die Switch Fassung beinhaltet sowohl das Grundspiel als auch die großen Updates, die für den PC erschienen. Auch sollen DLCs mit zusätzlichen Clans erscheinen, die beim Testzeitpunkt allerdings noch nicht zur Verfügung standen. Das Herzstück bildet aber die Kampagne, in der die Geschichte eines Clans erzählt wird, die eigentlich nach Northgard aufbrechen wollte, aber während eines Fests von einem anderen Kriegerclan überfallen wird. Nahezu alle des eigenen Clans werden von Hagen und seinen Streitern niedergestreckt und getötet, nur der Spieler überlebt knapp seinem Schicksal und hat Rache geschworen. Aus diesem Grund sammelt man die letzten Reste seiner Mannen zusammen und reist nach Northgard, um sich dort eine neue Existenz aufzubauen und schlussendlich Hagen zu Rechenschaft zu ziehen.

 

Northgard-03Mit den Überresten des Schiffs bauen die Recken ein behelfsmäßiges Haupthaus, von dem aus wir die Geschicke der Bevölkerung leiten. Als Erstes bilden wir einen Späher aus, um die nähere Umgebung zu erkunden und bauen wir eine Holzfällerhütte, um zusätzliche Ressourcen für weitere Gebäude zu erhalten. Weitere Rohstoffe sind Nahrung, Krowns (also Gold), Stein und Erz, die nach und nach im folgenden Spielverlauf abgebaut werden können. Wie ihr euch denken könnt, ist der wichtigste Vorrat von allen die Nahrungsmittel. Gehen euch diese aus, werden die Bewohner unglücklich und der Clan wird nicht größer. Allerdings benötigt ihr Essen nicht nur, um eure Bevölkerung zufriedenzustellen, sondern auch zum Expandieren, da für eine Eingliederung eines neuen Gebiets ein guter Teil Nahrung benötigt wird.

 

Die Expansion mag anfangs noch relativ einfach sein, doch schon bald trefft ihr auf Wölfe und andere nordische Fabelwesen, die ihr Gebiet verteidigen und erst mit ausgebildeten Soldaten niedergestreckt werden müssen. Dies geschieht zum Glück automatisch, sofern ihr eure Kämpfer in das Feindesgebiet schickt. In den neu erworbenen Gebieten können sich verschiedene Bodenschätze verstecken. Mal ist es ein ertragreicher Boden auf dem man seine Weizenfelder errichtet, oder aber eine Ruine, die bei ihrer Erkundung ihre Rohstoffe preisgibt. Mal habt ihr einen Teich, bei dem ihr mit einer Fischerhütte Fische angeln könnt oder ihr findet einen Steinkreis, mit dem ihr neues Wissen erlangen und freischalten könnt in Form von verschiedenen Fertigkeiten.

 

Northgard-05Ihr seht schon, es gibt eine Vielzahl von Dingen die ihr im Spiel machen könnt. In der Geschichte ist das Ziel einer jeden Karte vorgegeben und sobald ihr das Kapitel abschließt, werden für euch die Bonusziele sichtbar, die bei erneutem Spielen abgeschlossen werden können. In den zum Teil vertonten Dialogen oder Texteinblendungen wird auch Schritt für Schritt erklärt, welches Gebäude warum gebaut werden muss und was sie für Vorteile haben. Auch sonst gibt das Spiel Tipps, wenn eine Ressource zur Neige geht oder aber die Bevölkerung unzufrieden ist. Manchmal ist aber auch die Spielwelt selbst euer Gegner, denn mit Erdbeben und Seuchen müsst ihr euch ebenfalls erwehren wie auch den strengen Wintermonaten, die natürlich manchen Nahrungsertrag erheblich schmälert und in dieser Zeit die Menschen auch mehr Feuerholz benötigen als sonst.

 

Von der Substanz her stimmt auf jeden Fall alles und auch die Steuerung des Spiels wurde sehr gut an die Möglichkeiten der Switch angepasst. Der Touchscreen wird zwar nicht unterstützt, dafür erhält man ein Ringmenü, mit dem bequem die jeweiligen Gebäude oder Optionen ausgewählt werden können. In den jeweiligen Gebietssektoren schlägt das Spiel auch selbständig Gebäude vor, die bequem per Steuerkreuz direkt angewählt werden können. Sehr löblich und praktisch für Neueinsteiger. Von der technischen Seite ist die Portierung ordentlich gelungen. Natürlich musste die Grafik etwas Federn lassen, so hat man beispielsweise auf Schatten der Objekte verzichtet und die Spielgrafik an sich wirkt etwas schlichter, was meines Erachtens aber zu verschmerzen ist. Allerdings hätte ich gerne eine größere Schrift gehabt in den Textboxen, da diese teilweise schon sehr klein sind. Fun Fact: Die Texte sind in Relation zur Spielgrafik im Handheldmodus sogar größer, als wenn man das Spiel im Dock spielt! Hier wäre eine zusätzliche Option durchaus wünschenswert gewesen. Auch habe ich im Spiel eine Beschleunigungsfunktion vermisst. Vor allem am Anfang einer Episode wartet man oft eine gute Zeit lang, bis man die notwendigen Vorräte beisammenhat und dabei geschieht währenddessen relativ wenig.

Michael meint:

Michael

Shiro Games hat mit Northgard bereits auf dem PC bewiesen, dass sie ein spaßiges und auch langfristig unterhaltendes Aufbaustrategiespiel mit den Wikingern aus dem hohen Norden erschaffen haben. Auch die Portierung auf die Switch ist geglückt, wenn auch ein paar kleinere Makel den Gesamteindruck trüben. Vor allem die kleine Schriftgröße empfand ich auf Dauer als anstrengend, hier wird hoffentlich eine Anpassung der Größe nachgepatcht oder zumindest eine Einstellung, in der man das selbst festlegen kann. Beim Gameplay an sich, gibt es aber ansonsten wenig zu meckern, so dass Genrefans sich auf einen gelungenen Vertreter der Aufbaustrategie freuen dürfen.

Positiv

  • PC Konvertierung inkl. aller Gratis-Updates
  • sehr gute Steuerungsanpassung

Negativ

  • sehr kleine Schriftgröße
  • keine Beschleunigungsfunktion
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