Sturmwind EX im Test

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Die Entwicklungsgeschichte manch eines Videospiels liest sich abenteuerlich. So auch die von STURMWIND. Sein Leben begann es als NATIVE ano 1997 auf Ataris Jaguar. Mehr als eine Demo kam damals jedoch nicht heraus. 2013 erschien es schließlich als vollständiges Spiel unter dem Namen STURMWIND für Segas Dreamcast und wurde dort sehr gut aufgenommen. Knappe 7 Jahre später werden aktuelle Konsolen mit der EX Version beglückt.

 

Obwohl in den vergangenen Jahren die Bullet Hell Shoot em ups auf dem Vormarsch waren, hält sich Sturmwind an das klassische Shmup Konzept. Womit es in die gleiche Kategorie wie Genregrößen ala Gradius und R-Type fällt.


Sturmwind_TitelIm Gegensatz zu den genannten Kollegen habt ihr bei Sturmwind Ex zunächst die Wahl zwischen einem Missions-Modus und dem Arcade Modus. Letzterer ist „klassisch“ sprich: ballert euch mit drei Leben durch 6 Levels und schaut, ob ihr es packt. Ganz so, wie man es in diesem Genre gewohnt ist.

Anfänger und gemütliche Spieler entscheiden sich für den Missions-Modus. Hier wird nach jedem Level gespeichert und es gibt Continues. Zudem könnt ihr fortan den Startlevel unter den bereits erledigten Levels auswählen. Ferner warten hier satte 16 Stages darauf, von Gegner befreit zu werden.

 

SturmwindDas Gameplay ist ebenfalls klassisch. In der Regel ballert ihr euch von links nach rechts durch. Am Ende wartet der obligatorische Obermotz auf seine Elemination. Für Abwechslung sorgen eingestreute „Sturzflug“ Levels. Optisch wirkt es, als würde man auf die Gegner herabstürzen. Ältere Semester sollten sich das Geschehen als Gyruss in moderner Grafik vorstellen. Um das Spiel wirklich aufzulockern, sind diese Szenen jedoch viel zu kurz. Sollte es als Hommage gedacht sein, ist es ganz nett. Einen eigenen Weg gingen die Duranik Jungs bei den Waffensystemen. Davon gibt es insgesamt drei, welche ihr (in der getesteten Xbox One Version) mit den Schultertasten nach Belieben wechseln könnt. Manch ein Gegner hinterlässt ein Powerup. Unter Beschuss verändert es seine Farbe und dient somit dem Ausbau der jeweiligen Waffe oder sorgt für Extrapunkte.

Der Clou: werdet ihr von einem Geschoss oder Gegner getroffen verliert ihr kein Leben, sondern lediglich das gerade aktive Waffensystem. Zudem könnt ihr per Tastendruck einen Großteil der Feuerkraft nach hinten richten. Da der ein oder andere Gegner gerne von hinten angreift eine durchaus sinnvolle Sache. Unabhängig von der Ausbaustufe ist es nach einem Treffer jedoch nicht mehr einsetzbar. Ihr müsst zunächst das entsprechende Powerup einsammeln, um die Waffe erneut nutzen zu können. Die Waffensysteme dienen also gleichzeitig als „Leben“ und vereinfachen, die nötigen Reflexe beim Einsammeln vorausgesetzt, das Überleben enorm. Die Reflexe sind nicht nur bitter nötig, um die Feinde zu besiegen, sondern auch um die richtigen Powerups zu erwischen. Denn wie gesagt verändern diese unter Beschuss die Farbe. Im Eifer des Gefechts werdet ihr zigfach, unbeabsichtigt, die Farbe wechseln. Sammelt ihr z.B. ein blaues Powerup bei aktivierter gelber Waffe ein, so verpufft die Wirkung vollständig. Das ist ärgerlich, spielerisch alles andere als gut gelöst und sorgt für unnötigen Frust.

 

Sturmwind_3Ansonsten wird spielerische „State of the Art“ Shoot em up Kost geboten. Die Gegnerformationen ziehen ihre vorgegebenen Kreise, während ihr euch vor, mal mehr mal weniger, detaillierten Hintergründen bemüht alle Feinde zu erwischen. Der größte Gegner des 08/15 Spielers sind im weiteren Verlauf des Spiels aber nicht die feindlichen Schiffe, sondern die teilweise fulminanten Hintergründe. Oftmals ist nicht ersichtlich was reine Hintergrund- und was Umgebungsgrafik ist. Erste ist, wie der Name sagt, im Hintergrund und somit reine Optik, an Letzterer zerschellt Euer Raumschiff. Eine klare, optische Abgrenzung wäre hier wünschenswert gewesen. Ebenso sind die Level im titelgebenden Sturm ein grafisches Schmankerl, blind draufloszuballern und ein Stück weit auf Glück vertrauen zu müssen ist in einem Shoot em Up jedoch fehl am Platze. Insgesamt wirkt der Schwierigkeitsgrad nicht sonderlich gut ausbalanciert. Eben noch ballert man sich problemlos durch einen Level, da erwischt es den Spieler im darauffolgenden im Sekundentakt. Den nächsten wiederum, durchfliegt man quasi im Schlaf. Da Sturmwind ohne große Story auskommt, hätte man die Level besser anders angeordnet.

 

Selbiges trifft auf die Bosse zu. Auch hier schwankt der Schwierigkeitsgrad. Grafisch ist Sturmwind toll anzusehen. Vor allem der bereits angesprochene Sturmeffekt war so noch in keinem anderen Shmup zu sehen. Bei den Lebelendgegnern gab man sich ebenfalls besonders viel Mühe. Da tut es einem fast schon leid, den Oktopus zu zerlegen. Die Hintergrundgrafik schwankt wiederum von toll bis zu langweilig. 

 

Sturmwind_4Der Sound ist in der Regel Geschmackssache. Hier hat man sich jedoch eher vergriffen. Dabei ist es weniger eine Frage des persönlichen Geschmacks, das gehörte passt schlicht nicht zu dem Geschehen auf dem Bildschirm. Wenn man sich durch zig Gegner ballert, erwartet man einfach keine ruhige melancholische Musik.

 








Alexander meint:

Alexander


Das Gesamtpaket von Sturmwind EX passt und ist für Genreneulinge wie auch Fans der alten Schule eine willkommene Neuerung. Mit etwas mehr Feinschliff hätte man durchaus bei den großen Vorbildern ala Gradius, R-Type oder Darius mitspielen können. So reicht es immerhin für eine gute Platzierung im oberen Mittelfeld.

Positiv

  • Oldschool Shoot em up
  • einsteigerfreundlich
  • 2 verschiedene Modi

Negativ

  • Übersichtlichkeit fehlt
  • frustiges Powerup System
Userwertung
9.6 7 Stimmen
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Forum
  • von Civilisation:

    Von Alexander aka Azazel stammt der Test zum Spiel. Die Entwicklungsgeschichte manch eines Videospiels liest sich abenteuerlich. So auch die von STURMWIND. Sein Leben begann es als NATIVE ano 1997 auf Ataris Jaguar. Mehr als eine Demo kam damals jedoch nicht heraus. 2013 erschien...

  • von Rtyper:

    Mir hat das Spiel ebenfalls sehr gut gefallen. Für mich das beste Shoot em up seit langen. Als letztes hatte ich Super Hydorah für die PS4 gekauft, aber leider nicht viel gesehen. Der Schwierigkeitsgrad ist für mich zu hoch. Bei Sturmwind stimmt für mich fast alles und ich werde es nun...

  • von bmX:

    Der "Vollpreis" von 12,99 Euro geht hier IMO voll in Ordnung. Wenn eine physische Version nachgelegt würde, wäre die auch noch zusätzlich drin. Ich finde die Aktion sehr cool....

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