Aliens Infestation im Test

Nintendo DS

Der Motion-Tracker piept wie verrückt. Ein wildes Fauchen ist in der Dunkelheit zu hören. Das Pulsgewehr liegt im Anschlag - und das Herz schlägt wild!

Aliens_Infestation_23511Space_JockeyDer Ego-Shooter Aliens: Colonial Marines für die großen Konsolen wurde jüngst aufs Frühjahr 2010 verlegt. Nintendo DS-Besitzer mit Faible für sabbernde Monster kommen eher dran. Das Spiel erzählt dieselbe Geschichte wie sein Bruder Colonial Marines. Ein Trupp Söldner fängt ein Notrufsignal des Raumschiffs Sulaco auf und folgt ihm.

An Bord angekommen, stellt sich heraus, dass sich dort ein Alienschwarm breitgemacht hat. Mit einem anfangs vierköpfigen Team durchstreift ihr verlassene Gänge und Luftschächte und hofft darauf, Überlebende zu finden. Diese finden sich in Form von anderen Soldaten, die sich sofort eurem Team anschließen, womit die Anzahl der Leben im Spiel steigt. Allerdings existiert auch eine Obergrenze. Stirbt ein Marine, spielt ihr als dessen Kollege weiter. Abgesehen vom unterschiedlichen Aussehen verfügen alle Marines über dasselbe Waffenarsenal.

Waffen, wie ein Pulsgewehr, Flammenwerfer oder eine Schrotflinte, findet ihr bei den langen Touren im Schiff. Mit einem aufgesammelten Schweißbrenner lassen sich verschlossene Türen öffnen. Aliens Infestation weiß auf talentierte Art an den mehr als sieben Jahre alten Handheld zu fesseln. Die Programmierer hinter dieser Glanzleistung sind keine Unbekannten: Mit Contra 4 und dem Remake des NES-Klassikers A Boy and his Blob zeigte Wayforward Technologies, dass man ihnen auch zugkräftige Lizenzen anvertrauen kann.

Aliens_Infestation_23510PowerLoaderDer Spielablauf erinnerte mich an vielen Stellen an Super Metroid. Schlüsselkarten sind ein wichtiger Bestandteil der Spielmechanik. Diese lassen euch Fahrstühle bemannen oder Türen öffnen, die ihr vorher nicht betreten konntet. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Erkundung des Areals, wobei ihr früher oder später auf einen Xenomorphen-Schwarm trefft. Die Gunfights arten nicht in sinnlose Ballerei aus, sondern in taktisches Geplänkel, wo ihr dank Coverfunktion öfters hinter einer Deckung sitzt. Als eine große Hilfe wirkt euer Vorgesetzter im Hintergrund, der euch über Funk neue Missionsziele anvertraut oder einige Lösungshilfen parat hat.

An Kommunikationsstationen nimmt das Team eine Atempause, wird der Spielstand gespeichert und die Munition aufgefüllt. Hier lassen sich dann auch andere spielbare Charaktere auswählen. Ein Relikt aus der alten Zeit hat sich bei Aliens Infestation an Bord geschmuggelt: Habt ihr einen Raum sorgfältig gesäubert und diesen verlassen, stehen bei der Rückkehr alle Gegner wieder an exakt derselben Stelle.

Wenn die Entwickler aus Kalifornien etwas vollbrachten, dann ist es, eine spannende Atmosphäre zu schaffen. Angefangen vom bekannten Piepen des Motions-Tracker bis auf das Geschrei der Aliens - es kommt sofort richtige Filmatmosphäre auf. Dazu tragen das gemächliche Gameplay und der glasklare Sound bei. Und der coole 16-Bit-Retrolook, der an vergangene Mega Drive und Super Nintendo Tage erinnert. Wenn es etwas zu Kritisieren gibt, dann meiner Meinung nach die Waffenauswahl via Touchpad. Am unteren Bildschirmrand lässt sich eine Karte einblenden, was für gute Übersicht sorgt. Doch das Nachladen oder einen Waffenwechsel könnt ihr nur durchführen, wenn ihr die Karte wegklickt. Lästig!




Dominic meint:

Dominic

Während die Rückseite der Verpackung von einem ‚‚Game Over‘‘ spricht, muss ich ‚‚Game on‘‘ rufen, denn  Aliens Infestation ist für mich ein cooles Highlight geworden. Und es beweist eindrucksvoll, dass atmosphärische Spiele auch auf einem kleinen Handheld zu realisieren sind.

Daniel meint:

Daniel

Aliens: Infestation trifft genau auf meinen Geschmack. Das liegt zum einen an der tollen Oldschool-Präsentation (Metroid lässt grüßen) als auch an der stimmigen Optik und packenden Atmosphäre. Die Detailverliebtheit macht sich insbesondere im Aliendesign bemerkbar: Facehugger bis hin zur Alienkönigin überzeugten mich mit ihren schicken Animationen. Der Wiedererkennungswert im Vergleich zum Film »Aliens« ist selbst auf den LC-Bildschirmen des Nintendo DS gegeben. Ständig pochte mein Herz, als ich in die Nähe der eiförmigen Gebilde kam. Gut, dass die Steuerung ordentlich von der Hand geht und der Touchscreen ausschließlich zur Waffenwahl oder zum Aufrufen der Map dient. Linkshänder schauen allerdings in die Röhre: Eine alternative Steuerungsvariante sucht ihr vergebens. Die Spielzeit liegt bei knapp 6 Stunden. Davon geht ein Großteil mit dem Erkunden der düsteren Areale und mit der Suche nach Keycards und Werkzeugen drauf. Wer Spiele wie Metroid Fusion oder Shadow Complex nicht mag, hat das Nachsehen. Die Action präsentiert sich knackig, aber eintönig. Respawnende Gegner mochte ich übrigens noch nie. In Kombination mit dem hohen Schwierigkeitsgrad und den teils nervigen Bosskämpfen kann das zu Frust führen. Für echte Alien-Fans dürfte dies aber kein Kaufhindernis darstellen.

Positiv

  • Atmosphärisch
  • Cooler 16 Bit-Grafikstil
  • Gutes Spielprinzip

Negativ

  • Aufgesetzte Touchpadsteuerung
  • Kein Mehrspielermodus
Userwertung
8.08571 7 Stimmen
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Forum
  • von Minrod:

    Es ist OK, keineswegs schlecht, Du sagst es schon selbst. Aber kein Gehemtipp eben, obwoh es das Zeug dazu hatte. Man hat es vermutlich zu schnell fertig kriegen wollen. Hier fehlt der letzte Feinschliff.

  • von Seegson:

    Schön dass ihr euch alle einig seid. Für mich zählt es definitiv zu den besseren Spielen aus dem Alien-Universum. Es hatte die richtige Länge und den richtigen Schwierigkeitsgrad. Ein Spiel das man immer wieder spielt ist es aber dennoch nicht. Wer mit Aliens aber generell etwas anfangen kann,...

  • von Minrod:

    Und es gibt nur einen eizigen Boss, der sich wiederholt... Verschenktens Potenzial. Leider.

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Aliens Infestation Daten
Genre Action-Adventure
Spieleranzahl 1
Regionalcode regionfree
Auflösung / Hertz -
Onlinefunktion -
Verfügbarkeit 2011-09-30
Vermarkter SEGA
Wertung 8.1
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