Fire Emblem Warriors im Test

Omega Force reitet weiter auf der Fusions-Welle, um ihr Dynasty Warriors-Prinzip in andere Serien zu integrieren. Neuster Sprössling ist Fire Emblem Warriors.

Fire_Emblem_Warriors_7Wenn wir den neuen Anstrich mal außer Acht lassen, hat sich an der Grundformel nicht viel getan. Mit 23 Probanden stolziert ihr durch vielschichtige Abschnitte und beschützt Weggefährten, erobert Basen oder müsst Schlüsselfiguren beseitigen. Um storytechnisch zu funktionieren, hat sich Omega Force selbst beklaut. Abgesehen von dem Fire Emblem-Setting ist das Grundkonzept der Geschichte von Warriors All-Stars abgekupfert. Im Königreich Aytolis greift eine böse Macht nach dem Thron und ihr als einer der beiden Zwillinge Lianna und Rowan braucht die Hilfe von anderen Helden aus dem Fire Emblem-Universum, um die Gefahr abzuwenden. Diese werden aus ihrer Zeitlinie teleportiert und lassen sich, falls ihr das möchtet, auch steuern. Im Vergleich zu Warriors All-Stars ist Fire Emblem Warriors gradliniger. Die Storyline offeriert 21 Kapitel, die ab der Mitte in zwei Handlungssträngen verlaufen, welche aber kein Open World-Konzept bieten. Das finde ich persönlich nicht so schlimm. So wirkt die Geschichte straffer und ihr seid nicht von so vielen Nebenaufgaben abgelenkt.

Vom Look und Feel ist Omega Force mit Fire Emblem Warriors eine gute Fusion gelungen. Durch die bekannten Sounds und Anpassungen hat man wirklich jederzeit das Gefühl ein waschechtes Spin-Off der Serie zu spielen. So haben die Entwickler sehr viele Tugenden der Nintendo-Marke genommen und diese integriert. Zum Start der Geschichte müsst ihr entscheiden, ob ihr den klassischen Spielmodus wählt oder nicht. Das bedeutet, wenn verlorene Helden sterben, können diese nicht mehr dem Team zugefügt werden. Zwar erscheinen sie noch in den Zwischensequenzen aber das war es dann auch schon. Verzichtet ihr auf den Permadeath sind sie nach einer neuen Mission wieder einsatzbereit. Das berühmte Waffendreieck hat ebenso Einzug gefunden. So haben Schwertkämpfer Vorteile gegenüber Äxten usw. Das solltet ihr bei der Teamzusammenstellung berücksichtigen.

Fire_Emblem_Warriors_1Aber um ehrlich zu sein, hat dies nicht so einen starken Einfluss, wie man es sonst gewohnt ist. Wenn ihr euch an das Waffendreieck haltet, lassen sich Feinde schneller ausschalten. Pausiert ihr das Spiel im Gefecht, schaltet Fire Emblem Warriors in den Strategiemodus, der den unverwechselbaren Look der Serie genauestens trifft. Dort könnt ihr (endlich!!!) alle Einheiten befehligen, die ihr zum jetzigen Zeitpunkt nicht selber steuert. Und das Freudige dabei ist, dass ihr letzten Endes mehr Kontrolle während den Scharmützeln besitzt. So lassen sich mit wenigen Klicks Kollegen dazu zu kommandieren Basen gezielt anzugreifen. In anderen Spielen von Omega Force wart ihr immer jederzeit der Willkür der K.I. ausgesetzt. Allein dieses Feature macht das Gameplay viel eingängiger wenn man sich die Zeit nehmen möchte. Wollt ihr das nicht agieren eure Untergebenen wie man es von einem echten Dynasty Warriors-Spiel erwartet. Doch mittels Knopfdruck lässt sich durch die Figuren wechseln.

Neu hinzugekommen für ein Dynasty Warriors-Spiel ist das Pairing-System welches euch erlaubt im Tandem mit einem anderen Charakter zusammenzuarbeiten. Mit einem Druck auf den Button lässt sich dieser sofort rufen. Zudem könnt ihr schnell zwischen ihnen wechseln. Auch lassen sich Super-Attacken mit dem Teamkollegen kombinieren, die entsprechend bombastisch vonstattengehen. Auf dem New Nintendo 3DS ist Fire Emblem Warriors inhaltstechnisch mit der Switch-Version identisch. Grafisch bieten beide Spiele unterschiedliche Ergebnisse. Wenn ihr im Besitz eines älteren 3DS sein, funktioniert Fire Emblem Warriors nicht, da die Hardwarepower des normalen Nintendo 3DS nicht ausreicht. Zum Glück ist das Schnetzelabenteuer kein zweites Hyrule Warriors Legends. Doch solltet ihr gehofft haben einen wunderbaren 3D-Effekt hinzu zuschalten, muss ich euch leider enttäuschen. Dieser ist zum Wohl der Spielbarkeit nicht mit an Bord.

Fire_Emblem_Warriors_6So spielt sich die New 3DS-Version zudem besser und kann mit solider Cell Shading-Grafik punkten. Auch bietet der untere Bildschirm des Handhelds dank der dort eingeblendeten Karte, angenehme Überschaubarkeit. Apropos Übersichtskarte: Bei dieser haben es die Entwickler wohl übertrieben, denn sie ist vollgestopft mit unterschiedlichen Icons, so dass Übersicht hier ein Fremdwort ist. Am meisten stört dies auf der Switch, da die Minimap jederzeit rechts oben angezeigt wird. Im Taktikmodus muss man zudem erst reinzoomen, um alle Einheiten und Details zu sehen, was die Sache auch nicht besser macht. Aber der größte Störfaktor ist die Einblendung in den Kämpfen. Wie von Fire Emblem geläufig, levelt ihr und eure Untergebenen ständig auf und wie von der Serie gewohnt, pausiert das Spiel kurz, wenn ihr oder ein Teamkollege ein Level Up erreicht. Diese Art der Information funktioniert zwar bei einem Rundenstrategietitel doch nicht bei einem Action-Game a la Dynasty Warriors, in dem alle paar Minuten der Spielfluss durch die schiere Anzahl von Level Ups unterbrochen wird. Bedauerlicherweise lässt sich dies nicht abschalten.

Grafisch ist natürlich allein schon durch die bessere Hardware die Switch-Version das reizvollere Spiel. Erfreulicherweise ist die Sprachausgabe in Englisch gehalten und das ist ein fettes Plus. So kann jeder der nicht dem Japanischen mächtig ist in den Gefechten der Geschichte folgen und muss sich nicht aufregen, den wichtigsten Teil immer zu verpassen, nur weil man nicht zugleich lesen und kämpfen kann.
 

Dominic meint:

Dominic

Warriors All-Stars hat mich enttäuscht, doch Fire Emblem Warriors hat dies wieder wettgemacht. In fast allen Punkten ist es sogar (in meinen Augen) das beste Musou-Spiel bis jetzt. Der Fanservice von Fire Emblem ist hoch, das Spielprinzip und die Storyline straff und die Neuerungen verbessern das allgemeine Spielgefühl. Wenn man die Kameraproblematik mal außer Acht lässt, kann man von einem Musou-Spiel reden, welches endlich einmal höhere Wertungen einfahren könnte.

Positiv

  • Fanservice für Fire Emblem-Fans
  • Neuerungen verbessern das Spieldesign ernorm
  • Spaßige Massenschlachten

Negativ

  • Kameraprobleme
  • Minikarte überladen
  • New Nintendo 3DS ohne 3D-Effekt
Userwertung
5.7 5 Stimmen
Wertung abgeben:
5.7
senden
Forum
  • von _2xs:

    Manche würden auch den nicht vorhandenen 3D Effekt auch auf die positive Seite tun ;D. Ist das nur beim New 3DS so? Ich hab das Spiel ja für die Switch gekauft, deswegen kann ich das nicht auf meinen verschiedenen 3DS Geräten prüfen......

  • von Civilisation:

    Die 3DS-Version war Gegenstand von Dominics Test. Fire Emblem Warriors Omega Force reitet weiter auf der Fusions-Welle, um ihr Dynasty Warriors-Prinzip in andere Serien zu integrieren. Neuster Sprössling ist Fire Emblem Warriors. Zu unserem Test ...

  • von Envy:

    Die Switch LE ist JETZT bei amazon bestellbar: amazon.de/gp/product/B0753M2G7…=xgf0rum-21&ie=UTF8&psc=1...

Insgesamt 13 Beiträge, diskutiere mit
Mehr zum Thema