Butcher im Test

MacintoshPC WindowsPlayStation 4Xbox One

Erinnert ihr euch noch an »Lemmings«? Die wuseligen, kleinen, grünhaarigen, suizidgefährdeten Viecher? Eben jene, die in den 90ern nahezu alle Konsolen und Heimcomputer unsicher machten? Nehmt nun statt 100 eine einzige Spielfigur, färbt die Grafik überwiegend mit Rostfarben. Braun, grau und rot. Viel rot. Barrikaden, Fallschirme und Co. ersetzt ihr durch zahlreiche Waffen und spickt die Level mit zig psychopathischen Gegnern, die euch ans Leder wollen. Nun noch alles mit massig Blut und Gore garnieren. Fertig ist BUTCHER!

ss1Also im Grunde hat das Spiel absolut nichts mit den knuffigen Lemmingen von Psygnosis gemein. Abgesehen von der fizzeligen (pseudo) Retrooptik. Ihr sollt niemanden retten, ihr klickt keine Menüleiste an um Befehle zu erteilten und ihr kämpft euch nicht durch 100 Level. Ballern lautet die Devise. Ballern, Ballern und nochmals ballern. Aber bitte mit etwas Taktik denn euer Magazin ist schnell geleert und der Nachschub in späteren Levels spärlich. Einzig eure Kettensäge tritt immer treu ihren Dienst an und dürstet nicht nach Benzinnachschub. Dumm nur, dass ihr oftmals nicht lange genug lebt, um die Gegner im Nahkampf zu erledigen.


ss2Gestartet wird auf einer Raumstation. Hier befinden sich zahlreiche Portale, die unseren Helden in den jeweiligen, mit martialisch klingendem Namen versehenen, Level katapultieren. Dort angekommen kämpft ihr euch durch jeweils vier, mit Gegner und Fallen gespickte Level. Im Letzten gilt es, eine besonders knifflige Aufgabe zu meistern. Oftmals bedeutet dies: mehr und vor allem bisher Unbekannte, extra rabiate und robuste Gegner. Gut das ihr in jedem Level eine neue Waffe ergattert. So gesellen sich zu Chainsaw und Shotgun alsbald Maschinengewehr, Raketenwerfer und Flammenwerfer. Selbstverständlich sind einige Gegner anfälliger für die eine, andere für eine andere Waffe. Auch hier gilt also: Taktisch vorgehen. Ansonsten verballert ihr sinnlos, massig Munition.

 

ss3Während die pseudo Retropixeloptik an das anfangs genannte Lemmings erinnert, schreit alles Weitere nach George Romeros Ego Klassiker »DOOM«. Die schmutzigen Levels, Musik und vor allem die Soundeffekte könnten so auch in den Höllenwelten von DOOM vorkommen. Die Gegner schreien und zerplatzen förmlich nach eurem Beschuss. Blutbesudelte, leichengespickte Gänge sind die Folge. Zu Beginn könnte der ein oder andere Spieler durch die Steuerung leicht verschreckt werden. In der Standardeinstellung springt man (in der für die XBox One getesteten Version) mit einer Schultertaste. Der linke Analogstick dient zum Bewegen der Figur, der rechte zum Bestimmen der Schussrichtung. Hinzu kommen zwei Tasten um die Waffen vorwärts, bzw. rückwärts durchzuschalten. Bei einem reinen Actionspiel ist speziell das Springen via Schultertaste ungewohnt. Doch keine Angst. Nach kurzer Zeit habt ihr alles verinnerlicht und hopst durch die Level wie eine junge Gazelle. Alles ist simpel, die Level kurz und knackig aber fordernd. Der Anfangstext »der einfachste Schwierigkeitsgrad ist hard« ist zudem glatt gelogen. Für Anfänger gibt es einen Casualmodus. Doch auch in diesem werdet ihr einige Tode sterben bevor ihr das Ende seht.

 

ss4Klar ist: Blut und Gore Gehalt sind groß und damit wird, wie man im Werbetrailer sieht, auch geworben. Das Spiel bietet aber tatsächlich eine tolle 2D Run n Gun Erfahrung der alten Schule. Wer alle Schwierigkeitsgrade und Sammelitems einheimsen will, ist zudem über, extrem fordernde, Stunden beschäftigt.

 

 

 

 

 

 

 

Alexander meint:

Alexander

Wenn ein Spiel Splatter und Gore dermaßen in den Vordergrund stellt, könnte man meinen, es hätte spielerisch nichts zu bieten. Weit gefehlt. Butcher hatte mich nach den ersten zehn Minuten in seinen Bann gezogen. Der Lernkurve ist extrem gut, aber fordernd. Wenn man denkt, man hätte alles gesehen, überrascht das Spiel mit neuen Gegnern, Waffen oder komplett neuen Grafiken. So bietet diese 2D Actiongranate wesentlich mehr, als zig Hightech AA Titel der letzten Monate, und verdient sich daher eine (fast) bedingungslose Empfehlung.

Positiv

  • Gore und Splatter im Überfluss
  • Eingängige und punktgenau Steuerung
  • Fetziger und "dunkler" Soundtrack

Negativ

  • Beinharter Schwierigkeitsgrad
  • etwas kurz geraten
  • Null Story
Userwertung
0.0 0 Stimmen
Wertung abgeben:
0.0
senden
Mehr zum Thema