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Left 4 Dead im Test

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Mit Titeln wie Counter-Strike, Team Fortress und Day of Defeat hat Valve bereits mehrfach bewiesen, dass sie es im Bereich Online-Gaming einfach drauf haben. Nicht ohne Grund ist der Taktik-Shooter Counter-Strike seit Herbst 1999 noch immer das beliebteste Online-Action-Spiel weltweit. Mit dem Survival-Horrorspiel Left 4 Dead hofft die amerikanische Spieleschmiede nun einen ähnlichen Erfolg verzeichnen zu können. Ob ihnen das mit Left 4 Dead gelingt, verraten wir euch im Review.
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Left-4-Dead-2.jpgUnmittelbar nach dem fulminanten Intro-Video, landet ihr ohne Umwege direkt im Hauptmenü von Left 4 Dead. Von hier aus könnt ihr einen der drei Spielmodi auswählen: Kampagne, Versus oder Einzelspieler. Der Kampagnen-Modus ist komplett auf Online-Koop-Gaming ausgelegt. Will heißen: Mit bis zu drei weiteren menschlichen Mitspielern spielt ihr hier die Handlung in vier ausgedehnten „Filmen“ nach, die in einer Vielzahl von Umgebungen in der Stadt und auf dem Land stattfinden. Jeder "Film" besteht aus fünf Kapiteln, die allesamt in einem actiongeladenen Finale enden. So müsst ihr beispielsweise ein Häuserdach so lange gegen die anstürmenden Flut von Infizierten halten, bis nach ein paar Minuten ein rettender Helikopter eintrifft. Spricht ihr euch hier nicht genau ab wer welchen Bereich deckt, flimmert schnell die Game Over Meldung über den Screen. Neben stationären Geschützen wie Gatling-Guns, könnt ihr auch mit Propangasflaschen und Benzinkanistern den Untoten gehörig einheizen und ihnen die eine oder andere fiese Falle stellen.

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Missionsziele, Zwischensequenzen oder eine Story gibt es in Left 4 Dead nicht. Es gilt nur eines: Überlebt den Levelabschnitt heil und erreicht am Ende das "Safehouse". Dort dürft ihr unter anderem euren Energie- und Munitionsvorrat aufstocken. Jeder der vier Charaktere (Biker "Francis", Junior IT-Systemanalyst "Louis", Vietnam-Veteran "Bill" und Studentin "Zoey"), die sich übrigens nur in ihrer Persönlichkeit voneinander unterscheiden, kann einen Medipack und eine Dose Pillen mit sich herumschleppen. Behutsames vorgehen ist demnach Pflicht. Heilt ein Verbandskasten 80% der Verletzungen dauerhaft, verbessert das Schmerzmittel die Gesundheit um 50%, allerdings nur kurzfristig. Sinkt eure Gesundheit auf Null herab, seid ihr nicht sofort tot. Zwar liegt eure Spielfigur dann kampfunfähig auf dem Boden, geballert werden darf trotzdem. Eilt euch innerhalb eines bestimmten Zeitlimits (also bevor ihr verblutet seid) ein Mitspieler zur Hilfe, kann euch dieser euch gar wieder beleben.

Die Waffen in Left 4 Dead sind unterteilt in Pistolen (verfügen über unendliche Munition), Maschinenpistolen (Uzi), Schnellfeuergewehre (M4), Shotguns (halb- und vollautomatisch) und Snipergewehre. Alternative Feuermodi oder Zoom gibt es nicht. Nur mit dem Scharfschützengewehr darf aufgezoomt werden. Als empfehlenswert hat sich aufgrund der hohen Streukraft und enormen Durchschlagskraft die vollautomatische Pumpgun erwiesen. Doch Vorsicht: Geht euch im falschen Moment die Munition aus und ihr müsst nachladen, ist das nicht selten das Todesurteil.. Desweiteren stehen noch Molotowcocktails sowie zeitgesteuerte Rohrbomben zur Verfügung, von denen jede Spielfigur jedoch nur eine mit sich herumtragen kann. Genial: Letztere zerlegt ganze Horden von Infizierten auf einen Streich in ihre Einzelteile, da sie durch den Piepston die Feinde anlockt.

Left-4-Dead-4.jpgApropos KI: Langweilig wird es nie, da die findigen Entwickler von Valve in Left 4 Dead eine neue Technologie, genannt „der KI-Regisseur" verwenden. Diese plaziert die wandelnden Leichen immer wieder auf eine andere Weise in den Levels und passt obendrein das Gameplay - abhängig von der Leistung eures Team - an. Zudem geht es verdammt hektisch zur Sache: Ähnlich wie in Danny Boyles „28 Days later“ sind die zum Leben erweckten Toten verteufelt flink und verdammt schnell unterwegs. Gar gefährlicher wird es, wenn Supermutanten wie der Boomer attackieren. Kotzt euch diese wandelnde Fleischmasse mit seiner Gallenflüssigkeit an, wird dadurch die Horde angelockt: Eine ausgehungerte und extrem angriffslustige Gruppe unheimlich flinker Untoten. Hört ihr in den Abschnitten ein Gejammer, ist die Witch nicht weit, an der ihr am besten leise vorbeischleichen solltet: Sie steht weder auf laute Geräusche noch auf grelles Licht (anleuchten per Taschenlampe). Rastet das zombiefizierte Miststück aus, sieht es für eure Gesundheitsanzeige finster aus..

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Das Solo-Play entspricht vom Levelaufbau 1:1 dem Online-Kampagnen-Modus, mit dem Unterschied, dass ihr hier natürlich mit Bots gegen die dämonische Zombiebrut antretet. Zwar gibt es bei der KI so gut wie nichts zu bemängeln (außer dass sie manchmal im Schussfeld steht), dennoch ist in der Einzelspieler-Kampagne alleine relativ schnell der Dampf raus. Das hat mehrere Gründe: Erstens ist die Spieldauer mit höchstens acht Stunden viel zu kurz, zweitens gibt es weder Missionsziele noch irgendwelche Rätseleinlagen die ein wenig Abwechslung ins Gameplay bringen könnten. Für etwas Frust sorgen auch die fehlenden Checkpunkte innerhalb der einzelnen Abschnitte. Anders sieht es natürlich Online aus - hier entfaltet Left 4 Dead seinen wahren Spielspaß, inbesondere im Koop-Play.

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Richtig zur Sache geht es auch im Versus-Mode. Hier treten die vier Überlebenden (Francis, Louis, Bill und Zoey) gegen die vier infizierten Supermutanten (Boomer, Hunter, Smoker und Tank) an. Die Rollen werden dabei am Ende eines Matches automatisch getauscht. Sind beim Tod die Überlebenden komplett raus, dürfen die Infizierten, die über nur wenig Lebenspunkte verfügen, nach ca. 30 Sekunden an einer beliebigen Stelle erneut ins Spiel einsteigen. Fairerweise nur außerhalb des Sichtbereichs des gegnerischen Teams.

Left-4-Dead-8.jpgDas Ziel der Überlebenden besteht auch hier darin, den Schutzraum am Ende des Levels zu erreichen: Dabei kommt es auf Teamarbeit an, Einzelgänger und Freizeit-Rambos haben keinerlei Chance - entfernt ihr euch zu weit von der Gruppe, endet das beinahe immer mit dem Ableben. Zumal die Munition knapp bemessen ist, sollte ständiges Dauerfeuer vermieden werden. Während die Überlebenden also höllisch aufeinander aufpassen müssen und sich mit roher Waffengewalt zur Wehr setzen, steht bei bei den Infizierten taktisches und vor allem leises Vorangehen, wie beispielsweise Schleichen, an erster Stelle. Anders sieht es natürlich aus, wenn einer der Mitspieler die Kontrolle über den nahezu unbesiegbaren Tank übernehmen darf.

Im Gegensatz zu den Menschen unterscheiden sich die vier Mutanten stark voneinander. An dieser Stelle eine kurze Beschreibung ihrer speziellen Fähigkeiten:

  • Der fette, langsame Boomer verfügt wie alle spielbaren Infizierten über zwei Angriffe. Beim Primärangriff bespukt er seine Gegner mit Gallenflüssigkeit: Dadurch wird die Sicht der getroffenen Person eingeschränkt, und obendrein "Die Horde" angelockt. Beim Sekundärangriff schlagt das Ungetüm mit der Klaue zu.

  • Der Hunter bespringt seine menschlichen Feinde aus kurzer bis großer Distanz. Dazu muss er sich allerdings in der Kauerhaltung befinden. Hat er einen Überlebenden angefallen, ist dieser hilflos, bis ein anderer Überlebender ihn gewaltsam vertreibt oder ihm eine tödliche Kugel verpasst. Verfügt ebenfalls über die Klauen-Attacke als Primärattacke.

  • Der Smoker kann seinen Primärangriff (Lassozunge) aus mittlerer bis großer Distanz ausführen. Hat er einen Überlebenden mit seiner Zunge eingefangen, zieht er diesen an sich heran um ihn anschließend brutal zu erdrosseln. Setzt sich alternativ per Klauen-Attacke zur Wehr.

  • Beim Tank ist der Name Programm! Dieses mutierte Ungetüm ist beinahe durch nichts und niemanden aufzuhalten und attackiert seine Feinde mit den blanken Fäusten. Durch seine extreme Kraft ist der Tank in der Lage, Autos, Betonblöcke und ähnliches aufzuheben und auf die Mitspieler zu schmettern. Achtung: Führt ihr längere Zeit keinen Angriff aus, verliert ihr die Kontrolle über den Tank.

Grafisch hat mir Left 4 Dead wirklich gut gefallen, auch wenn die Source-Engine ihre besten Tage lange hinter sich hat. Geben die verwaschenen Texturen Anlass zur Kritik, überzeugt die stabile Framerate sowie die tollen Schatten- und Lichteffekte umso mehr. Dadurch schafft es der Titel eine wirklich bedrohliche Atmosphäre zu erzeugen, der man sich nur sehr schwer entziehen kann - vorausgesetzt man kann der Zombie-Thematik etwas abgewinnen. Sehr angetan war ich beim Anspielen von der Musik und von den Soundeffekten. Zusammen mit der düsteren Optik schaffen es diese, dem Spiel den letzten Schliff zu geben. Wer schon einmal das qualvolle Gejammer der Witch gehört hat, weiß, was ich damit meine.

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Info zur deutschen Verkaufsversion: Zwar hat Left 4 Dead von der USK die Einstufung "Keine Jugendfreigabe" erhalten, dennoch ist das Spiel stark gekürzt: Gegner bluten grün, lösen sich sofort nach ihrem Ableben in Luft auf und es gibt keine abgetrennten Gliedmaßen zu sehen. Die Zensur beeinflusst in diesem Fall auch die Endwertung - bei der ungeschnittenen Originalfassung könnt ihr also nochmal 5% hinzuzählen! Übrigens wurde das Cover ebenfalls leicht zensiert: Zeigt der Packshot in der US-Fassung eine verletzte Hand mit abgerissenen Daumen, ist in der überarbeiteten PAL-Version der Daumen nach hinten abgeknickt und die Hand unverletzt.

Daniel meint:

Daniel Wie George A. Romeros Kult-Horrorfilm "Dawn of the Dead" werdet ihr auch in Valves Left 4 Dead niemals erfahren, woher die Zombie-Epidemie kommt oder was die vier Überlebenden Francis, Louis, Bill und Zoey miteinander verbindet. Aber das spielt keine Rolle, denn Left 4 Dead bietet massig spannende und temporeiche Action, einen tollen Koop-Modus und einen unschlagbar spaßigen Versus-Modus. Online ist das Spiel eine Granate und zugleich einer der Must-Have Titel 2008. Kaufen!

Positiv

  • Sehr dichte Atmosphäre, Hübsche Licht- und Schattenspiele, Abwechslunsgreiche Schauplätze
  • Koop-Play, Geniale Soundkulisse, KI-Director
  • Dt. Vers. kompatibel zur Org. Fassung, Stabile Framerate

Negativ

  • Dt. Vers. stark geschnitten, Singleplayer kurz
  • Im Versus- Modus nur zwei Filme spielbar
  • Zu kleines Waffenarsenal, Charakterwerte bei den Überlebenden gleich
Userwertung
6.2 2 Stimmen
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Forum
  • von Kou:

    So, hier ..jetzt aber ihr Nasen. Mal wer auf zünftige Versus gemetzel mit mir, Anhang und paar Freunden? Brauchen irgendwie immer so 3-4 (war auch mal anders..alle spielen was anderes) Wir spielen es jetzt wieder ab und an da der Steam Workshop so geile Mods (Lichteffekte wie aus nem AAA Titel,...

  • von Master DK:

    Bis Microsoft XboxLive für die 360 nicht mehr unterstützt ...

  • von Darkshine:

    Ist bekannt wie lange die XBOX Server noch laufen?

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