Burnout Paradise im Test

PlayStation3Xbox 360

Lange haben sich Anhänger der rasanten Burnout-Reihe gedulden müssen. Zwar kam anno 2006 eine Neuauflage des Revenge Titel für die Xbox 360 heraus, aber brandneuer Stoff wäre den meisten doch lieber gewesen. Immerhin konnten sich Geschwindigkeitsabhängige mit diversen Abklatsch-Titeln für PSP, DS und PS2 die Wartezeit bis zum Next-Gen Start von der Serie verschönern. Wie sich der nächste Geniestreich aus dem Hause Criterion im Härtetest schlägt, erfahrt ihr bei uns ...

Burnout_Paradise_11Nach einem kurzen Vorspann beginnt das Abenteuer in Paradise City. Eingeführt werdet ihr von der ach so reizenden DJ Atomica. Zu Beginn erhaltet ihr ein Auto vom Schrottplatz, von denen es insgesamt sechs Stück in der Stadt gibt. Paradise City bietet viele Viertel, die sich allesamt voneinander unterscheiden. Auch die Rennevents werden nicht mehr systematisch nacheinander abgefahren, sondern frei ausgewählt. Neben den normalen Wettrennen gibt es natürlich die altbekannten Takedown und Road-Rage Rennen. Abgewandelt wurden die Crash-Rallyes. Hier gilt es in einem bestimmten Zeitlimit rasante Sprünge oder gefährliche Drifts zu machen, um dafür mit Punkten überhäuft zu werden. Der traditionellen Crash-Modus ist leider nicht mehr vorhanden. Neu hinzugekommen ist dafür der Marked Man Modus: Dazu düst ihr quer durch die City und müsst im heilen Zustand ankommen. Bedrängt werdet ihr dabei von verschiedenen Fahrern, die euch ordentlich einheizen und von der Fahrbahn abzudrängen versuchen.

Eine üble Spielspaßbremse ist die fehlende Neustartfunktion in Burnout Paradise. Ihr habt nicht mehr die Möglichkeit verkorkste Autorennen neu zu starten, sondern müsst selbst hoffnungslos verlorene Matches zu Ende bringen. Vorsicht: Extreme Frustgefahr! Aufgrund der frei befahrbaren Stadt gibt es während der Wettrennen keine Fahrbahnbegrenzungen. Das heißt, dass ihr bei den Rennen jede Fahrbahn nutzen und nach eurer eigenen Pfeife „fahren“ könnt. Der große Nachteil ist allerdings, dass ihr unzählige Male verfahren werdet und danach planlos in der Pampa rumtuckert. Gepaart mit der nicht vorhandenen Neustartfunktion ergibt sich dadurch noch mehr Frust. Ihr könnt zwar eine Karte der Stadt aufrufen, aber durch das Hin und Her geht dem Spiel einiges an Action flöten. Nach längerer Spielzeit wird die Orientierung besser, aber zu Beginn hat man daran zu knabbern.

Burnout_Paradise_2Erreichte Siege werden übrigens auf eurer Drivers Licence vermerkt. Sobald ihr eine bestimmte Anzahl an Triumphen erlangt, wird die Anfänger-Lizenz durch eine höherwertige ausgetauscht. Bereits gefahrene Events werden gelöscht und können erneut gespielt werden. Neue Autos werden hingegen nicht mehr im Menü freigeschaltet, sondern müssen nun auf andere Art und Weise erspielt werden. Nach gewonnenen Rennen treiben sich die entsprechenden Burnout-Fahrer in vorhergesehenen Gebieten herum. Sobald ihr einen aufspürt, müsst ihr ihn von der Fahrbahn drängen und zum Takedown führen. Danach wartet der Wagen am Schrottplatz, um von euch ausgewählt zu werden.

Außerdem teile man die Vehikel in unterschiedliche Kategorien eing. Es gibt die Speed-, Aggression- und Stunt-Klassifizierung. Die Aggressioncars sind groß, schwer und am besten für Spielmodi wie Road Rage geeignet, wo es darum geht, die Gegner aus dem Verkehr zu ziehen. Allerdings schwächeln sie in Sachen Wendigkeit. Stuntcars sind prädestiniert für weite Sprünge und lange Drifts. Die Speedcars indes sind die Königsklasse, was den Boost anbelangt. Wer sich hier richtig anstellt, kann das komplette Rennen durchheizen. Aber der Turbo funktioniert nur, wenn euer Meter voll ist. Vom Fahrgefühl her ist alles beim Alten geblieben. Man kann nach wie vor nach Herzenslust rasen. Wer alles im Spiel erledigen möchte, hat eine dicke Nuss vor sich - mit einer Spielzeit von 60-70 Stunden ist zu rechnen.

Burnout_Paradise_9Grafisch bezeichne ich Burnout Paradise als gelungen. Zwar sieht es nicht so beeindruckend wie manch anderes Rennspiel aus, aber der Stil und die schöne Stadt können mehr als überzeugen. Die große Anzahl an Details und die prächtigen Crash-Animationen sowie die durchgehend flüssige Framerate krönen das Spektakel. Musikalisch stellte mich der neuste Ableger der Serie nur bedingt zufrieden. Einige Tracks wurden zwar von bekannten Rockbands beigesteuert, dennoch überwiegt die Anzahl der weniger guten Lieder. Großes Kino sind dagegen die SFX-Effekte. Wer über eine Dolby Digital 5.1 Anlage verfügt, kann seine Wände im Zimmer wahrlich zum Beben bringen. Saubere Arbeit!

Schmerzlich traf mich die Tatsache, dass es im neuesten Burnout keinen Offline-Multiplayer mehr gibt. Gerade bei diesen Partien hatte ich bislang am meisten Spaß. Dieser Modus wurde komplett aus dem Spiel entfernt und gegen einen reinen Online-Multiplayer ersetzt. Nicht, dass dieser in irgendeiner Weise schlecht sei, ganz im Gegenteil. Dennoch schade. Der Online-Multiplayer unterstützt im Übrigen die Live Vision Cam, so dass bei Überfahren der Ziellinie ein Bild des Verlierers gemacht und dem Sieger zugespielt wird. Auch eure Drivers Licence lässt sich so mit einem kleinen Foto individualisieren.




Christopher meint:

Christopher

Burnout Paradise ist ein würdiger Nachfolger und kann auch im fünften Spiel mit einem süchtigmachenden Gameplay überzeugen. Allerdings wird das Game von einigen unnötigen Macken geplagt. Nach einer Einarbeitungszeit zog mich Burnout Paradise doch noch in den Bann. Wer auf die Serie steht, sollte ohne Bedenken zugreifen.

Positiv

  • Pfeilschnelle Grafik
  • Frei befahbare Stadt
  • Großer Umfang

Negativ

  • Kein Offline-Multiplayer
  • Keine Neustartfunktion
Userwertung
6.3 3 Stimmen
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Forum
  • von _2xs:

    ... und EA hats versaut. Wenn man den Motor eines Autos startet ist direkt danach der Sound und die Musik weg. Ich habs bisher aber nur im Handheld Modus probiert. Einfach mit das geilste am Spiel funktioniert einfach nicht. In den Optionen war Sound auf 8 eingestellt. Hab auch nix gefunden, wo es...

  • von Goldeneye:

    Habs mir ebenfalls vorbestellt, freue mich schon richtig drauf. Auf den beiden Playstation Konsolen hatte ich sogar Platin geholt. Hoffentlich passt auf der Switch aber alles auf die Card....

  • von _2xs:

    Take me down to the paradise city Where the grass is green and the girls are pretty Best Videospiel Soundtrack ever. Ich steh schon in den Startlöchern, für den Kauf. Ich hoffe der Port ist gelungen. Ne Ruckelorgie wäre Schade, vor allem bei den ganzen Crashs mit Ihren...

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Burnout Paradise Daten
Genre Racing
Spieleranzahl 1 - 8
Regionalcode PAL
Auflösung / Hertz 50 / 60 Hz
Onlinefunktion Ja
Verfügbarkeit 2008-01-25
Vermarkter Electronic Arts
Wertung 8.1
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