Muramasa: The Demon Blade im Test

Nintendo Wii

Mit Muramasa: The Demon Blade hält die 2D-Optik nach Super Paper Mario erneut Einzug auf Nintendos New-Gen Konsole und schraubt die Erwartungen hoch. Zeigen sich für die Entwicklung doch die Jungs hinter dem grandiosen PS2-Rollenspiel Odin Sphere verantwortlich. Wir scheuten keine Kosten und Mühen und schnappten uns die Import-Version des neuen Action-RPGs. Kann Murasama auf Nintendo Wii überzeugen?

Muramasa_The_Demon_Blade_11Vor vielen vielen Tagen nahm ich die Disc gespannt und legte sie sofort in meine Wii. Mein Blick ins Handbuch ließ mich staunen: Muramasa: The Demon Blade unterstützt die Wiimote + Nunchuk, den Classic Controller und den Gamecube Controller. Nach etwas mehr als 20 Stunden flimmern die Credits über meinen Fernseher und ich seufze leise vor mich hin. Den Controller in der Hand, möchte ich nicht glauben, dass Muramasa bereits zu Ende gespielt ist. Aber ich nehme die Disc mit einem lachenden und einem weinenden Auge aus der Wii heraus. Obwohl das Rollenspiel leider schon vorbei ist, machte es mir in jeder einzelnen Sekunde gigantisch Spaß und reihte sich in meine persönliche Wii-TOP 5 ein. Doch worum gehts überhaupt?

Das Game bietet euch zwei unterschiedliche Handlungsstränge. Ihr habt die Wahl, ob ihr mit der Ninja-Prinzessin Momohime spielen wollt, oder euch für Kizuke entscheidet, einen jungen Ninja. Beide haben ein individuelles Schicksal, welches sie auf den Weg des Schwertes vorantreibt. Sie wird von einer dunklen Seele befallen. Der Geist des Schwertkämpfers Jinkuro nimmt Besitz von ihrem Körper und der einzige Weg wieder sie selbst zu werden, ist, Jinkuros Absichten zu bewilligen und seinen Plan zu vollenden. Er hingegen ist ein Opfer seiner verblassten Erinnerung. Gejagt, weil er einen Mord begangen haben soll, macht er sich auf den Weg, den wahren Schuldigen zu finden. Doch die Suche ist keine leichte Aufgabe, da er sich an nichts erinnern kann und daher auf sein Gespür und die Kraft seiner Klinge angewiesen ist. Mehr will ich euch nicht verraten. Dramatische Wendungen werden euch in einer Welt voller japanischen Mythen und Legenden gefangen nehmen. Zwar kann die Geschichte stellenweise etwas komplex wirken, trotzdem ist sie frisch und unterhält. Es ist keine 08/15-Held-rettet-die-Welt-Story. Und das gefiel mir sehr.

Muramasa_The_Demon_Blade_2Abgesehen von der unterhaltsamen Erzählung spielt das Game seine Karten an zwei Fronten aus. Die erste ist das Gameplay. Ihr werdet euch sofort an Spiele wie Metroid oder Castlevania erinnert fühlen, weil ihr mit eurem Charakter einen Abschnitt nach dem anderen erkundet, die alle miteinander verbunden sind. Auf Knopfdruck erscheint die Übersichtskarte, welche euch ebenfalls an Samus‘ Abenteuer oder Simons Quest denken lässt.

Ihr lauft also in traditioneller 2D-Manier von einer Seite zur nächsten und mäht alles um, was sich euch in den Weg stellt. Dabei kriegt ihr es mit verschiedenen Monstern zu tun, aber auch Ninjas, Samurais und Geister stellen sich euch in den Weg. Passiert dies, wechselt das Spiel in eine Art Kampf-Situation und ihr schwingt euer Schwert. Dabei ist die Kampf-Steuerung einfach und genial zugleich. Durch mehrfaches Drücken entfesselt ihr einen tobenden Sturm an Kombos, die jeden Gegner von den Füßen fegt.

Jederzeit könnt ihr zwischen drei verschiedenen Klingen wechseln. Und das solltet ihr auch tun, da es passieren kann, dass euch ein Schwert bricht, wenn ihr zu oft auf die Abwehr des Gegners stößt. Geschieht das, müsst ihr das Gefecht mit einer anderen Klinge beenden und die übrig gebliebenen Seelen einsammeln, die die Kraft der zerbrochenen Waffe wieder herstellen. Doch die Schwerter werden nicht nur zum Kämpfen benutzt. Oft gelangt ihr an Barrieren, die ihr nicht überwinden könnt. Hier braucht ihr eine bestimmte Schneide, die den Bannzauber brechen und euch den weiteren Weg ebnen kann. Diese Schwerter bekommt ihr jedoch nur, wenn ihr einen der vielen Bossgegner besiegen könnt. Und die sind nicht ohne! Jeder hat sein eigenes Angriffsmuster und verheerende Fähigkeiten parat, die euch schnell eure Energie rauben können. Die richtige Wahl eurer Waffe und Schnelligkeit sind die Schlüssel zum Sieg.

Muramasa_The_Demon_Blade_9Leider kommt hier der wohl einzige Wermutstropfen von Muramasa ins Spiel. Streng genommen wiederholt sich das Action-RPG im Gameplay. Ihr metzelt euch auf euren Weg zu einem der imposanten Gegner, besiegt diesen und erhaltet eine neue Waffe. Mit ihr könnt ihr dann eine bestimmte Barriere brechen und euch auf den Weg zum nächsten Obermotz machen, wo ihr die nächste Klinge bekommt, um die nächste Sperre in Luft aufzulösen. Nebenbei sammelt euer Held (oder Heldin) die typischen Erfahrungspunkte und steigt im Level, um besser zu werden. Doch einzelne Attribute verteilt das Spiel selbst. Ihr könnt nicht bestimmen, welche Stärken ihr weiter ausbaut. An vorgegebenen Schlüsselszenen, meist in einem Dorf oder kurz vor einem Endgegner, wird die Story durch Gespräche mit normalen Personen und wichtigen Charakteren fortgesetzt.

Wie in Metroid, müsst ihr hin und wieder an bestimmte Orte zurückkehren, und bis ihr einen Weg findet, die Entfernungen schnell zu überqueren, werdet ihr die Beine in die Hand nehmen und laufen. Dabei sind die Abschnitte alle feindesleer, wirken aber keinesfalls langweilig. Eher wird euch anschließend die Zeit gegeben, die wundervolle Kulisse zu bestaunen. Und obwohl Muramasa dem beschriebenen Ablauf folgt, macht es unglaublich viel Spaß. Die Kämpfe hauen euch dermaßen aus den Socken, dass ihr voller Vorfreude in den nächsten Teilbereich rennt und euer Schwert mit einem Lächeln auf den Lippen zückt. Durch die frei werdenden Orte, neue Gegner und massenweise Klingen wird die Motivation konstant hochgehalten. Und apropos: Ihr könnt im Spiel sage und schreibe 100 verschiedene Waffen schmieden!

Muramasa_The_Demon_Blade_7Kommen wir zur zweiten Stärke des Rollenspiels: der Präsentation. Ich behaupte, Muramasa: The Demon Blade ist das schönste 2D-Spiel, konsolenübergreifend. Und damit übertreibe ich nicht einmal. Die Screenshots sprechen zwar bereits Bände, aber man muss das Game in Bewegung sehen. Die Grafik ist wunderschön und mit so vielen Details versehen, dass man meinen könnte, man spiele ein visuelles Kunstwerk. Einige Hintergründe sind so schick, dass ich oft minutenlang im Abschnitt verweilt bin und mich nicht satt sehen konnte. Kornfelder wehen im Wind, Kirschbäume säumen die Straßen eines Dorfes und verteilen ihre weißen Blüten auf dem ganzen Bildschirm und Licht dringt durch die Bäume und lässt euch blinzeln, wenn ihr über die Äste springt. Die Charaktere bewegen sich alle flüssig und sind allesamt grandios animiert. Ein weiteres Highlight stellen ebenfalls die Bosse dar. Super designed sind diese meist bildschirmfüllend und sprühen nur so vor Einfallsreichtum und genialen Effekte. Auch über die musikalische Untermalung gibt es nichts zu meckern. Typisch-japanische Klänge unterstreichen die Atmosphäre und verzaubern. Die Sprachausgabe ist in japanisch gehalten, wirkt aber sehr schön und passt gut zu den einzelnen Charakteren.




Andrej meint:

Andrej

»Wow« war das Wort, welches mir über die Lippen kam, als ich zum ersten Mal in der Welt von Muramasa unterwegs war. Was Vanillaware mit ihrem neuen Action-RPG geschaffen haben, ist einfach unglaublich. Atemberaubende Optik und einen Stil, der seinesgleichen sucht. Aber auch das Gameplay macht Laune bis zur letzten Sekunde. Leider ist das Spektakel nach rund 20 Stunden durchgespielt und man wagt sich an den höheren Schwierigkeitsgrad, welcher mit neuen Schwertern und Bossen aufwartet. Im November soll das Spiel ebenfalls bei uns dank Publisher Rising Star Games erscheinen. Lasst euch dieses stylische Meisterwerk nicht entgehen!

Positiv

  • Optisches Meisterwerk
  • einfaches und motivierendes Gameplay
  • 100 Schwerter

Negativ

  • etwas monotoner Spielablauf
Userwertung
6.5 4 Stimmen
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Forum
  • von Gyaba:

    Test hat Bock auf das Game gemacht - Wii entstaubt,Game aus der Folie befreit und ab dafür! P.S.: Lag sealed einige Zeit bei mir zu Hause rum...warum eigentlich?! ...

  • von Civilisation:

    Andrej hat damals sich ins Gefecht gestürzt und Muramasa besprochen. Muramasa: The Demon Blade Mit Muramasa: The Demon Blade hält die 2D-Optik nach Super Paper Mario erneut Einzug auf Nintendos New-Gen Konsole und schraubt die Erwartungen hoch. Zeigen sich für die Entwicklung...

  • von Chronomaker:

    Fauthog schrieb: Chronomaker schrieb: Würde mal gerne wissen, wann Vanillaware ihr nächstes Projekt enthüllt. Langsam wird es ja mal Zeit. Gerüchteweise könnte der nächste Titel...

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