Art of Fighting 2 im Test

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Nachdem der Erstling bei den Fans wie eine sprichwörtliche Bombe einschlug, lieferte SNK nach knapp über 1 ½ Jahren den zweiten Teil hinterher. SNK ruhte sich dabei aber nicht auf seinen Lorbeeren aus und präsentierte ein rundum neues Game, welches wieder mal mit den wohl größten Charaktersprites überhaupt aufwarten kann. Auf SNK‘s Zeitlinie ist die Geschichte der Art of Fighting Serie (jap. Titel „Ryuko no Ken“) sogar noch vor der von Fatal Fury angesiedelt, denn Jeff Bogard (Vater von Terry Bogard) ist hier noch am Leben.

art-of-fighting-2_02Storytechnisch ist einiges passiert, denn nachdem Mr. Karate am Ende des ersten Teils enttarnt wurde, mischt er jetzt höchstpersönlich unter seinem richtigen Namen Takuma Sakazaki mit. Auch Türsteher King hat sich endgültig als Frau geoutet und kommt deutlich feminier rüber als noch im ersten Teil (wir erinnern uns an den Spezialschlag im ersten Teil, wo man Kings Bluse wegfetzen konnte und ein rosa BH zum Vorschein kam). Dieses Mal haben es die bösen Schergen Mr. Big und der mysteriöse „Young“ Geese Howard (aka Nightmare Geese) wieder auf die Macht über Southtown abgesehen. Dazu veranstalten sie das King of Fighters Turnier, um der Kyokugen-ryu Karate Schule rund um den Sakazaki Clan ein für allemal das Handwerk zu legen. Mit dabei ist wieder „Invincible Dragon“, genannt Ryo, mit Vater und Kyokugen-ryu Erfinder Takuma Sakazaki. Das Schwesterchen (noch im ersten Teil schmerzlich vermisst) Yuri kommt hier erstmals auch zum Einsatz. Der italienische Milliardärssohn und „Raging Tiger“ Robert Garcia darf als einer der besten Kyokugen-ryu Schüler natürlich auch nicht fehlen.

art-of-fighting-2_09Hier aber noch mal ein kompletter Überblick, wer jetzt alles mit dabei ist: Ryo Sakazaki, Robert Garcia, Yuri Sakazaki, Eiji Kisaragi, Temjin, John Crawly, King, Mickey Rogers, Jack Turner, Lee Pai Long, Takuma Sakazaki und Mr. Big. Am Spielsystem hat sich außer dem flotteren Ablauf nicht viel geändert und so versucht man mit Schlägen und Tritten die Powerleiste des Gegners zu minimieren. Zur Verfügung stehen dazu zusätzlich noch diverse Superschläge, wie Feuerbälle, Uppercuts etc. die zwar durchschlagskräftig sind, dafür aber gehörig Energie von der Rage Gauge abziehen (zweite Leiste unter dem Power-Meter). Um die Rage Gauge aufzuladen, bedarf es einer gut getimten Situation, währenddessen einem der Gegner nicht zusetzen kann. Man ist sonst seinen Angriffen hilflos ausgeliefert, denn die Rage Gauge wird nur langsam, durch langes drücken von (A), (B), oder (C), wieder aufgeladen.

Sehr schön ist auch, dass SNK auf die Fans hörte und man jetzt gleich alle Charaktere im 1-Spieler-Modus auswählen kann. Im ersten Teil konnte man ja nur mit Ryo oder Robert spielen und einzig im VS-Play mit den anderen Charakteren daddeln, wodurch viel Potenzial und Langspielspaß verschenkt wurde. Zusätzlich gibt es noch die Möglichkeit den Schwierigkeitsgrad, die Sprache und die Spielgeschwindigkeit festzulegen, was mit 85%, 100%, 115%, oder 130% möglich ist. Als Spieler kann ich selber aber nur zur 85% oder maximal 100% Geschwindigkeit raten, da Art of Fighting 2 sonst sowas von schnell wird, das man durch das ständige rein- und rausgezoome komplett den Überblick verliert.

art-of-fighting-2_04Um auch dieses Mal wieder für genügend Abwechslung zu sorgen, baute SNK wieder die berühmten Bonus Stages des ersten Teils mit ein. So muss man einen Baum im „Psychic Training“ bearbeiten, damit sich die Rage Gauge vergrößert. Einen weiteren Baum im „Arsenal of Ouch Training“ mit einer bestimmten Zahl an Feuerbällen eindecken, damit man neue Special Moves erhält. Oder im „Body Training“ eine Anzahl von Gegner vermöbeln, um die Powerleiste zu vergrößern.

Die Steuerung gestaltet sich sehr übersichtlich: (A) ist der Schlag- und (B) der Trittbutton, welche man durch kurzes- oder langes Antippen auch in entsprechende leichte oder harte Schläge dosieren kann. (C) fungiert dabei als Wurfbutton, während man mit (D) seinen Gegenüber verhöhnen kann, um somit seine Rage Gauge bis auf den Nullstand zu senken. In Kombination (C) + (A) sind Uppercuts und mit (C) + (B) Low Kicks möglich. Insgesamt verlangt Art of Fighting 2 aber eine exakte Move Eingabe, was so manchen Special Move wirklich schwierig werden lässt.

Grafisch kann Art of Fighting 2 auf ganzer Linie überzeugen und hat alles, was man technisch von einem NeoGeo Spiel erwartet kann: Riesige und gut animierte Sprites, die zudem auch noch so farbenfroh ausgefallen sind, dass es eine wahre Freude ist, wenn man sein NeoGeo einschalten darf. Solch witzige Details aus dem ersten Teil wie verbeulte- und blaugeschlagene Gesichter sind auch hier wieder dabei. Die Hintergründe stehen dem in nichts nach und enthalten so viele Details und Kleinigkeiten, dass man öfter mal auf die Pausetaste drücken muss, um alles richtig wahrnehmen zu können.

art-of-fighting-2_08Besonders hervorzuheben sind die Hintergründe vor dem Garcia Anwesen mit Roberts rotem Ferrari, die riesigen Flugzeugräder auf dem nebligen Flughafen-Rollfeld oder im Parkhaus mit Mr. Big schwarzer Limousine. Dafür ist der Zoomeffekt aber etwas zu groß bzw. weit geworden, so dass die Protagonisten voll rausgezoomt doch arg pixelig daherkommen. Für das Auge kommt erschwerend hinzu, dass immer wieder so schnell rein- und rausgezoomt wird, bis man irgendwann die Übersicht verliert. Das haben andere SNK Spiele, wie z. B. Samurai Shodown deutlich besser gemacht.

Akustisch präsentiert sich Art of Fighting 2 mit der typischen SNK-Rockmusik, die sich gut in das Geschehen einfügt. Leider sind keine richtigen Ohrwürmer dabei, dafür sorgt aber die glasklare Sprachausgabe mit den nervenaufreibenden Kampfschreien für die richtige Stimmung.




Marco meint:

Marco

Art of Fighting bleibt Art of Fighting! Wer den ersten Teil mochte und mit dem gewöhnungsbedürftigen Gameplay klargekommen ist, wird auch hier seine helle Freude haben. Alle anderen werden von der haargenauen Moveeingabe, dem übermenschlichen Schwierigkeitsgrad und dem hektischen Gameplay, welches durch das ständige rein- und rausgezoome verursacht wird, schnell die Nerven verlieren. Daher ist Art of Fighting 2 eher für Nostalgiker und Sammler interessant, denn es gibt auf dem NeoGeo mehr als genug (und weit aus bessere) Alternativen, um sich mit einem weiteren Mitspieler gepflegt die Fäuste um die Ohren zu hauen.

Positiv

  • Riesige Charaktersprites
  • Spektakuläre Hintergründe
  • Alle Charaktere spielbar

Negativ

  • rein- und rausgezoome
  • haargenaue Moveeingabe nötig
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7.9 27 Stimmen
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Forum
  • von Wan-Fu:

    Oja Geese ist ne harte Nuss. Früher durchgespielt,heute eher nicht mehr. ...

  • von Darkshine:

    Der härteste 2D Prügler den ich je gezockt habe. Damit verglichen sind Teil 1 und 3 Kindergeburtstage.

  • von Civilisation:

    Marco hat den Nachfolger von Art of Fighting getestet. Wird Teil 2 ebenfalls wie eine Bombe einschlagen. Art of Fighting 2 Nachdem der Erstling bei den Fans wie eine sprichwörtliche Bombe einschlug, lieferte SNK nach knapp über 1 ½ Jahren den zweiten Teilhinterher. SNK ruhte...

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