
Welcher dieser Helden darfs heute sein?
Wackere Lynx-Abenteurer wählen zu Spielbeginn einen von acht verschiedenen Charakteren, wobei jeder über unterschiedlich stark ausgeprägte Attribute wie Speed, Strength, Fighting Skill und Health verfügt. Die "Helden" kommen dabei reichlich skurill rüber, wer will kann als Pirat, Cowboy oder Nerd mit dicker Hornbrille ins Gefecht ziehen. Habt ihr die entsprechende Hard- und Software zur Hand, dürfen sogar noch drei menschliche Gefährten mit nach dem geheimnisvollen Sternendiamanten gieren. Dessen Suche ist nämlich das erklärte Ziel der Reise und führt euch durch insgesamt 40 verschiedene Ebenen. Damits nicht zu langweilig wird, sind neben obligatorischen Items wie Essen, Schlüssel, Magietränke und Schriftrollen auch allerlei Monster-Gezüchte unterwegs, die leider recht abweisend Gästen gegenüber sind.
Wer jetzt schon das Schwert ziehen will um die Finsterlinge zu ihrem Schöpfer zu schicken, sollte zumindest etwas taktisch dabei vorgehen. Gerade im Multiplayer ergeben sich hier nämlich wie beim Spielhallenoriginal gute Möglichkeiten der Zusammenarbeit, beispielsweise im gezielten Weglocken von Monstern oder dem Bekämpfen aus der Entfernung. Nahkämpfe rauben nämlich ganz schön Lebensenergie und von dieser habt ihr naturgemäß nicht gerade üppig viel. Zusätzlich verliert ihr hier ganz seriengetreu stetig Lebensenergie, was für die Ermüdung eures Recken stehen soll. Eine Tatsache, die leider ziemlich nervig ist da ihr selbst beim warten ständig Lebenskraft einbüsst.

Gauntlet wie man es in bester Erinnerung hat..
Auch das Kampfsystem hätte ruhig noch etwas Feinarbeit vertragen, denn im Prinzip bekommt ihr von den "spannenden" Kämpfen herzlich wenig mit. Taucht ein Monster vor euch auf, gebt ihr blitzschnell Angriffsbefehl und das betreffene Monster verschwindet, wobei es noch aus dem Kampf resultierende Schäden hinterlässt. Reichlich unspektakulär und nichtmal eine klitzekleine Animationen macht deutlich, daß hier eben ein Kampf auf Leben und Tod gefochten wurde.
Ohnehin haben sich die Grafiker leider arg zurückgehalten. Vielleicht doch ein Zeichen dafür, daß der Titel ursprünglich mal einer der ersten für den damals brandneuen Handheld werden sollte. Abgesehen von den popeligen Bewegungsanimationen sucht ihr weitere praktisch vergeblich, da hat sich jemand eine Menge Arbeit gespart...
Zudem ist die Optik alles in allem für meinen Geschmack etwas zu klein und funzelig geworden, vermutlich um die CPU nicht zu überfordern. Da hätte man aber vielleicht lieber das "First-Person-View" Fenster am linken unteren Rand weglassen sollen, denn irgendeinen brauchbaren Nutzen kann man dem Ding ohnehin nicht zu sprechen. Aber hätte, wäre, wenn ....

Reichlich unnütz - die "First-Person View" links unten...
Übrigens wird der Lynx ähnlich wie z. B. bei Klax zum spielen hochkant gehalten, was die Übersicht in den Dungeons meiner bescheidenen Meinung nach etwas verbessert. Allerdings ist es reichlich ungewohnt so zu spielen und zumindest meine Hände ermüdeten beim ausgiebigen Testspielen irgendwie recht bald.
Nunja, mit Gauntlet: The Third Encounter ist Atari nicht gerade ein großer Wurf gelungen, der einzig und allein bei mehreren Mitspielern etwas Charme entwickelt. Solo ist das Vergnügen aber eher zweifelhaft und dürfte den Großteil der Spieler nicht länger als 30 Minuten vor den Lynx locken, da einfach zu wenig Abwechslung geboten wird.