The Chant im Test

PC Windows

Der Oktober ist die alljährliche Zeit für alle möglichen Horrorgames. Auch in diesem Jahr wird im so genannten Shocktober wieder eine Vielzahl an Spielen geboten, die sich für das jährliche Gruselfest an Halloween anbieten. Für mich stach dieses Mal besonders The Chant heraus, dass nicht nur mit einer erfrischenden Story, sondern auch mit einer gewieften Spielmechanik aufwartet. Ich habe mich also tief in die Eingeweide von Glory Island gewagt, um mich dem Grauen zu stellen.

The-Chant-24Wünscht ihr euch nicht einfach mal dem Alltag zu entfliehen, und eure Probleme hinter euch zu lassen? Dann geht es euch so wie Jess, die eben das vorhat. Von ihren inneren Dämonen geplagt, flüchtet sie zu ihrer Freundin, die mit einer Kommune auf einer einsamen Insel lebt, um dort inneren Frieden zu finden. Glory Island heißt dieses Kleinod passenderweise, dass die innere Glückseligkeit wieder zurückbringen soll und die innere Balance von Jess wiederherstellen soll. Als sie mit dem Boot ankommt, wird sie schon von ihrer Freundin Kim empfangen, die bereits seit längerer Zeit hier lebt. Sie ist es auch, die ihr die Gegend zeigt und die Bewohner der Kommune vorstellt. Gleich zu Beginn merkt ihr, dass diese Gemeinde feste Strukturen hat, die durchaus einer Sekte ähneln. Doch wenn dies eurem Seelenfrieden zuträglich sein sollte, lasst ihr euch auf dieses Experiment ein.

Jeder in der Wohngemeinschaft hat dabei seine festen Aufgaben, wie ihr schon nach kurzer Zeit lernt, und auch die Charaktere könnten unterschiedlicher nicht sein. Da gibt es beispielsweise Maya, die sich um die Verpflegung kümmert und ihren Sohn verloren hat. Sonny ist der lebhafte der Gruppe, der sich in den Minen verwirklichen möchte und dabei den Umsatz der abgebauten Kristalle im Sinn hat. Angeführt wird die Gemeinschaft von Tyler, dem Guru, der zusammen mit seiner Freundin Hannah sozusagen die Leitung der Kommune innehat. Doch wie auch Jess haben alle auf der Insel ihr Päckchen zu tragen, was ihr nach und nach in Erfahrung bringt. Meist in Form von Dokumenten, die ihr auf die Insel verstreut findet und tiefere Einblicke in die Geschichte und das Zusammenleben auf dem Eiland bieten.

Bei einem allabendlichen Ritual geht etwas schief und dadurch verbreitet sich ein sonderbarer Nebel auf der Insel, der fürchterliche Kreaturen mit auf die Insel bringt. Ihr könnt euch jedoch zunächst nicht erklären, ob diese real sind oder einfach nur Halluzinationen sind, die von dem seltsamen Tee kommen, den ihr beim Ritual konsumiert habt. Auf jeden Fall müsst ihr euch gegen die Feinde verteidigen. Dies geschieht nicht mit Schusswaffen, sondern die Bewaffnung baut ihr euch selbst. Mit den sechs Materialien, die ihr finden könnt, baut ihr euch jeweils drei Nah- und Fernkampfwaffen durch einfaches Kombinieren. Von brennenden Dornenzweigen, die Gegner in Brand stecken und zusätzlich schaden, habt ihr beispielsweise auch Salz dabei, dem heilige Kräfte zugesprochen werden und die Monster von euch fernhalten. 

The-Chant-61Im Gegensatz zu anderen Survival Horror Games habt ihr nicht nur eine Lebensleiste, sondern müsst ihr euch zusätzlich noch um euren geistigen Zustand kümmern, der in den Verstand und den Geist unterteilt ist. Dabei ist der Verstand der wichtigste Faktor. Bewegt ihr euch im Nebel mit seinen seltsamen Kreaturen oder werdet von deren Psychoattacken angegriffen, leert sich die Verstandsleiste. Sollte diese leer sein, erleidet ihr eine Panikattacke und müsst fliehen, da ihr sonst nichts mehr machen könnt. Die „Geistleiste“ wird später für übersinnliche Fähigkeiten genutzt, kann allerdings ebenfalls zum Meditieren verwendet werden. Dadurch leert sich der Geist, aber dafür wird der Verstand gestärkt. Allerdings ist das nur möglich, wenn ihr euch logischerweise nicht gerade in Gefahr befindet. Zusätzliche könnt ihr euren Zustand mit gefundenen Kräutern verbessern. Lavendel beruhigt euren Verstand, Ingwer stärkt eure Lebenskraft und Geistpilze lassen euren Geist wieder aufblühen.

Das Kampfsystem im Spiel ist zwar recht simpel gestaltet, erfüllt aber vollends seinen Zweck. Ihr könnt mit Nah- und Fernkampfwaffen angreifen, leichte und starke Attacken ausführen als auch ausweichen und Spezialfertigkeiten nutzen. Die Kämpfe kommen oft plötzlich, aber nicht immer überraschend. Als Genrekenner wird man hin und wieder an manchen Stellen Gegner erwarten und bekommt sie dann entsprechend. Dennoch sind die Kämpfe durchaus unterhaltsam und nie störend. Auch das Gegnerdesign ist passend zum Thema und jederzeit schlüssig. Jedoch ist der Kampf nicht das zentrale Element des Gameplays, sondern vervollständigen eher das Gesamterlebnis. Es wurde ein durchaus hoher Fokus auf die Erkundung und Lösung von Rätseln gelegt. Die Rätsel an sich, sind aber nicht sonderlich komplex, so dass jeder recht schnell weiß, was zu tun ist. Mal müssen Kristalle angeordnet oder ein Pflanzenvernichtungsmittel zusammengemischt werden, um weiterzukommen. Die verschiedenen Orte der Insel sind dabei alle miteinander verbunden, so dass man nach und nach neue Teile der Insel erkunden kann. Eine Karte der Insel besitzt ihr nicht, dafür gibt es aber Wegweiser, die euch die Richtung zu bestimmten Orten anzeigen, so dass ihr euch nicht verlaufen könnt. Die Wege sind allerdings oft verwinkelt und beherbergen, oft auch das ein oder andere Geheimnis, von daher lohnt es sich, alles etwas genauer abzusuchen. Hin und wieder findet ihr Fläschchen mit kleinen Kristallen, die durchaus nützlich sind. Mit diesen lassen sich nämlich eure Fertigkeiten steigern. So kommt ihr beispielsweise an verbesserte Eigenschaften oder zusätzliche Fähigkeiten, die allesamt Punkte kosten.

The-Chant-69Insgesamt umfasst The Chant sechs Kapitel mit unterschiedlichen Gegenden, die allesamt durch einen Bosskampf abgeschlossen werden. Technisch liegt The Chant dabei auf der Höhe der Zeit. Das liegt daran, dass man die alte Konsolengeneration bei der Entwicklung über Bord geworfen hat. Heißt also The Chant könnt ihr nur auf PC, Xbox Series X|S und PlayStation 5 spielen. Wir haben das Spiel auf den beiden Series Konsolen getestet und es lief dabei ohne Probleme. Allerdings merkt man der Series S in manchen Szenen die schwächere Hardware durchaus an. Vor allem die Gesichtsanimationen sehen in manchen Zwischensequenzen etwas verwaschen aus, was auf der Series X nicht der Fall ist. Dies muss man sich wahrscheinlich erkaufen, um das Spiel flüssig zu halten. Einbrüche der Framerate konnten wir in unserem Test nicht entdecken. Allerdings hat man in späteren Patches auch eine weitere Verbesserung der Performance versprochen, was hier noch etwas verändern kann.

 

Michael meint:

Michael

The Chant hat mich bei einem Test auf jeden Fall positiv überrascht. Die Geschichte an sich ist zwar etwas vorhersehbar, aber dennoch spannend genug erzählt, um den Spieler bei Laune zu halten. Ebenso das Absuchen der vermeintlich einsamen Insel motiviert und mit der zu findenden Lore vervollständigen sich auch Lücken der Hintergrundgeschichte, die The Chant zu einem runden Ganzen machen. Das Kampfsystem ist spaßig und das simple Crafting und dem Erfahrungssystem lassen ausreichend Raum für die eigene Entwicklung des Hauptcharakters. Zudem bietet das Spiel mit den drei verschiedenen Enden genug Motivation zum mehrmaligen Durchspielen, auch wenn ein Durchgang nur zwischen 6 und 7 Stunden dauern mag. Von mir auf jeden Fall eine Empfehlung für Fans des Genres, die mal wieder ein wenig in die Klassiker der Genres des Übersinnlichen eintauchen möchten.

Positiv

  • interessantes Lebensleistenmanagement
  • Bewaffnung passend zur Thematik
  • viel zu entdecken auf der Insel

Negativ

  • auf Series S teils verwaschene Texturen
  • etwas vorhersehbare Geschichte
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Forum
  • von Mistercinema:

    Und auch hier hätten wir den Releasetag erreicht. ...

  • von Mistercinema:

    Und wieder frisches Videofutter zu "The Chant". Kurios, dass das hier so wenig Resonanz findet.... Prime Matter veröffentlicht heute einen neuen Trailer zu The Chant, einem kosmischen Third-Person-Horror-Action-Adventure für Einzelspieler. Das neue Video beinhaltet erste...

  • von Mistercinema:

    Sehr geniales Video zur Entstehung der Musik / der Sounds für "The Chant: Ein exklusives Interview mit Paul Ruskay, dem Audio Director, und Mike Skupa, dem Creative Director von The Chant nimmt Sie mit hinter die Kulissen des kosmischen Einzelspieler-Horror-Action-Adventures, das am 3....

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The Chant Daten
Genre Actionadventure
Spieleranzahl 1
Regionalcode Regionfree
Auflösung / Hertz 4K
Onlinefunktion Ja
Verfügbarkeit 2022-11-03 10:00:13
Vermarkter -
Wertung 7.6
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