#DRIVE Rally ist der aktuelle Titel des polnischen Entwicklerstudios Pixel Perfect Dude und versteht sich als eine Art Nachfolger zum mobilen Erfolg #DRIVE aus dem Jahr 2019. Während der Vorgänger noch stark auf ein Endless-Runner-artiges Gameplay setzte, wagt sich #DRIVE Rally in Richtung eines waschechten Arcade-Rennspiels mit Rallye-Anleihen und verabschiedet sich damit bewusst von den Mechaniken, die die Marke ursprünglich bekannt gemacht haben. Ob das eine wohlüberlegte Entscheidung ist, erfahrt ihr im folgenden Review.
Optisch schlägt #DRIVE Rally einen sehr eigenständigen Weg ein. Statt auf Fotorealismus zu setzen, entscheidet sich das Team für einen knalligen Comic-Look mit Cel-Shading, der stark an klassische Rallye-Poster und Zeitschriftencover aus den neunziger Jahren erinnert. Diese Entscheidung passt hervorragend zum generellen Tonfall des Spiels, das ohnehin keine große, ernste Inszenierung anstrebt. Es gibt keine erzählte Geschichte oder Zwischensequenzen, was angesichts des unkomplizierten Charakters des Spiels aber überhaupt nicht störend wirkt. Stattdessen konzentriert sich alles auf das reine Fahrerlebnis, garniert mit sechs unterschiedlich gestalteten Schauplätzen, die sich spürbar in Look und Streckenführung unterscheiden. Spielerisch orientiert sich #DRIVE Rally an den Rallye-Titeln der frühen neunziger Jahre und verzichtet bewusst auf komplexe Reifenmodelle oder umfangreiche Telemetrie-Bildschirme, wie man sie aus modernen Simulationen kennt. Gefordert sind stattdessen eine griffige Handbremse, ein gutes Gefühl fürs Drift-Timing und der Mut, auch mal riskant durch enge Kurven zu schneiden. Dieses altmodische, aber sympathische Grundprinzip funktioniert überraschend gut und dürfte vor allem Spieler ansprechen, die sich nach den unkomplizierten Rennspielen ihrer Kindheit sehnen. Die Steuerung reagiert direkt, die Ladezeiten fallen angenehm kurz aus, sodass man zügig von einem Rennen ins nächste wechseln kann.
Ein echtes Highlight sind die Co-Fahrer-Ansagen, die im Spiel eine wichtige Rolle einnehmen. Anstatt sich auf grafische Richtungspfeile am Bildschirmrand zu verlassen, müssen Spielerinnen und Spieler tatsächlich auf die gesprochenen Ansagen wie "rechts, eng" oder "Haarnadelkurve links" hören, um rechtzeitig zu reagieren. In Kombination mit einer bewusst zurückhaltenden musikalischen Untermalung entsteht dadurch eine angenehm intuitive Klangkulisse, die dem Rennerlebnis eine zusätzliche taktische Ebene verleiht. Wer sich stattdessen doch lieber an visuellen Hinweisen orientiert, wird hier allerdings enttäuscht, da entsprechende Symbole komplett fehlen. Diese hätte man zumindest zusätzlich mit anbieten können. Neben den klassischen Rennserien bietet #DRIVE Rally auch einen Freie-Fahrt-Modus, in dem man frei über eine recht großzügig angelegte Karte fahren kann. Hier warten unter anderem Buchstaben zum Einsammeln, mit denen sich weitere Karten freischalten lassen. Außerdem Upgrades, um das eigene Fahrzeug optisch anzupassen. Online-Bestenlisten runden das Angebot ab und sorgen für einen gewissen Wiederspielwert, und bieten eine gewisse Motivation, die eigene Bestzeit oder die der Community zu unterbieten. Einen waschechten Mehrspielermodus mit gleichzeitigem Rennen gegen andere Spieler sucht man dagegen vergeblich, was angesichts des ansonsten kompetitiven Charakters durch die Bestenlisten schon etwas schade ist. Immerhin sorgen sogenannte Ghost-Fahrer, also die aufgezeichneten Fahrten anderer echter Spieler, für eine indirekte Form des Wettbewerbs und motivieren zusätzlich, die eigene Linie und das Timing zu verfeinern.
Der größte Kritikpunkt an #DRIVE Rally betrifft letztlich die Abwechslung im längeren Spielverlauf. Zwar gibt es sechs unterschiedliche Schauplätze mit jeweils eigenem visuellen Charakter, doch nach einigen Stunden beginnen sich viele Rennen inhaltlich stark zu ähneln. Hat man die grundlegenden Fahrmechaniken erst einmal verinnerlicht, bieten die folgenden Events kaum noch nennenswerte neue Herausforderungen jenseits einer veränderten Kulisse. Auch der Schwierigkeitsgrad ist eher niedrig angesetzt, sodass man meist recht zügig die Führung übernimmt, während echte Herausforderung eher im Duell mit den Bestzeiten anderer Spieler entsteht. Diese fehlende Progression bei den Rennzielen sorgt dafür, dass der anfängliche Charme mit der Zeit etwas verblasst, auch wenn das grundlegende Fahrgefühl durchgehend solide bleibt. Technisch zeigt sich #DRIVE Rally größtenteils stabil, wobei es bei der getesteten Switch Fassung durchaus zu Hängern kommen kann, wenn im Menü nachgeladen wird.
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Michael meint:
Schlussendlich ist #DRIVE Rally ein sympathisches, unaufgeregtes Arcade-Rennspiel, das mit seinem comichaften Look und dem angenehmen Fahrgefühl durchaus zu überzeugen weiß. Wer auf der Suche nach einem unkomplizierten Rennspiel ist, das sich bewusst von komplexen Simulationen abgrenzt und stattdessen auf schnellen, zugänglichen Fahrspaß setzt, dürfte hier gut bedient werden. Auch wenn ich persönlich beim Fahren eine visuelle Angabe der Richtungswechsel vermisst habe. Wer allerdings innovative Spielmechaniken, eine tiefere Progression oder einen waschechten Mehrspielermodus erwartet, wird enttäuscht. Im direkten Vergleich mit anderen Genrevertretern bleibt #DRIVE Rally spielerisch eher konventionell und hebt sich weniger stark ab, als es der ungewöhnliche Vorgänger vermuten ließ. Für kurze Spielsitzungen zwischendurch, entspanntes Fahren ohne großen Anspruch und gelegentliche Duelle gegen die eigene Bestzeit oder die, anderer Spieler ist es aber allemal eine solide Wahl, auch wenn der langfristige Reiz aufgrund der begrenzten Abwechslung überschaubar bleibt.
Schlussendlich ist #DRIVE Rally ein sympathisches, unaufgeregtes Arcade-Rennspiel, das mit seinem comichaften Look und dem angenehmen Fahrgefühl durchaus zu überzeugen weiß. Wer auf der Suche nach einem unkomplizierten Rennspiel ist, das sich bewusst von komplexen Simulationen abgrenzt und stattdessen auf schnellen, zugänglichen Fahrspaß setzt, dürfte hier gut bedient werden. Auch wenn ich persönlich beim Fahren eine visuelle Angabe der Richtungswechsel vermisst habe. Wer allerdings innovative Spielmechaniken, eine tiefere Progression oder einen waschechten Mehrspielermodus erwartet, wird enttäuscht. Im direkten Vergleich mit anderen Genrevertretern bleibt #DRIVE Rally spielerisch eher konventionell und hebt sich weniger stark ab, als es der ungewöhnliche Vorgänger vermuten ließ. Für kurze Spielsitzungen zwischendurch, entspanntes Fahren ohne großen Anspruch und gelegentliche Duelle gegen die eigene Bestzeit oder die, anderer Spieler ist es aber allemal eine solide Wahl, auch wenn der langfristige Reiz aufgrund der begrenzten Abwechslung überschaubar bleibt.