Dave the Diver im Test

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Dave the Diver ist eines jener Spiele, die sich jeder Kategorisierung entziehen und gerade deshalb so faszinierend sind. Entwickelt vom südkoreanischen Studio Mintrocket und veröffentlicht von Nexon, vereint dieser Indie-Titel Elemente aus Tauchsimulation, Ressourcenmanagement, Restaurantbetrieb und Action-Adventure zu einem erstaunlich kohärenten und süchtig machenden Erlebnis. Was auf den ersten Blick wie eine kuriose Mischung wirkt, entpuppt sich schnell als eines der charmantesten und durchdachtesten Spieldesigns der letzten Jahre.

Dave-the-Diver-09Die Prämisse ist herrlich absurd und doch sofort einleuchtend: Der etwas füllige Dave wird von seinem alten Freund Cobra rekrutiert, um tagsüber im geheimnisvollen Blauen Loch zu tauchen und Fisch zu fangen, während er abends in Cobras Sushi-Restaurant aushilft. Was als einfacher Gefallen beginnt, entwickelt sich zu einem immer komplexeren Geflecht aus Unterwasserabenteuern, kulinarischen Herausforderungen und einer überraschend tiefgründigen Geschichte voller skurriler Charaktere und unerwarteter Wendungen.

Das Gameplay teilt sich in zwei komplementäre Hälften, die sich gegenseitig perfekt ergänzen. Tagsüber stürzt sich Dave mit seiner Tauchausrüstung in die Tiefen des Ozeans, bewaffnet mit Harpunen, Netzen und später immer ausgefeilterer Ausrüstung. Die Unterwasserwelt ist wunderschön gestaltet, mit einer pixeligen Retro-Ästhetik, die dennoch erstaunlich lebendig und detailliert wirkt. Jeder Tauchgang ist zeitlich begrenzt durch Daves Sauerstoffvorrat, was jedem Ausflug eine angenehme Spannung verleiht. Die Vielfalt der Meeresbewohner ist beeindruckend – von harmlosen kleinen Fischen bis zu gefährlichen Haien, von bizarren Tiefseewesen bis zu prähistorischen Kreaturen, die eigentlich längst ausgestorben sein sollten. Das Blaue Loch hat nämlich seine Geheimnisse, und je tiefer Dave vordringt, desto mysteriöser wird es.

Dave-the-Diver-12Die Fischjagd selbst ist befriedigend umgesetzt, mit verschiedenen Waffen und Taktiken für unterschiedliche Beutetiere. Größere Fische erfordern präzise Treffer und geschicktes Ausweichen, während kleinere in Schwärmen mit Netzen gefangen werden können. Das Spiel belohnt Effizienz und Planung – jeder gefangene Fisch hat ein Gewicht, und Dave kann nur eine begrenzte Menge transportieren, was strategische Entscheidungen darüber erfordert, was man mitnimmt und was man zurücklässt. Hinzu kommen Nebenaufgaben wie das Fotografieren seltener Arten, das Sammeln von Schätzen und Materialien oder das Erfüllen spezieller Fangaufträge.

Abends verwandelt sich das Spiel in ein Restaurantmanagement-Erlebnis, das überraschend fesselnd ist. Dave muss die gefangenen Fische verarbeiten, das Menü zusammenstellen und dann den Service koordinieren. Die Restaurantsequenzen spielen sich wie ein hektisches, aber charmantes Minispiel, bei dem man Bestellungen annimmt, Drinks serviert und dafür sorgt, dass die Gäste zufrieden sind. Seltene oder hochwertige Fische können zu besonderen Gerichten verarbeitet werden, die mehr Geld einbringen und die Zufriedenheit der Kunden steigern. Das verdiente Geld fließt wiederum in Upgrades für Daves Tauchausrüstung, bessere Küchenausstattung oder Restauranterweiterungen, was eine befriedigende Fortschrittsschleife erzeugt.

Dave-the-Diver-05Was Dave the Diver jedoch wirklich heraushebt, ist sein unerschöpflicher Ideenreichtum. Das Spiel führt ständig neue Mechaniken, Charaktere und Aktivitäten ein, sodass man nie genau weiß, was als Nächstes kommt. Plötzlich züchtet man Fische in einer Farm, dann betreibt man Unterwasser-Landwirtschaft mit Algen und Korallen, schließlich jagt man riesige Boss-Kreaturen oder erkundet mysteriöse Ruinen mit Puzzles und Plattforming-Elementen. Es gibt Umweltschutzmissionen, bei denen man Müll beseitigt, VIP-Gäste mit besonderen Wünschen, Mini-Games wie Drohnenkämpfe oder Eisangeln, und sogar eine Social-Media-Komponente, bei denen man Fotos von seltenen Fischen teilt. Die Entwickler scheinen sich nie selbst zu langweilen und bombardieren den Spieler mit einem endlosen Strom an frischen Ideen.

Die Geschichte ist ebenso skurril wie charmant, bevölkert von unvergesslichen Charakteren wie dem bombastischen Cobra, dem mysteriösen Meeresbiologen Dr. Bacon, der Waffen-Enthusiastin Duff oder dem Social-Media-besessenen Nikhil. Die Dialoge sind witzig geschrieben, oft selbstironisch und mit einem angenehm leichten Ton, der nie zu albern wird. Es gibt eine übergeordnete Handlung über die Geheimnisse des Blauen Lochs, eine mysteriöse Organisation und uralte Zivilisationen, aber das Spiel nimmt sich selbst nie zu ernst und behält stets seine spielerische Leichtigkeit. Dies wird auch in den charmant und witzig designten Zwischensequenzen des Spiels deutlich.

Dave-the-Diver-06Technisch ist Dave the Diver eine Augenweide für Fans von Pixelkunst. Die Grafik verbindet detaillierte Sprites mit modernen Lichteffekten und flüssigen Animationen zu einem Stil, der sowohl nostalgisch als auch zeitlos wirkt. Die Unterwasserwelt fühlt sich lebendig an, mit dynamischen Lichtstrahlen, die von der Oberfläche herabdringen, Partikeln, die im Wasser schweben, und Fischen, die sich natürlich bewegen. Der Soundtrack ist entspannt und atmosphärisch, perfekt geeignet, um die meditative Qualität der Tauchabschnitte zu unterstreichen, während er in den Restaurantszenen schwungvoll und energetisch wird.

Die Länge des Spiels ist großzügig, ohne je zu überladen zu wirken. Man kann problemlos 30 bis 40 Stunden mit dem Hauptspiel verbringen, und wer alle Sammelaufgaben, Nebenmissionen und Geheimnisse erkunden will, findet noch deutlich mehr Inhalt. Dabei fühlt sich das Spiel nie wie Füllmaterial an – jede neue Mechanik hat einen Zweck, jede Nebenmission erweitert die Welt auf sinnvolle Weise.

 

Michael meint:

Michael

Dave the Diver ist ein seltener Fall eines Spiels, das einfach pure Freude bereitet. Es ist kreativ, überraschend, großzügig mit seinem Inhalt und dabei nie überfordernd oder stressig. Die Mischung aus entspanntem Erkunden, taktischer Jagd, Management-Herausforderungen und charmanter Erzählung funktioniert auf eine Weise, die man vorher nie für möglich gehalten hätte. Es ist das perfekte Spiel für alle, die etwas Frisches und Unkonventionelles suchen, das sie mit einem Lächeln im Gesicht und dem Drang, noch einen Tauchgang zu machen, zurücklässt. Ein absolutes Highlight, das beweist, dass Innovation und Spaß nicht Millionenbudgets erfordern, sondern vor allem Kreativität, Leidenschaft und den Mut, etwas Neues zu wagen.

Positiv

  • gelungene Kombination verschiedener Genres
  • liebenswerte Charaktere und entspannte Atmosphäre beim Erkunden
  • großer Spielumfang

Negativ

  • Restaurantabschnitte wirken später etwas repetitiv
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Forum
  • von Phill XVII:

    Heute ist der Like a Dragon Ichiban DLC erschienen. Der hat aber ungewöhnlicherweise ein Ablaufdatum. Am 9 Oktober wird er wieder verschwinden....

  • von 112erstahlbeton:

    So weit bin ich noch nicht. Bin gerade dabei deren vertrauen zu gewinnen. Seltsamerweise hat bei meiner nächsten Spielsession nach meinem Post überall Seegras gespawnt Die Endgegner find ich auch witzig. Gerade die Krabbe gelegt....

  • von t3rran3r:

    112erstahlbeton schrieb: Spiel ist mega. Finde nur das verf.... Seegras nicht Brauch das für meine Wissenschaftsapp Das kannst du "unten" beim Seevolk anpflanzen wenn ich mich recht erinnere....

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Dave the Diver Daten
Genre Genremix
Spieleranzahl 1
Regionalcode Regionfree
Auflösung / Hertz 1080p
Onlinefunktion -
Verfügbarkeit 2023-06-28 00:01:28
Vermarkter -
Wertung 8.9
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