
Das Gameplay teilt sich in zwei komplementäre Hälften, die sich gegenseitig perfekt ergänzen. Tagsüber stürzt sich Dave mit seiner Tauchausrüstung in die Tiefen des Ozeans, bewaffnet mit Harpunen, Netzen und später immer ausgefeilterer Ausrüstung. Die Unterwasserwelt ist wunderschön gestaltet, mit einer pixeligen Retro-Ästhetik, die dennoch erstaunlich lebendig und detailliert wirkt. Jeder Tauchgang ist zeitlich begrenzt durch Daves Sauerstoffvorrat, was jedem Ausflug eine angenehme Spannung verleiht. Die Vielfalt der Meeresbewohner ist beeindruckend – von harmlosen kleinen Fischen bis zu gefährlichen Haien, von bizarren Tiefseewesen bis zu prähistorischen Kreaturen, die eigentlich längst ausgestorben sein sollten. Das Blaue Loch hat nämlich seine Geheimnisse, und je tiefer Dave vordringt, desto mysteriöser wird es.

Abends verwandelt sich das Spiel in ein Restaurantmanagement-Erlebnis, das überraschend fesselnd ist. Dave muss die gefangenen Fische verarbeiten, das Menü zusammenstellen und dann den Service koordinieren. Die Restaurantsequenzen spielen sich wie ein hektisches, aber charmantes Minispiel, bei dem man Bestellungen annimmt, Drinks serviert und dafür sorgt, dass die Gäste zufrieden sind. Seltene oder hochwertige Fische können zu besonderen Gerichten verarbeitet werden, die mehr Geld einbringen und die Zufriedenheit der Kunden steigern. Das verdiente Geld fließt wiederum in Upgrades für Daves Tauchausrüstung, bessere Küchenausstattung oder Restauranterweiterungen, was eine befriedigende Fortschrittsschleife erzeugt.

Die Geschichte ist ebenso skurril wie charmant, bevölkert von unvergesslichen Charakteren wie dem bombastischen Cobra, dem mysteriösen Meeresbiologen Dr. Bacon, der Waffen-Enthusiastin Duff oder dem Social-Media-besessenen Nikhil. Die Dialoge sind witzig geschrieben, oft selbstironisch und mit einem angenehm leichten Ton, der nie zu albern wird. Es gibt eine übergeordnete Handlung über die Geheimnisse des Blauen Lochs, eine mysteriöse Organisation und uralte Zivilisationen, aber das Spiel nimmt sich selbst nie zu ernst und behält stets seine spielerische Leichtigkeit. Dies wird auch in den charmant und witzig designten Zwischensequenzen des Spiels deutlich.

Die Länge des Spiels ist großzügig, ohne je zu überladen zu wirken. Man kann problemlos 30 bis 40 Stunden mit dem Hauptspiel verbringen, und wer alle Sammelaufgaben, Nebenmissionen und Geheimnisse erkunden will, findet noch deutlich mehr Inhalt. Dabei fühlt sich das Spiel nie wie Füllmaterial an – jede neue Mechanik hat einen Zweck, jede Nebenmission erweitert die Welt auf sinnvolle Weise.








Dave the Diver ist ein seltener Fall eines Spiels, das einfach pure Freude bereitet. Es ist kreativ, überraschend, großzügig mit seinem Inhalt und dabei nie überfordernd oder stressig. Die Mischung aus entspanntem Erkunden, taktischer Jagd, Management-Herausforderungen und charmanter Erzählung funktioniert auf eine Weise, die man vorher nie für möglich gehalten hätte. Es ist das perfekte Spiel für alle, die etwas Frisches und Unkonventionelles suchen, das sie mit einem Lächeln im Gesicht und dem Drang, noch einen Tauchgang zu machen, zurücklässt. Ein absolutes Highlight, das beweist, dass Innovation und Spaß nicht Millionenbudgets erfordern, sondern vor allem Kreativität, Leidenschaft und den Mut, etwas Neues zu wagen.