Dave The Diver - In The Jungle im Test

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Nach der Rückkehr aus dem Blue Hole und diversen skurrilen Ausflügen mit prominenten Gastauftritten schickt Mintrocket seinen tauchenden Sushi-Koch Dave nun in ein völlig neues Abenteuer. In the Jungle ist die bislang größte und ambitionierteste Erweiterung für Dave the Diver, und wer das Spiel kennt, ahnt bereits: Hier wird nicht einfach nur neuer Content nachgeschoben, sondern ein ganzes neues Kapitel aufgeschlagen.

DaveThe-Diver-In-The-Jungle-02Die Geschichte beginnt, als Dave und seine Crew Hinweisen auf ein mysteriöses Phänomen im Dschungeldorf Utara nachgehen. Ein toter Dinosaurier, der an einem See angespült wurde, sorgt für Aufregung. Wie immer kann Dave es sich nicht verkneifen, seine Nase in diese Angelegenheit zu stecken. Was folgt, ist eine warmherzige, manchmal alberne, aber überraschend clevere Geschichte voller neuer Figuren, Cameo-Auftritte aus anderen Indie-Titeln und der gewohnten Prise Situationskomik, wie man es vom Hauptspiel her kennt. Wer eine tiefgründige, ernste Erzählung erwartet, wird vielleicht enttäuscht, denn die Handlung bleibt eher locker und episodisch. Wer aber für den charmanten, humorvollen Ton des Grundspiels hier ist, wird bestens bedient.

Der eigentliche Clou der Erweiterung liegt jedoch im Gameplay, das sich spürbar weiterentwickelt hat. Über Wasser wechselt die Perspektive von der bekannten Seitenansicht zu einer isometrischen Darstellung im Stil von Stardew Valley. Man bewegt sich frei durch das Dorf, besucht die Häuser von über dreißig neuen Charakteren, sammelt Ressourcen wie Holz und Stein und baut nach und nach eine Beziehung zu den Dorfbewohnern auf. Kleine Aufgaben, Geschenke und Gespräche schalten neue Nebenquests, Minispiele und irgendwann sogar Restaurantbesuche der jeweiligen Figur frei. Das ist ein völlig neues Element für die Serie, die bislang nie eine frei begehbare Oberwelt hatte, und ist eine willkommene Erweiterung. Die Zeit tickt dabei in Echtzeit weiter, während man erkundet, was dem Ganzen ein angenehmes, unaufgeregtes Tempo verleiht. Auch das titelgebende Restaurant hat einen Umzug hinter sich: Statt Bancho Sushi kümmert sich Dave nun um ein Open-Air-Lokal mitten im Dschungel. Serviert wird zwischen Tischen und Stühlen im Freien, was dem Restaurant-Management eine räumliche Komponente verleiht, die im Hauptspiel schlicht nicht existierte. Cocktails mixen, Grillgerichte zubereiten und gleichzeitig hungrige Dorfbewohner bedienen, sorgt weiterhin für das gewohnte, leicht stressige, aber befriedigende Chaos, das man aus den Restaurant-Sequenzen der Serie kennt.

DaveThe-Diver-In-The-Jungle-05Unter Wasser bleibt vieles vertraut, schließlich ist und bleibt Dave the Diver im Kern ein Tauchspiel. Der Dschungelsee bringt aber ein komplett neues Ökosystem mit sich, samt Krokodilen, Zitteraalen und einer Vielzahl von Fischen, die für frischen Wind sorgen. Neu ist zudem eine Art rundenbasiertes Kampfsystem, das an klassische Monster-Sammelspiele erinnert und Daves Ausrüstung im Wasser um weitere taktische Optionen erweitert. Diese Ergänzung mag zunächst ungewohnt wirken, fügt sich aber überraschend organisch in den bestehenden Spielrhythmus ein und lockert die reine Sammel- und Erkundungsschleife angenehm auf. Mit über zehn Stunden reinem Story-Content – und deutlich mehr, wenn man sich Zeit lässt die Nebenaufgaben zu erledigen und jede Ecke des Dorfes zu erkunden – bietet In the Jungle einen Umfang, der für eine Erweiterung fast schon großzügig ist. Das liegt aber auch daran, dass Dave the Diver grundsätzlich ein Spiel ist, das zum Entschleunigen einlädt: Wer hetzt, verpasst die eigentliche Stärke der Serie, nämlich das gemütliche Nebeneinander von Erkundung, Beziehungsaufbau und kulinarischem Chaos.

Jedoch ist die Erzählung trotz der spielerischen Neuerungen eher dünn und manche Figuren, allen voran die Darstellung des Dschungeldorfes und seiner Bewohner, arg auf altbekannte Klischees zurückgreifen. Die freundliche Häuptlingsfigur mit Federschmuck und die Bambushütten wirken streckenweise etwas zu bemüht exotisch. Diese Kritik schmälert allerdings nicht den spielerischen Umfang und die Kreativität, mit der neue Mechaniken eingebaut wurden. Insgesamt zeigt sich Mintrocket mit In the Jungle von seiner mutigen Seite. Anstatt einfach neue Level und Fische nachzuliefern, überarbeitet das Studio die Grundstruktur des Spiels an mehreren Stellen gleichzeitig und riskiert damit, die vertraute Formel zu verwässern. Das Ergebnis überzeugt aber auf ganzer Linie: Die neue Oberwelt fühlt sich frisch an, ohne den Charme des Originals zu verlieren, das Beziehungssystem motiviert zum Weiterspielen, und die zusätzlichen Kampfmechaniken unter Wasser sorgen für Abwechslung, ohne aufgesetzt zu wirken. Man könnte eigentlich sogar so weit gehen zu sagen, dass sich In the Jungle eher wie eine eigenständige Fortsetzung anfühlt als wie klassischer Zusatzinhalt – und das bei einem Preis von unter zehn Euro, was für den gebotenen Umfang geradezu großzügig ist.

 

Michael meint:

Michael

Für Fans von Dave the Diver ist In the Jungle ein Pflichtkauf: liebevoll gestaltet, überraschend umfangreich und mutig genug, um bekannte Mechaniken sinnvoll zu erweitern, statt sie nur zu wiederholen. Wer den Titel bislang noch nicht kannte, sollte zwar eher mit dem Hauptspiel starten, findet in dieser Erweiterung aber einen der bislang stärksten Beweise dafür, warum Dave the Diver zu Recht zu den beliebtesten Indie-Perlen der letzten Jahre zählt. Kleinere erzählerische Schwächen und ein paar allzu bekannte Klischees trüben das Gesamtbild nur geringfügig – am Ende bleibt ein warmherziges, unterhaltsames und überraschend tiefes Abenteuer, das zeigt, wie viel Herzblut und Ideenreichtum noch in dieser Spielwelt steckt.

Positiv

  • Riesiger Umfang für eine Erweiterung
  • Rundenbasiertes Kampfsystem unter Wasser sorgt für willkommene Abwechslung
  • isometrische Dorf-Perspektive bringt frischen Wind ins bekannte Gameplay

Negativ

  • Erzählung bleibt trotz aller Neuerungen eher dünn
  • Zeitmechanik und neue Systeme können am Anfang etwas überladen wirken
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Forum
  • von bbstevieb:

    In the Jungle DLC ist fantastisch. Tolle neue Ideen und Mechaniken. Atmo, Gameplay, Mucke so geil und süchtig machend wie im Hauptspiel. Aber leider leider leider keine neuen Chievos! Warum ???Für den 10er trotzdem ein No Brauner für Fans!...

  • von bbstevieb:

    DLC Live Action Trailer. Externer Inhalt youtu.be Inhalte von externen Seiten werden ohne Ihre Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt. Alle externen Inhalte anzeigen Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklären Sie sich damit einverstanden, dass personenbezogene...

  • von Mistercinema:

    Lustig sind die ja da im Team: Externer Inhalt www.youtube.com Inhalte von externen Seiten werden ohne Ihre Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt. Alle externen Inhalte anzeigen Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklären Sie sich damit einverstanden, dass...

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Dave The Diver - In The Jungle Daten
Genre Genremix
Spieleranzahl 1
Regionalcode Regionfree
Auflösung / Hertz 4K
Onlinefunktion -
Verfügbarkeit 2026-06-18 00:01:22
Vermarkter -
Wertung 7.9
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