Assassin's Creed Mirage im Test

XboxSeriesSXXbox OnePlayStation 5PlayStation 4PC Windows

Die letzten Jahre waren für das Assassin’s Creed-Franchise die erfolgreichsten überhaupt. Vor allem mit Valhalla feierte die Serie einen Mega-Erfolg. Doch mit Mirage will Ubisoft zurück zu den Wurzeln. Wieso eigentlich?

Assassin s Creed Mirage neXGam 103Der Grund für diese Entscheidung ist ebenso einfach wie verständlich. So erfolgreich Valhalla auch war, gab es doch einiges an Kritik an dem Spiel. Denn das Game - welches nach Origins und Odyssey der dritte Titel war, der vor dem allerersten Assassin’s Creed spielte - hatte mit dem Gameplay von einst nur noch wenig zu tun. Die Reihe hatte sich von den Action-Adventure-Wurzeln zu einem Action-RPG gewandelt und auf einen Feind einfach draufhauen war oft erfolgreicher, als ihm „mühselig“ aufzulauern und aus dem Hinterhalt zuzuschlagen. Auch die enorme Spielewelt mit ihren gefühlt Abermillionen an Nebenmissionen wurde kritisiert. Hinzu kam außerdem noch, dass solche Spiele eine Menge an Entwicklungszeit benötigen, die Ubisoft nun nicht gerade im Überfluss hatte, da es abgesehen vom Franchise nur wenig andere erfolgreiche Spielereihen hatte. Von den Entwicklungsdramen rund um Skull & Bones oder dem Prince of Persia – Sands of Time Remake ganz zu schweigen.

Also wurde beschlossen, mit Mirage einen Schritt zurückzutreten. Wieder mehr an das Gameplay des ersten Teils anknöpfen und allgemein in diesem Game kleinere Brötchen zu backen. Gleichzeitig verschaffte sich der Entwickler so die nötige Zeit, die er braucht, um mit Assassin’s Creed: Jade, Assassin’s Creed: Infinite, Assassin’s Creed Codename Red und Assassin’s Creed: Hexen an der Zukunft des Franchise zu arbeiten.

Mirage spielt im mittelalterlichen Arabien, genauer gesagt im 9. Jahrhundert. Handlungsschwerpunkt ist die Stadt Bagdad, wobei es für einige Missionen auch nach außerhalb geht. Es ist die Geschichte von Basim, einem Dieb, der nach persönlichen Verlusten Mitglied der Hidden Ones wird, den Vorläufern der Assassinen. Er wird in ein Komplott verwickelt, in dem ein mysteriöser Orden, der im Hintergrund die Politik kontrolliert, an merkwürdigen Artefakten interessiert ist. Die Gegenwartshandlung der vergangenen Teile kommt in diesem Game nur peripher vor und kann daher so gut wie vergessen werden.

Assassin s Creed Mirage neXGam 32Assassin’s Creed Mirages Story steht allerdings nicht komplett für sich alleine. Man muss sich schon halbwegs in der Lore der Serie auskennen, um bestimmte Sachen besser zu verstehen. Wie eben zum Beispiel, was es mit den Artefakten auf sich hat, hinter denen der Orden her ist. Um das Ende des Games nachzuvollziehen zu können, musst du Valhalla inklusive der DLCs gespielt haben, weil du ansonsten mit einem großen Fragezeichen vorm Spiel sitzt. So löblich es ist, dass das Game versucht, das damalige Leben durch ein umfangreiches Glossar zu erklären: Es wäre vielleicht besser, wenn man nach dem Durchspielen Zugriff auf eine Zusammenfassung der bisherigen Lore erhält, weil du sonst wie ein Ochs vorm Berge stehst.

Doch ist das, um ehrlich zu sein, das einzige Manko, dass dieses Game besitzt. Denn ansonsten war der Ansatz von Ubisoft, mit Mirage einen Schritt zurückzugehen, goldrichtig. Das Spiel macht Spaß und es ist herausfordernd. Was vor allem an einer Tatsache liegt: Der Fokus des Gameplays liegt wieder hauptsächlich auf Stealth.

Wie in den alten Assassin’s Creed-Teilen musst du hier schleichen und aus dem Hinterhalt zu schlagen, und darf dabei möglichst nicht entdeckt zu werden. Wer wie mit der Axt im Walde vorgeht, der ist schnell ein Leben los und darf vom letzten Speicherpunkt wieder anfangen. Es macht einfach einen Riesenspaß, sich in eine feindliche Festung zu schleichen und mit dem Adlerauge alles zu beobachten, um den richtigen Zeitpunkt abzupassen, um einen Schlüsselträger zu eliminieren, um mit dessem Schlüssel weiterzukommen. Oder Gefangene zu befreien, die gut bewacht werden. Oder an wichtige Dokumente zu kommen.

Allerdings wirft Mirage nicht komplett alles über Bord, was die letzten Spiele ausgezeichnet hat. So findet der Storyverlauf immer noch über Nachforschungen statt, wo du diverse Aufträge erfüllen musst, um neue Details aufzudecken, um dann am Ende herauszufinden, welches Mitglied des gegnerischen Ordens du als nächstes erledigen kannst. Ebenso kannst du deine Ausrüstung mit Hilfe von Materialien, die du im Spielverlauf überall findest, Aufleveln. Wie in Valhalla wirst du nicht mehr mit Rüstungen und Waffen zugeschmissen, wodurch die Ausrüstung, die du aktuell trägst, ein deutlich längeres Haltbarkeitsdatum besitzt.

Assassin s Creed Mirage neXGam 54Es gibt zwar auch Sidequests, wie zum Beispiel das Auftragsbrett in der örtlichen Niederlassung. Doch diese Missionen sind nach Standard A aufgebaut und nur insofern interessant, als dass du durch sie wertvolle Ressourcen erhalten kannst. Mit denen du entweder seine Rüstung upgraden  oder einen Marktschreier bestechen kannst, damit nötigenfalls der Gesuchtheitssgrad spürbar absinkt.

Die Spielwelt von Assassin’s Creed Mirage ist im Vergleich zu Valhalla deutlich kleiner und wenn du einen neuen Bereich der Karte aufdeckst, wirst du ebenfalls nicht mehr von so vielen Symbolen erschlagen, wie es noch in den letzten Titeln der Fall war. Und auch wenn ein Teil des Geschehens in der Wüste stattfindet, wird diese längst nicht so menschenleer dargestellt, wie es in Origins der Fall war. Allgemein ist die Spielewelt wohltuend belebt und animiert. Es gibt allerdings noch Bugs, wie zum Beispiel, dass es vorkommen kann, dass sich Basim in der Luft festhält. Diese Fehler treten jedoch sehr selten auf und sind nicht Gamebreaking.

Musikalisch ist Mirage ebenfalls grandios. Man beachte beispielsweise die Interpretation des Ezio Family-Themes, die gekonnt Instrumente und die arabische Sprache mit einmischt. Auch die Synchronisation ist gut gelungen, wie man es von den Assassin’s Creed Spielen auch nicht anders kennt.

 

Götz meint:

Götz

Die Idee, mit Mirage zurück zu den Wurzeln zu gehen, war goldrichtig. Ich hatte mit dem Spiel mehr Spaß, als mit Valhalla. Das Game hat zwar seine Macken, wie beispielsweise, dass die Story nicht für sich alleine steht. Aber im Gesamtbild ist dies zu vernachlässigen.

Positiv

  • Rückbesinnung auf die Wurzeln
  • Wieder mehr Stealth-Elemente im Gameplay

Negativ

  • Um die Story verstehen zu können, muss man mindestens Valhalla gespielt haben
Userwertung
6.6 2 Stimmen
Wertung abgeben:
senden
Forum
  • von BlackLion:

    Pestilence schrieb: Kann man Origins und Odyssey eigentlich noch gut spielen, wenn man mit Valhalla angefangen hat? Absolut! Sind ja alles eigenständige Games mein erstes was ich durchgezockt habe war Valhalla danach Origins und...

  • von bbstevieb:

    Neuer Patch mit Permadeath Modus...was für ein Blödsinn. ubisoft.com/de-de/game/assassi…-update-107-release-notes...

  • von bbstevieb:

    Gestern die Story beendet. Paar Achievements mache ich noch, aber die Ubi Formel hat sich dann doch wieder schnell abgenutzt und ich habe erst mal wieder genug davon.

Insgesamt 77 Beiträge, diskutiere mit
Follow us
Assassin's Creed Mirage Daten
Genre Actionadventure
Spieleranzahl 1
Regionalcode -
Auflösung / Hertz 4k
Onlinefunktion -
Verfügbarkeit 2023-10-05 15:00:44
Vermarkter Ubisoft
Wertung 9
Anzeigen
neXGam YouTube Channel
Anzeigen