Sonic Generations 3DS im Test

Nintendo 3DS

Einst war er der größte Konkurrent von Super Mario. Seit Anfangstagen besitzt er viele Fans. 20 Jahre wurde SEGAs rasender Igel kürzlich alt. Und zum Geburtstag schenkte ihm der Entwickler ein Videospiel, welches seine Karriere zelebriert. Doch wie schlägt sich Sonic Generations auf dem 3DS? Und vor allem, wie gefällt das Game jemanden, der bisher purer Nintendo-Fanboy (ich) war?

Sonic_Generations_100Meine Erfahrungen mit Sonic lassen sich an einer Hand mit zwei amputierten Fingern abzählen. Im Laufe meiner Zeit als Videospiel-Fan war für mich Super Mario das Maß aller Dinge. Sonic und SEGA ließen mich kalt. Diese Haltung milderte seit damals nur bedingt. Ich besitze zwar jetzt einen Saturn und einen Dreamcast, doch nur ein Sonic-Spiel für diese Konsolen insgesamt. Und bis heute ich habe es bislang noch kein einziges Mal ausführlich gespielt.

Dann tauchte Sonic Generations auf. Das Spielprinzip, eine Art moderne Retrospektive auf 20 Jahre rennender Igel, interessierte mich. Als in der Redaktion schließlich ein Exemplar für die 3DS eintraf, schlug ich sofort zu, machte ich es mir gemütlich und zockte drauflos. Der erste Eindruck: Speed! Das Sonic rasant ist, war mir bekannt. Aber es besteht ein Unterschied zwischen Anschauen und selbst Erleben. In Sachen Geschwindigkeit lässt SEGAs Maskottchen so manches Super Mario Spiel alt aussehen.

Sieben Stages erwarteten mich. Alles Level, die schon in der einen oder anderen Form in den vorherigen Games des rasenden Igels auftauchten. Der Ablauf bleibt dabei immer gleich. Zuerst hatte ich die Auswahl zwischen dem jungen Sonic, angelehnt an den Erstauftritten auf Master System & Mega Drive, sowie dem älteren Ego, bekannt aus den Titeln der letzten Jahre. Beide spielen sich unterschiedlich.

Sonic_Generations_109Beim Jungspund bestimmt vor allem die Geschwindigkeit das Spielgefühl. Ziel ist es, von A nach B zu gelangen und dabei Hindernisse zu überwinden. Bei dem Igel, der für die jüngere Zeit steht, ist es komplexer. Wiederholt kommt es zu Quick-Time-Momenten, in denen man schnell einen vorgegebenen Knopf drücken soll, um weiterzukommen. Spielte ich einen Level mit den Zweien durch, kam ein dritter Abschnitt hinzu. In diesem jagt man mit dem heutigen Sonic einem Chaos-Emerald her. Ihn habe ich innerhalb eines Zeitlimits von 1:30 erreicht, wobei der Weg dahin flinke Reflexe verlangte. Denn wiederholt tauchten Hindernisse auf, die mich bei einer Kollision wertvolle Zeit kosteten.

Zusätzlich gibt es regelmäßig Boss-Kämpfe, die wiederum je nach Igel unterschiedlich ausfallen. Der jüngere der beiden liefert sich ein Wettrennen mit bekannten Sonic-Klonen, wie beispielsweise Shadow, während der ältere riesige Maschinen auseinandernimmt. Und genau wie bei den Stages zuvor, wurden diese Endgegner aus vorherigen Titeln entnommen. Bald machte sich bei mir allerdings Ernüchterung breit. Denn so schick alles aussieht, so frustrierend kann das Zocken sein. Gegner tauchen ohne Vorwarnung aus dem Nichts auf oder ich erkenne Abgründe erst in dem Moment, wenn ich schon hineinfalle. Und schließlich ist da noch die Sprung-Steuerung. Es mag sein, dass ich von Super Mario verwöhnt bin, wo ich die Spielfigur perfekt kontrolliere. In Sonic Generations stürzte ich wiederholt in die Leere, weil der Igel nicht punktgenau landete. Und so hieß es diverse Male „Spiel vorbei“, keine Leben mehr.

Sonic_Generations_133Immerhin musste ich dann nicht nochmal von vorne anfangen. Das wäre unter diesen Umständen der Todesstoß für die Beziehung Sonic Generations & meine Person gewesen. Gleichzeitig spielte ich den Titel trotz der massig vorhanden Game Over flott durch. Ein halber Tag ging dafür drauf, Experten brauchen vermutlich deutlich weniger. Allerdings bemühte sich SEGA, das auszugleichen. So finden sich neben dem Abenteuer noch weitere Spielmodi. Man kann beispielsweise gegen einen weiteren Spieler antreten, lokal oder übers Internet. Man liefert sich auf einem Kurs der Wahl ein Wettrennen, wobei man den Fortschritt des anderen auf dem unteren Screen sieht.

Wer sein Glück lieber für sich probieren will, kann dies in den Missionen oder beim Zeitangriff tun. Bei Ersterem muss einen Level innerhalb eines Zeitlimits mit einer vorgegebenen Anzahl an Ringen bestehen, während es bei Letzterem darum geht, so flink wie möglich einen Spieleabschnitt durchzuspielen. Das Ergebnis wird ins Internet hochgeladen, so dass man sich mit anderen vergleichen kann. Das erweitert die Spieldauer deutlich, so dass man aller Voraussicht nach noch bis kurz vor Sylvester daran sitzt. Die Ursache hierfür liegt in der Tatsache, dass diese Herausforderungen bockschwer sind. Allerdings hat sich dadurch mein Bedürfnis, dauerhaft zu zocken, nach meinen ersten Erfahrungen (ich scheiterte viele Male grandios) merklich reduziert.

Sonic Generations unterstützt den StreetPass. Ein Grund mehr, den 3DS ständig bei sich zu tragen. Kommt man so schließlich an neues Bonusmaterial, wie beispielsweise Figuren.

Sonic_Generations_33Graphisch ist das Spiel eine Wucht, wenn auch mit Einschränkungen. Das Gute ist, dass Nintendos neuster Handheld die Geschwindigkeit gut wiedergibt. Hier ruckelt oder hakt nichts, alles läuft flüssig. Dafür wird der 3D-Effekt allerdings spärlich eingesetzt. Hauptsächlich steuert man die Protagonisten in einer 2D-Perspektive. Der Tiefeneffekt wird nicht oft verwendet. Das ist besonders deshalb ärgerlich, weil einige Level in ihrer Originalfassung bereits 3D waren. Es ist unerklärlich, wieso SEGA sich bei der Umsetzung dazu entschlossen hat, darauf zu verzichten sie 1:1 umzusetzen. Es kann nicht an mangelnder Leistung liegen, da die Abschnitte, in denen man mit dem älteren Sonic dem Chaos-Emerald verfolgt, perfekt zeigen, was der Handheld kann. Ebenso enttäuschen die Zwischensequenzen. Es handelt sich hierbei um Standbilder, die nur sparsam animiert sind.

Dafür rockt das Spiel musikalisch. Neben den remixten klassischen Melodien ertönen auch harte Techno-Rhythmen, die sofort ins Bein gehen. Die Zwischensequenzen sind hingegen nicht vertont. Ab und an ertönt ein kleines Sprachsample, das Lust macht, auf mehr. Nur, dass es dieses „mehr“ nicht gibt.




Götz meint:

Götz

Hat mich Sonic Generations bekehrt? Nein, hat es nicht. Es ist ein nettes Spiel, doch wenn mir nach guter Jump’n Unterhaltung ist, wende ich mich einem italienischen Klempner zu. Das Problem ist einfach, dass das Game viel Potential besitzt, es aber nicht wahrnimmt. Das der Story-Modus so kurz ausfällt verkraftet man halbwegs. Immerhin bemühte sich SEGA, dieses Manko auszugleichen. Nur, dass diese zusätzlichen Herausforderungen schwer ausgefallen sind und für Gelegenheitsspieler keinen Anreiz bilden, den Titel nochmal hervorzuholen. Für mich war als 3DS-Besitzer besonders schade, dass der Tiefeneffekt nur spärlich eingesetzt wurde. Level, die ursprünglich 3D waren, sind auf einmal 2D. Dafür sieht die Graphik ansonsten sehr gut aus.

Positiv

  • Hohe Geschwindigkeit
  • Viele Spielmodi
  • Fetzige Musik

Negativ

  • Story-Modus zu kurz
  • Stellenweise bockschwer
  • 3D-Effekt wird selten verwendet
Userwertung
8.82 5 Stimmen
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Forum
  • von khaos:

    Na oder Colours, von dem Generations ja der Nachfolger ist.

  • von Darkshine:

    Sonic Lost World (WiiU) war auch nicht übel.

  • von khaos:

    108 Sterne schrieb: Das beste 3D-Sonic ist für mich ungefähr so, wie der netteste Kerl im Todestrakt zu sein. Im Vergleich vielleicht besser, aber ich will trotzdem nichts damit zu tun haben. Mir ging es tatsächlich um die 2D...

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Sonic Generations 3DS Daten
Genre Jump’n Run
Spieleranzahl 1-2
Regionalcode PAL
Auflösung / Hertz -
Onlinefunktion Ja
Verfügbarkeit 2011-11-25
Vermarkter SEGA
Wertung 8
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