Die Firma selbst hatte damals bereits einige Erfahrungen mit diesem Genre gesammelt. Schließlich hat sie auch die Breath of Fire-Serie entwickelt. Und so ist es nicht verwunderlich, dass bei der Entwicklung auf die Mitarbeiter mit der vorhandenen Praxis zurückgegriffen wurde. Dabei war das Interessante, dass Keiji Inafune, der in die Kreation fast aller Mega Man Spiele involviert war, in diesem Fall nicht mitarbeitete. Er sah das Franchise eher im Action-Genre beheimatet.
Und so stand das Entwickler-Team vor der Herausforderung, aus einem Jump’n’Run ein Rollenspiel zu machen. Das typische Springen und Schießen, das man als Mega Man-Fan gewohnt war, wurde nicht eingebaut. Stattdessen implementierte man ein komplett neues Kampf-System ins Spiel, auf das weiter unten näher eingegangen wird.
Doch während die Geschichte eher vernachlässigt wurde, ist dies beim Kampf nicht so. Wie oben erwähnt, wurde das Kampfsystem komplett neu aufgebaut. Dies bedeutet allerdings nicht, dass man hier vollständig auf einige Mega Man-Merkmale verzichtete. Dazu später mehr. Die Angriffe unterscheiden sich zwischen normalen Attacken und Subwaffen, wie beispielsweise Raketen. Jede Figur verfügt außerdem über einen Action Trigger und einen Hypermodus. Und mit Kraftmetall kann man die verschiedenen Team-Mitglieder noch mal extra ausrüsten. Dabei wirken sich diverse Feindseligkeiten direkt auf die Rundenabfolge aus. Diese hat man per Datenanzeige perfekt im Blick.
Waffen-Energie verbrauchen auch die Subwaffen. Diese können zum Beispiel Mikro-Raketen sein oder eure Gegner mit Viren verseuchen. Hier gilt es zu wählen, ob man eher auf den Action-Trigger setzt, oder den zusätzlichen Schaden durch die anderen Kampfgeräte-Systeme nutzen will. Denn beides zusammen geht nicht.
Eine weitere, nicht unwesentliche Rolle spielt das Kraftmetall, welches man durch seine Kämpfe und die Figur Cinnamon (die Krankenschwester) gewinnt. Dieses Material verleiht euren Protagonisten noch zusätzliche Fähigkeiten, wie mehr Lebensenergie oder stärkeren Widerstand gegen Hitze. Mit der richtigen Wahl werden die Charaktere so natürlich besser. Aber auch das hat einen Haken. Jedes Metall hat so genannte Erosionspunkte. Wird eine bestimmte Anzahl an Punkten überschritten, kann sich dies auf die Vitalität und die jeweilige Ladung der Waffenenergie negativ auswirken.
Leider enttäuscht das Spiel in Sachen Dauer vollkommen. Durchschnittliche Zocker können das Game innerhalb von maximal 15 Stunden durchhaben. Für einen Action-Titel wäre dies in Ordnung, für ein RPG hingegen nicht. Dabei ist Mega Man X Command Mission noch in die Länge gezogen worden. Denn die Endbosse sind megaheftig und im Vergleich zu den normalen Kämpfen, kann es hier schon 30 Minuten dauern, ehe man sie endlich klein kriegt.
Etwas anderes und Interessantes sind die kaputten Roboter, die man in den jeweiligen Dungeons findet. Man kann sie mitnehmen, reparieren und in die bereits durchgespielten Leveln einsetzen. Dort gewinnen sie dann an Erfahrung und finden zusätzliche Extras, wie Geld oder Kraftmetall. Man kann aber auch persönlich in diesen alten, bekannten Levels vorbeischauen und dabei teilweise selbst noch Geheimnisse entdecken.
Dagegen enttäuscht die Grafik etwas. Zugegebenermaßen hat sich Capcom beim Charakter-Design und bei der Darstellung deutliche Mühe gegeben. Doch in den Dungeons macht sich bemerkbar, dass sich einige Hintergrundelemente wiederholen.
Mega Man X Command Mission im Test

Auf der künstlichen Insel Giga City bricht das Chaos aus. Sie ist der einzige Ort, wo das legendäre Kraftmetall abgebaut werden kann, welches Reploiden, so der Name der Androiden aus dem X-Universum, nutzen können. Doch jetzt droht sie von dem Roboter Epsilon unterworfen zu werden. Deshalb wurde er zum „Maverick“ ernannt und die „Maverick Hunters“ X, Zero und Shadow auf ihn angesetzt. Allerdings läuft etwas nicht so wie geplant, und X muss versuchen, neue Verbündete zu finden, um die Insel zu retten.
Götz meint:
Positiv
- Mega Man in einem RPG...
- Super Kampf-System
Negativ
- ...das eigentlich kein richtiges ist
- Sehr klischeehafte Story und Dialoge
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von Civilisation:
Naja, noch hält es sich in Grenzen. ...
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von fireball313:
Du wirst alt ...
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von Civilisation:
Das war glaube ich einer der ersten, wenn nicht gar der erste Test überhaupt, den ich für neXGam geschrieben habe. Meine Herren ne, ist das schon wieder was her ...
Ist Mega Man X: Command Mission ein Pflichtkauf? Nein. Fans des blauen Bombers werden sicherlich zugreifen, weil die Rollenspiel-Aspekte für sie wohl eine Nebensache spielen. Und man kann sagen, dass in Sachen Action das Game durchaus überzeugt. Anhänger des RPG-Genres sollten sich den Kauf lieber noch überlegen. Denn die klassischen Elemente kommen doch zu kurz in dem Game. Und der Rest? Sollten ebenfalls innehalten und darüber nachdenken, worauf es einen ankommt: kurzweilige Action oder eine interessante Story?