Mystic Quest im Test

GameBoy

Im Grunde genommen handelt es sich hier um eine einzige Mogelpackung. Nicht nur, dass das Game Boy Modul Mystic Quest so überhaupt nichts mit seinem gleichnamigen SNES-Bruder zu tun hat, in den USA hört es sogar auf den Namen Final Fantasy Adventure. Doch Überraschung - auch kein klassisches Final Fantasy verbirgt sich in dem unscheinbaren Plastikgehäuse, sondern vielmehr ein spielerischer Ahne der Seiken Densetsu Reihe, im Westen besser bekannt als Secret of Mana. Wohl dem, der da noch den Überblick behält ...

Mystic_Quest_11Glücklicherweise hält die komplett in deutscher Sprache erzählte Story weniger Wirrungen bereit. Vielmehr wird der Spieler direkt ins Geschehen geworfen. Unmittelbar nach dem Start eines neuen Spiels versucht ihr euch samt Zahnstocher in der Hand an einem Zyklopen. Wer sich hierbei als würdig erweist, erfährt in den kommenden Abschnitten ein bisschen mehr vom Schicksal des Heldencharakters und der Spielwelt, obwohl noch haufenweise Fragezeichen zurückbleiben. Die Geschichte kann sich dabei in Komplexität und Aufbau sicherlich nicht mit den großen epischen Werken des Genres messen. Nimmt man jedoch die beschränkten Möglichkeiten des Game Boys, so muss man den Entwicklern Respekt zollen.

Gleiches lässt sich auch über die Grafik im klassischen Kästchenstil der 8 bzw. 16-Bit-Ära sagen, die wiederholt mit überraschend schön gezeichneten Gegnern glänzt. Zwar flackert das Bild bei »viel Verkehr« auf dem kleinen Screen leicht, Retro-Freunde werden‘s aber verschmerzen.

Nerviger fand ich die Tatsache, dass euer Charakter bei den unzähligen Besuchen von Städten und Schlössern nicht auf Knopfdruck mit den Bewohnern brabbelt, sondern dies automatisch bei Berührung tut. Das hat leider zur Folge, dass man so manches Mal ungewollt eine Story ein zweites oder drittes Mal reingedrückt bekommt, was mich nervte. Immerhin entschädigt die gut gemachte deutsche Übersetzung den Game Boy Rollenspieler in dieser Hinsicht.

Mystic_Quest_16Auch wenn der US-Titel eine Verwandtschaft zur Final Fantasy Reihe impliziert: schon beim oben beschriebenen ersten Intermezzo mit einem der zahlreichen im Spiel verstreuten Bossgegner merkt man nur allzu deutlich die Handschrift eines Seiken Densetsu / Secret of Mana. Hier wird nicht rundenbasiert, sondern in Echtzeit auf den Gegner eingeknüppelt, wobei neben zahllosen Waffen wie Schwertern, Lanzen, Peitschen und Äxten ebenso Magie zu Rate gezogen werden darf. Der Umfang fällt für ein altes GameBoy Modul regelrecht erstaunlich aus - auch an »normalen« Items wie Lebenselixieren, Magietränken, Heiltränken und Rüstungen etc. herrscht kein Mangel.

Das ist auch gut so, denn für die bevorstehende Aufgabe sollte der Held bestens gerüstet sein. Leicht fällt sie nämlich nicht aus. Das hängt vorwiegend damit zusammen, dass sich NPCs mancherorts sparsam mit Tipps geben und an einigen Stellen des Spiels nur Try & Error hilft, um voranzukommen. Dies betrifft insbesondere die Rätsel, von denen es einige nette Varianten in Mystic Quest gibt. Ein Glück, das man zu jeder Zeit seinen Spielstand in einem der beiden Speicherslots speichern kann, um sich zu einem späteren Zeitpunkt nochmal der Herausforderung zu stellen.

Lobenswert fand ich die akustische Untermalung des Spiels. Zwar klingen die Melodien bedingt durch Alter und Können des Game Boys für moderne Ohren schon mal leicht schräg. Ich bin daher mit Adjektiven lieber sparsam. Liebhaber dieses Sounds (wie der Autor dieser Zeilen) werden hier jedoch etliche kultige Pieps-Tracks hören, die passend zum Spielgeschehen abgespielt werden und das Retro-Erlebnis vervollkommnen.




Sebastian meint:

Sebastian

Alleine schon die Verkettung der Secret of Mana- und Final Fantasy-Universen sollte für jeden Fan der Serien, Argument genug sein, um bei diesem Spiel zu zuschlagen. Erfreulicherweise ist Mystic Quest nicht nur geschichtlich kurios, sondern noch dazu eines der besten Game Boy - Abenteuer überhaupt. Schön inszeniert und unterhaltsam für Stunden! 

Sebastian meint:

Sebastian

Unglaublich was Square schon 1991 (Japan-Release) aus dem Game Boy herausholte. Zwar hat sich die Story über die Jahre etwas erschöpft, dass Plätten der Monster und Erkunden der erfreulich großen Welt bereitet aber auch noch fast zwei Jahrzehnte danach eine riesige Freude. Für mich einer der ganz großen Gameboy Titel! (Übrigens, achtet beim Gebrauchtkauf für die Sammlung darauf, dass die mitgelieferte Karte dabei ist)

Dominic meint:

Dominic

Mystic Quest war eines der Spiele, die für schlaflose Nächte bei mir sorgten. Sobald man die Gladiatorenarena hinter sich gelassen hatte, öffnete sich eine wunderbare Welt auf dem farblosen Bildschirm, der sich eingefleischte Rollenspielliebhaber nur schwer entziehen können. Dank guter deutscher Übersetzung, Story und teils kniffligen Bossfights ist das Spiel ein echter Pflichtkauf auf dem Gameboy und zählt dort in meinen Augen zu den echten Klassikern schlechthin. 

Positiv

  • 15-20 Stunden Spielspaß
  • Tolle Soundkulisse
  • Gut gemachte deutsche Übersetzung

Negativ

  • Wenig Tipps im Spiel
  • Teilweise leichtes Flackern
Userwertung
8.49524 21 Stimmen
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Forum
  • von Ignorama:

    Ich hab einen echt krassen Grinding-Punkt gefunden. Kurz hinter dem Gaia-Tunnel kann man in ein kleines Quadrat mit vier Werwölfen gehen, die man easy niederschnetzelt und die sogar Heil-Items droppen. Hab dort im 20 Minuten von 15 auf 24 gelevelt, MUCH OVERPOWERED NOW ...

  • von _2xs:

    Also ich kann mich nicht erinnern, daß man viel Waffenwechseln mußte. Ich weiß nur, daß ich kurz vorm Luftschiff Level 99 gegrindet habe. Speer aufladen -> hinundher flitzen (der hatte sone Mapweite Flitzeattacke) und alle Monster der Map killn > Mapwechsel > Rinse & Repeat. Das war...

  • von Undead:

    Vllt steht ja was darüber in der Anleitung? ...

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Mystic Quest Daten
Genre Action-Adventure
Spieleranzahl 1
Regionalcode Regionfree
Auflösung / Hertz -
Onlinefunktion -
Verfügbarkeit 1993
Vermarkter Nintendo
Wertung 8.9
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