Headhunter im Test

Dreamcast

Lange habe ich auf Headhunter gewartet. Angekündigt wurde es auf der ECTS 2000 im Dreamcast Premiere-Event. Nach der IGN Meldung im August 2001, wonach Headhunter für Dreamcast gecancelt sei, hatte ich schon nicht mehr an die Veröffentlichung geglaubt. Eine Anmerkung hierzu: Headhunter ist von Amuze programmiert worden, einem schwedischen Team im Auftrag von SEGA Europe. IGN hatte sich mit dem vermeintlichen Canceling auf den US-Markt bezogen. So ist dieser Titel nun Europa exklusiv, was die hier lebenden Dreamcast-Besitzer mal mit stolz geschwellter Brust spielen lässt, während amerikanische und japanische Spieler in die Röhre schauen.

head-hunter-10In Amuzes umfangreichen, cineastischen Abenteuer schlüpft man in die Rolle von Jack Wade. Ein Kopfgeldjäger mit Gedächtnisverlust, der seine eigene Vergangenheit zu ergründen versucht und sich gleichzeitig auf die Suche nach den Mördern des Anführers des Anti-Crime Networks begibt.


Zu Anfang werdet Ihr mit einer Nachrichtensendung konfrontiert, die einen ersten Einblick in das gibt, das Ihr auf den beiden GD-ROMs erleben werdet. Gerade im Krankenhaus erwacht, erhält Jack den ersten Auftrag. Angela Stern beauftragt euch, den Mord an Ihrem Vater, dem ACN Chief Christopher Stern, aufzuklären und die Täter dingfest zu machen. Wade´s ehemaliger Chef Hawke steht ihm mit Rat und Tat zur Seite. So rast ihr dann mit Angela´s Moped von Ort zu Ort, erledigt Gangster, sammelt fleißig Items und kommt dem bösen Don Fulci immer näher. Ihr habt in verschiedenen Locations zu tun: Einkaufszentren, Banken, Kanalisationen, etc. Mit jedem erledigten Gangster erhaltet Ihr die Chance, im L.E.I.L.A. Center eure Headhunter-Lizenz aufzuwerten. Dazu müsst Ihr jeweils vier Trainingsmissionen im virtuellen Cockpit bestehen. Dann gibt es neue Waffen und weitere Informationen.

Das Spiel ist eine Mischung verschiedener Genre. Ich würde sagen: Headhunter ist eine Mischung aus Nomad Soul, Resident Evil und Metal Gear Solid. Der Spielablauf ist sehr linear gehalten, die Rätsel sind nicht allzu knifflig, dazu gibt es zur Entspannung Mopedfahrten quer durch die Distrikte. Man kann sogar bei fast allen Stages, wenn man Frust schiebt und bei einem Problem nicht weiterkommt, vor´s Haus gehen und ´ne Runde mit dem Moped um den Block fahren :-)


Abwechslung bringen regelmäßig die Newssendungen von ABCBS News. Bill Waverley und Kate Gloss berichten mit Ihrer Sendung regelmäßig während des Games über wichtige Ereignisse, die direkten Einfluss auf das Game nehmen. Die ironische Art der beiden und das herrlich dämliche Grinsen von Tante Kate lassen schon einige Lacher aufkommen. Außerdem erfährt man mit der Zeit einiges über die Welt, in der Jack Wade lebt und arbeitet.
 

head-hunter-05Die Grafik von Headhunter ist eine aufwändige 3D-Welt und erinnerte mich etwas an Resident Evil: Code Veronica. Eine verkehrsreiche Stadt ohne Nebel und Räume, die mit einer detallierten Gestaltung aufwarten. Ein bisschen wie Shenmue. Die Animationen des Herrn Wade sind vielleicht nicht die besten, aber er wird dabei nicht in seiner Arbeit behindert :-) Dafür ist wie gesagt die Umwelt fast perfekt gelungen. Einzig die Full-Motion-Videos sind, was die Qualität betrifft, enttäuschend und auf dem Niveau von z. B. Carrier ... da hätte man mehr draus machen können.

Die Steuerung mit dem Standard Dreamcast Pad ist soweit gut. An sehr eng gestalten Orten ist die Steuerung manchmal hakelig, aber das ist nach kurzer Einarbeitung eher die Ausnahme. Gespeichert werden darf übrigens jederzeit und im Startmenü gibt eine Karte Auskunft über den eigenen Standort.

Das Highlight von Headhunter ist für mich aber ... der Sound! Beim Motorradfahren, peitschender Regen, abgefeuerte Waffen, Sprachausgabe, alles erste Sahne. Und das Highlight ist die Musik. Ähnlich genial wie damals auf dem SEGA Saturn bei Deep Fear, ist für mich die Musik hier Stimmungsmacher Nummer 1. Dadurch kommt echte Kinoatmosphäre auf und man fühlt sich an Actionfilme aus den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts erinnert.




Christian meint:

Christian

Headhunter vom schwedischen Entwickler Amuze ist das Highlight, das man erwartete. Die Story von Headhunter fesselte mich. Ich möchte, nein, ich musste mit Jack herausfinden, was Sache ist! Europäische Dreamcast User können sich wirklich bei SEGA Europe dafür bedanken, das sie Headhunter noch für Dreamcast dahergebracht haben. Die besten Spiele zum Schluss, müssen sich die Londoner wohl denken.

Positiv

  • Spannende Story
  • Cinema-like Sounduntermalung
  • Aufwändige 3D Welt

Negativ

  • Steuerung hakelt an engen Stellen
  • FMV Sequenzen mäßig
Userwertung
9.1 13 Stimmen
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Forum
  • von Civilisation:

    Damals hat Christian das Spiel für uns besprochen. Und heute - relativ gesehen - wurde der Test von uns überarbeitet und aufgefrischt. Headhunter Lange habe ich auf Headhunter gewartet. Angekündigt wurde es auf der ECTS 2000 im Dreamcast Premiere-Event. Nach der IGN Meldung im...

  • von Square:

    Original von Baca mal ein alter Text von mir aus einem anderen Board: Grafik: Eigentlich das was man erwartet hat. Tolle Effekte, aber miese Texturen. Zu Anfang begeistert einen noch der ein oder andere Effekt (Das Regnen auf dem Tanker), aber je weiter man in dem Spiel vordringt,...

  • von Enrico Pallazzo:

    mal ein alter Text von mir aus einem anderen Board: Grafik: Eigentlich das was man erwartet hat. Tolle Effekte, aber miese Texturen. Zu Anfang begeistert einen noch der ein oder andere Effekt (Das Regnen auf dem Tanker), aber je weiter man in dem Spiel vordringt, um so unansehnlicher wird das...

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