Fast Striker im Test

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Mit Fast Striker beglückte das deutsche Entwicklerteam NG:Dev Team die Shoot em Up-Fans anno 2010 auf Dreamcast und Neo Geo! Jetzt legten Sie den Ballerklassiker nochmal für die PS4 auf.

Fast Striker erschien, wie eingangs bereits erwähnt, schon vorab für das Neo Geo. Die mit über 1500 Mbit an Daten bestückte Platine für SNKs Arcade-Schleuder war mit 400€ sicherlich nicht im Impulskauf-Preissegment, so dass nur eifrige Neo Geo Sammler bisher in den Genuss des neuesten Streichs der Hellwig-Brüder gekommen sind. Mit der Dreamcast Fassung, die für schlanke 33€ erhältlich ist, ändert sich das nun.

 

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Jedoch hat man es nicht nur bei einer schlichten Portierung belassen: Die Verpackung trägt die Versionsnummer 1.5 und deutet damit auf eine erweiterte Fassung hin. In der Dreamcast-Version findet sich nämlich zusätzlich noch der Omake-Modus, eine modifizierte und deutlich schwerere Variante des bereits auf dem Neo Geo enthaltenen Maniac-Modus.

 

Doch kommen wir zum Inhaltlichen: Nachdem das Erstlingswerk von NG:DEV:TEAM "Last Hope" Anfänger mit seinem Schwierigkeitsgrad zur Verzweiflung brachte, baute man bei Fast Striker schlicht einen Modus für jeden Spielertyp ein. Mit Novice bekommen Einsteiger einen leichten Einstieg. Ein simples Waffensystem und keinerlei Chain-Techniken lassen dem Einsteiger die Möglichkeit sich aufs schlichte Überleben und Meistern des Spiels zu konzentrieren. Darüber hinaus lösen sich eingesammelte Schilde bei Feindkontakt automatisch aus. Der Original-Mode wartet dann mit variablem Waffensystem, sowie der Möglichkeit das Schild selber einzusetzen auf. Im Original-Modus kommen Spielertypen auf ihre Kosten, die ein Shoot em Up mit nur einem Credit beenden möchten, deren primäres Ziel aber nicht das Scoren ist. Für Punktejäger ist der Maniac-Modus geeignet. Hier bauten die Entwickler ein sogenanntes Chain-System ein. Schießt man mit gesunder Regelmäßigkeit Feinde ab, wird die Chain Kette gehalten. Verpasst man ein paar Feinde, fällt der Chain Counter gegen 0. So kann man seine Chain noch retten, solange der Zähler nicht bei 0 angelangt ist. Das macht den Modus motivierend, auch weil man sich so Gegnerformationen und Flugbahnen einprägt. Im Omake-Modus gibt es zusätzlich zum Maniac-Modus noch ein verändertes Waffensystem und jede Menge Bullets, hier kann man schon vom klassischen "Bullet-Hell" sprechen.

 

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Weiterhin motivierend sind Kleinigkeiten im Spielverlauf, die sich teils massiv auf die Score auswirken. Wer sein Schild im Levelverlauf nicht einsetzt, bekommt am Levelende einen saftigen Bonus. Im Level selbst sind bestimmte Gegner versteckt, welche bei Abschuss massig Score-Multiplikatoren hinterlassen, die ebenfalls bei der Endabrechnung großzügig das Punktekonto aufbessern. Wer sich mit den Bossen mehr Zeit lässt und Bauteil um Bauteil abschießt, bekommt zusätzlich einen Tech-Bonus gutgeschrieben. Score-Freunde haben zusätzlich noch die Möglichkeit ihre Punktzahl online einzutragen und sich so weltweit mit anderen Spielern zu messen.

 

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Technisch ist Fast Striker mehr als ordentlich gelungen. Zwar bietet das Spiel keine typische Dreamcast-Optik, da es im Kern ja eine Neo-Geo-Portierung ist, trotzdem ist das Ganze recht ansehnlich umgesetzt worden. Der Look ist zwar etwas technoid und eintönig, doch wer achtet vor lauter Bullets und Gegner schon noch auf den Hintergrund? Die 6 Level des Spiels ähneln sich alle mehr oder weniger stark, erst ab Level 4 gibt’s einen Weltraum-Abschnitt der Abwechlsung rein bringt. Was aber viel wichtiger ist: Die Framerate ist durch die Bank flüssig und Bullets sind gut zu erkennen. Hier hat man aus Last Hope gelernt, wo das Erkennen von Bullets noch ein Problem war und mit der "Pink Bullets"-Version erst ausgebessert wurde. Ebenfalls sehr schön gelungen sind die bildschirmfüllenden Bosse, die großteils auch klasse animiert sind. Hält man sich vor Augen, dass das Ganze so auf dem Neo Geo läuft, kann man schon von sehr beeindruckender Optik auf dem Neo Geo reden.

 

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Auch akustisch hat man sich Mühe gegeben und der Techno-Soundtrack passt zum kühlen Art-Design des Spiels. Wer lieber lauscht als spielt, für den hält NG:DEV:TEAM auch eine Limited Edition bereit, die den kompletten Soundtrack auf CD enthält.

 

PS4 Version

 

Die 2018er Version für PS4 und PSVita bietet exakt den Umfang der 1.5er Version für Dreamcast. Da das Spiel in einem Emulator läuft erhalten wir weder neue Grafiken, höhere Auflösung oder sonstige Änderungen am Core-Game, selbst eine Freeplay-Option gibt es weiterhin nicht, wir müssen uns mit 4 Credits zufrieden geben. Das ist per se kein Problem, wer aber die Level einfach nur trainieren möchte, hat so keine Option sich einfach mit Coinfeeds durchzuboxen. 

 

Technisch bietet die PS4 Version lediglich Filteroptionen (Smooth, Pixel perfect), die Option Scanlines zu aktivieren und die obligatorische Buttonbelegung, Soundeinstellungen etc.  Selbst einen Online-Highscore sucht man vergeblich, Punktevergleiche gibt es nur lokal. Das hätte anno 2018 aber drin sein sollen, zumal die Dreamcast Version anno 2010 schon Online Highscores bot.

 

Das Spiel selbst ist 2018 auch immer noch gut spielbar und lockt weiterhin mit den abwechlsungsreichen Modi, einem guten Score System und wunderbaren Bullet-Patterns. 

 

Für Sammler vertreibt Play Asia eine limitierte physische Version des Titels für ca 32€.

 

Heiko meint:

Heiko

Fast Stiker ist ein tolles Spiel – und das sage ich als Fan von eher klassischen Horizontal-Shootern, die eher wenig modernen Bullet-Hell-Shootern abgewinnen können. Aber durch vier unterschiedliche Modi bietet Fast Striker für jeden Spielertyp etwas, so dass auch Spieler wie ich auf ihre Kosten kommen, die sich wenig um Chains kümmern (wollen).

Da die Dreamcast-Version out of Print ist, bietet sich heutzutage noch die PS4 und PSVita Version an, welche über das PSN zu beziehen sind. Leider bieten diese einen recht trockenen 1:1 Port der Neo Geo Fassung, ohne Online-Highscores oder sonstige Neuerungen. 

Positiv

  • verschiedene Modi für jeden Spielertyp
  • guter Soundtrack
  • Online-Scores (Dreamcast)

Negativ

  • Grafik nicht auf Dreamcast-Niveau
  • Kein Multiplayer
  • keine Online Scores (PS4, PSVita)
Userwertung
8.8 4 Stimmen
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