Knack II im Test

PlayStation 4

Knack - ein Playstation 4-Launchtitel der auf dem Papier recht stimmig wirkte, bedauerlicherweise zum Release stark enttäuschte und eigentlich wollte niemand dazu einen zweiten Teil. Doch Mark Cerny und sein Entwicklerteam geben sich selbst noch mal eine Chance und bringen einen Nachfolger heraus der erstaunlicherweise in fast allen Bereichen besser ist.

knack_2_6Knack war zum Verkaufsstart vor knapp vier Jahren ein Problemfall. Der ‚‚Look‘‘ und ‚‚Feel‘‘ des Jump‘n Runs war eindeutig für ein jüngeres Publikum bestimmt, während diese aber am hohen Schwierigkeitsgrad scheiterten. Für erwachsene Spieler war dieser Launchtitel zu seicht, zu repetitiv in seinem Gameplay und verfügte nicht gerade über lieb gewonnene Charaktere. Diese kehren bedauerlicherweise alle wieder zurück und das ist wohl der größte Minuspunkt den Knack II für sich verbuchen kann. Egal ob Lucas, der Abenteurer Ryder oder die Titelfigur selbst, es sind, schlecht gezeichnete Figuren, wo einfach der Funke nicht überspringen möchte. Knack ist hierbei der Sprunghafteste von allen. Die meiste Zeit ist dieser ein stiller Teilnehmer der Action, gelegentlich, dennoch viel zu selten, hat er auch mal was zu sagen was aber dann in unpassende Oneliners endet. Hier half wohl im Übrigen die zusätzliche Arbeit von God of War-Authorin Marianne Krawczyk nicht wirklich, um dem Titelhelden mehr Profil zu verleihen.

Was das Gameplay angeht, kann ich eigentlich nur Gutes erzählen. In allen Bereichen hat sich Knack II positiv verbessert. Das fängt schon mit der Wandlungsfähigkeit des Titelhelden an. Dieser kann mittels Knopfdruck jederzeit seine Größe wechsel, was perfekt mit dem Leveldesign abgestimmt wurde. Als 10 Meter-Riese reißt ihr Gebäude ein und kurze Zeit später sollt ihr als 75 cm-Winzling durch Luftschächte krabbeln, um an Feinden vorbei zu schleichen. Auch die vielen Sprungpassagen wurden so konzipiert, dass diese Fähigkeit regelmäßig zum Tragen kommt. Außerdem darf man nicht die Sonderformen von Knack vergessen, die meiner Meinung nach ein bisschen zu kurz kommen. An bestimmten Punkten im Spiel kann der Reliktheld Eiszapfen, Kristalle oder Metallsplitter einfügen, die ihm zusätzlich Fähigkeiten bereitstellen. Als Kristallknack ist dieser quasi unsichtbar und kann durch Laserfallen mühelos durchlaufen. Als Eisknack können Feinde bzw. Maschinen eingefroren werden.

knack_2_4Durch die Kampagne sammelt ihr mit Kämpfen oder durch das öffnen von Kisten Relikt-Energie, die ihr auf vier Talentbäumen legen könnt. Dadurch lassen sich wie bei einem Rollenspiel die Angriffsgeschwindigkeiten bzw. die Angriffsmöglichkeiten erweitern. Dass diese einen erheblichen Einfluss auf das Kampfgeschehen haben merkt ihr recht schnell. Trotzdem gibt es hin und wieder Frustmomente, wenn zum Beispiel viele Feinde auf einen einschlagen. Also wundert euch nicht, wenn ihr einen Abschnitt mehrmals machen müsst. Aber das Spielsystem ist so fair, dass ihr fast jederzeit an gleicher Stelle ins Spiel gesetzt werdet. War der Fokus im Vorgänger hauptsächlich auf Sprungpassagen und Kämpfe auslegt, hat der Rätselanteil im Nachfolger ein großes Maß an Raum eingenommen. Und das ist äußerst positiv. Die Kopfnüssen fallen dabei recht moderat aus. Von Schieberätseln oder das kluge Einsetzen von Knacks Fähigkeiten ist alles vorhanden, wobei man aber jederzeit das Gefühl hat, das schon irgendwo in einem anderen Spiel gesehen zu haben. Echte Highlights sind zudem die Momente wo ihr an das Steuer eines Panzers, meterhohen Roboters oder auf dem Rücken einer Flugmaschine unterwegs seid. Diese Fahrzeugabschnitte lockern den schon gut gemischten Spielablauf perfekt auf und können laut meiner Meinung im Nachfolger noch mehr Platz einnehmen.

Was die Präsentation angeht, haben sich die Entwickler auf dieselbe Grafikengine verlassen, die schon im Erstling zum Einsatz kam. Ob Verbesserungen vorgenommen wurden, kann man im direkten Vergleich kaum erkennen. Somit sieht Knack II wie sein Vorgänger aus, was nicht gut aber auch nicht schlecht ist. Spielabschnitte, die sich in Wäldern abspielen, gehören eindeutig zu den grafisch schönsten Momenten, während Stadtabschnitte durch Tristes und Sterilität auffallen.
 

Dominic meint:

Dominic

Als ich Knack damals spielte, kam ich ziemlich schnell auf den Boden der Tatsachen, wo ich mich echt selbst zwingen musste bis zum Finale durchzuhalten. Mit Knack II hatte ich sehr viel Spaß. Natürlich ist es von der Genialität eines Ratchet & Clank immer noch ein Stück entfernt. Aber man merkt an allen Ecken und Kanten, dass Mark Cerny und sein Team sich die Kritiken der Vergangenheit zu Herzen genommen haben. Was am Ende im dritten Teil noch verbessert werden muss, ist der Titelheld, der eine Persönlichkeit braucht und nicht wie ein Gebrauchsgegenstand daher kommen soll.

Positiv

  • Verbessertes Gameplay
  • Viel Abwechslung
  • Koop-Modus

Negativ

  • Einige unfaire Passagen
  • Grafisch auf dem selben Niveau wie der Vorgänger
  • Charakterzeichnung der Figuren nicht optimal
Userwertung
8.0 1 Stimmen
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Forum
  • von pseudogilgamesh:

    Kann mir gut vorstellen, daß man nach dem Debakel mit dem Erstling diesbezüglich vorsichtiger wurde, denn afair war das gefühlt DER Start-Exklusivtitel, der auch als erstes auf der Präsentation vorgeführt wurde, und zwar von Mr. Cerny himself (Mr. Crash-Bandicoot / Mr. Disruptor, falls...

  • von Jadakiss:

    Also,ich habe gerade mit den Game angefangen und finde es erstaunlich gut Irgendwie finde ich es schade das es kaum Promo für das Spiel gibt ??...

  • von Undead:

    Knack wird wohl mal eine Game Serie sein, die ich spielen werde, sollte ich je eine PS4 haben. Nicht weil es gut oder schlecht ist, sondern weil es imo etwas anders ist. Ich bin dabei auch nicht groß ins Detail gegangen oder hab mich groß Spoilern lassen. Ist eben ein Game, das ich mir anschauen...

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