Dragon Quest Heroes II im Test

PC WindowsPSVitaPlayStation3PlayStation 4
Japans populärste Rollenspielserie wird nun zum zweiten Mal mit Koei Tecmos beliebter Dynasty-Warriors-Reihe gekreuzt ... und das Ergebnis mausert sich zum waschechten Action-RPG. Ob das Rezept in Dragon Quest Heroes II voll aufgeht und beide Marken ein Traumpaar sind?

Dragon_Quest_Heroes_II_neXGam_062015 wurde mit Dragon Quest Heroes erstmals die beliebteste RPG-Reihe aus dem Land des Lächelns mit den Actionschlachten typisch für das Team von Omega Force gekreuzt. Nicht die erste Marke, die mit Warriors-Gameplay versehen wurde. Schon Mangas wie Fist of the North Star oder auch The Legend of Zelda wurden der Genre-Umwandlung unterzogen. Die Zusammenarbeit mit Square Enix sollte jedoch mehr sein als ein glorifiziertes Skinpack für die bekannten Actiongames. Ein Action-RPG wurde versprochen. Dies ging nur teilweise auf. Obwohl einige RPG-Elemente vorhanden waren, so kamen diese nur recht rudimentär daher. Im Großen und Ganzen wählte man auf einer Übersichtskarte nur eine Schlacht nach der anderen aus. Und genau hier setzt Teil Zwei an.


Dragon_Quest_Heroes_II_neXGam_04Die Story von Dragon Quest Heroes II ist schnell erzählt. Eine Fantasywelt, seit 1000 Jahren in sieben Reiche friedlicher Eintracht vereint, wird plötzlich vom Krieg heimgesucht. Bald kristallisiert sich heraus, dass irgendein Ränkeschmieder die Könige der Reiche gegeneinander auszuspielen versucht und gar die Kontrolle über Monster übernimmt. Zwei junge Kadetten auf dem Weg zum Rittertum werden in die Geschehnisse hineingezogen und finden sich alsbald auf einer Reise durch die Lande wieder um den Krieg zu beenden. Unterwegs treffen sie auf neue Mitstreiter, unfreiwillige Besucher anderer Welten. Diese Recken sind allesamt Helden bekannter Dragon-Quest-Abenteuer.

Der Fokus liegt getreu der Dynasty-Warriors-Formel auf gnadenloser Action. Scharen von Gegnern, von klitzeklein bis hin zu haushoch stürzen sich mit der Heldentruppe gleichzeitig ins Gefecht, bis der Daumen glüht. Mit X springt man, mit Quadrat teilt man normale Angriffe aus, und mit Dreieck wählt der Charakter automatisch Spezialangriffe aus. Optional darf man auch mit Druck auf die R1-Taste ein Menü aufrufen, mit dem man jederzeit einen von vier Special Moves oder Zaubern direkt auswählen kann. Mit L1 wird geblockt, mit L2 darf zwischen den vier aktiven Partymitgliedern hin- und hergesprungen werden. Die Kreis-Taste löst bei aufgeladener Konzentrationsanzeige (wird erhöht durch Angriffe) kurzzeitig einen Zustand hoher Dragon_Quest_Heroes_II_neXGam_01Konzentration auf. Hierbei ist man unverwundbar, teilt mehr Schaden aus und beendet die Phase mit einem gewaltigen Finisihing Move. Die Steuerung wird bald zur zweiten Natur und man hat jederzeit die Kontrolle. Trotz des Chaos auf dem Schirm ist dank guter Kamera und freier Justierbarkeit fast immer für genug Übersicht gesorgt. Die KI der Partymitglieder ist in Ordnung. Gelegentlich bleibt in einer engen Kurve mal jemand kurzzeitig etwas zurück, und die Angriffsfrequenz ist nicht ganz so hoch wie wenn man manuell steuert. Aber meist werden Fähigkeiten sinnvoll eingesetzt und die Kumpane sind eine echte Hilfe.

Kommt man trotzdem mit einem Gegner nicht klar, so darf man online um Hilfe bitten. Jeder Storykampf darf entweder mit Freunden oder Unbekannten als Unterstützung ausgefochten werden. Die Helfer werden in solchen Fällen mit doppelter Erfahrung und Gold für ihre Dienste entlohnt. Spezielle Missionen abseits der Story sind gar in erster Linie für Multiplayer-Gefechte gedacht, auch wenn man sie solo angehen darf. Für diese Multiplayer-Gefehte stellt Square Enix zudem im Laufe der kommenden Wochen nach und nach die Figuren aus dem Vorgänger, welche den Sprung in die neue Story nicht geschafft haben mittels kostenloser Updates bereit.

Dragon_Quest_Heroes_II_neXGam_03Jeder Charakter hat sein eigenes Skillset. Hier kommen die RPG-Elemente ins Spiel. Es gibt Level-ups, welche mit Skillpunkten belohnt werden. Diese dürfen frei für Verbesserungen der Attribute oder neue Fähigkeiten ausgegeben werden. Jeder der 15 Helden hat dabei eigene Fertigkeiten. Nur die beiden Protagonisten haben gar die Möglichkeit, zwischen fünf Charakterklassen zu wechseln und jeweils darin eigene Skills zu erlernen.

Zusätzlich zu den menschlichen Begleitern erfreut man sich aber auch der Hilfe durch Monster. Besiegte Feinde lassen oft Monstermedaillien zurück. Diese können dann einmalig genutzt werden, um die Hilfe des Monsters in Anspruch zu nehmen. Drei verschiedene Varianten stehen dabei zur Verfügung. Der Wachposten, der Gegner sucht und automatisch mitkämpft; der Helfer, der eine einmalige Aktion ausführt oder Attribute verbessert; und zuletzt ganz neu das Modellmonster, in das man sich selbst für kurze Zeit verwandeln kann. Diese Sorte ist neu und besonders spaßig.

Dragon_Quest_Heroes_II_neXGam_05Ebenfalls neu, und Hauptvorteil des Nachfolgers gegenüber dem ersten Spiel: Eine verbundene Welt. Square Enix wirbt gar mit einer "offenen Welt", was in gewisser Weise stimmt. Allerdings muss man sagen dass diese in eine Reihe kleiner, klar getrennter Gebiete unterteilt ist und nicht aus einem Guss. Dennoch kann man dieses Mal wirklich auf Schusters Rappen alles abklappern, anstatt nur auf einer Übersichtskarte Schlachten auszuwählen. Die eigentlichen Kampfschauplätze können auch beliebig oft wieder abgegrast werden. Wobei es auch in der Wildnis, die die Kampfzonen verbindet, nicht an Gelegenheiten zum Kampf mangelt. Monster überall, versteckte Schatztruhen und Wege, die sich einem erst durch die Fähigkeiten spezieller GruppDragon_Quest_Heroes_II_neXGam_02enmitglieder erschließen. Gefundene Objekte können in der Stadt im Alechemiekessel genutzt werden, um Accessoires zu verbessern oder gegen Bares verkauft werden. Das Geld wird in neue Ausrüstung investiert. Auch ein Stand mit Quests wartet im Städtchen auf fleißige Abenteurer und lockt mit wertvollen Belohnungen. Es gibt viele Kleinigkeiten zu tun, um dem ständigen Gekämpfe einen Sinn zu geben. Dennoch bleibt der Fokus klar auf der Action. Diese Nebenbeschäftigungen und die neue Freiheit sind es jedoch, die Dragon Quest Heroes II zum Action-RPG machen, das der Erstling schon zu sein vorgab.

Dragon_Quest_Heroes_II_neXGam_07Technisch ist die PlayStation-4-Fassung ziemlich gut. Das Spiel läuft trotz der extremen Action und kolossalen Gegnern fast immer flüssig in 60fps - den ein oder anderen kurzen Ruckler muss man aber hinnehmen. Getestet wurde auf einer Standard PS4. Monster und Welt sind schön detailliert und ausgeleuchtet. Alles nicht State of the Art, aber doch hübsch anzusehen. Der Stil von Charakterdesigner Akira Toriyama wird sehr gut eingefangen. Im Westen werden nur PS4 und PC bedient, bei den in Japan erhältlichen Umsetzungen für PS3, PS Vita und Nintendo Switch muss man leider mit größeren technischen Einbußen rechnen. Für eigenhändige Tests abseits der entsprehenden Demos lagen uns diese Fassungen aber nicht vor. Die Musik besteht aus den inzwischen wohlbekannten orchestralen Dragon-Quest-Stücken von Koichi Sugiyama. Wie bei der bunten Heldentruppe erwartet einen hier eine bunte Zusammenstellung bekannter Tracks verschiedener Teile der Hauptserie. Ein paar Soundeffekte aus seligen NES-Zeiten zaubern Retro-Freaks ein Schmunzeln auf die Lippen.

 

Die deutsche Übersetzung ist, wie von allen Dragon-Quest-Spielen gewohnt, ganz hervorragend. Die Sprachausgabe ist allerdings nur in englisch und japanisch vorhanden.

Daniel meint:

Daniel

Dragon Quest Heroes II hat mich ehrlich überrascht. Ich war nie ein Fan der Dynasty-Warriors-Spiele. Die erste Kollaboration mit Square Enix hatte mir schon ganz gut gefallen, aber der große Funke war dennoch nicht übergesprungen. Mit Teil Zwei hat Omega Force aber nun wirklich ein Action-RPG abgeliefert, ohne die eigenen Stärken imposanter Kampfinszenierung zu vernachlässigen. Dieses Game hat mich bis zum Abspann gute 40 Stunden unterhalten, und jetzt sitze ich immer noch begeistert am Endgame-Content. Lediglich die recht dürftige Geschichte hätte man wirklich besser machen können. Ganz wichtig: Unbedingt in deutsch spielen. Bessere deutsche Texte als in Dragon-Quest-Games findet man nicht.

Positiv

  • Gelungener Genremix
  • Auf PS4 sehr flüssig und hübsch anzusehen
  • Tadellos spielbar

Negativ

  • Lahme Story
  • Nichts für absolute Actionhasser
Userwertung
8.5 2 Stimmen
Wertung abgeben:
8.5
senden
Forum
  • von 108 Sterne:

    So oder so, bin schwer angetan. Finde Teil 2 viel besser als Teil 1. Habe das 50 Stunden gesuchtet seit dem Release letzte Woche. ...

  • von Wan-Fu:

    Schade, hätte dann sowieso auf dem handheld gespielt,ps4 am tv.

  • von 108 Sterne:

    Nein. Aber siehe vorher im Thread, die läuft auch echt schlecht. Ist inzwischen auch von der Vollversion zu lesen. Da haste meist 20 - 25fps statt 60. Ist ein Rushjob gewesen. PS3, Vita und Switch kann man wohl alle in die Tonne treten bei dem Game. PC und PS4 sind die einzig wirklich guten...

Insgesamt 27 Beiträge, diskutiere mit
Mehr zum Thema