Werewolf The Apocalypse - Earthblood im Test

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Aus der World of Darkness gab es in der Geschichte bisher einige Videospiele, doch waren diese meist von Vampire: The Masquerade. Selbst auf der Xbox gab es eine Versoftung von Hunter: The Reckoning, an das Material von Werewolf: The Apocalypse hatte sich jedoch bisher noch niemand herangewagt. Obwohl das Spieluniversum einiges an Material hergibt, hat es ziemlich lange gedauert bis jetzt mit Werwolf: The Apocalypse – Earthblood endlich ein Spiel erschien. Wir haben uns auf die Spuren des Caern begeben, um zu sehen, ob der Titel etwas taugt.

Werewolf-The-Apocalypse-Earthblood-02Ihr schlüpft in die Rolle von Cahal. Der hat als Umweltaktivist den Kampf gegen die Firma Endron aufgenommen, die sich zum Ziel gemacht hat, zum vermeintlichen Wohle der Menschheit sich die Natur zu Eigen zu machen und somit Wald und Umwelt zerstört. Doch Cahal ist nicht allein, denn mit seinem Rudel zusammen wird er den Kampf aufnehmen. Denn in Wahrheit ist Endron nicht für die Menschen, sondern für die Macht des Wyrm unterwegs, die das Gleichgewicht auf der Erde zerstören wollen. In der World of Darkness und im speziellen im Werewolf Universum, dreht sich vieles um den Kampf zwischen Gaia, der Erdmutter, und dem Wyrm, den Mächten der Dunkelheit. Und es liegt an den Wolfsrudeln, die Balance der Erde im Auge zu behalten.

Cahal hat mit seiner Gruppe dazu in den Wäldern von Tarker Mills ein Lager errichtet, dass nahe genug an einer Fabrik von Endron liegt, um diese zu infiltrieren und am Ende möglichst unschädlich zu machen. Die Geschichte ist dabei unterteilt in verschiedene Kapitel, die eine jeweilige Mission darstellen. Mal muss Cahal eine Trainingsanlage unterwandern, um nützliche Daten zu extrahieren oder sogar einen Gebäudekomplex in die Luft jagen, um die Macht von Endron zu schwächen. Dazu bleibt einem der Weg offen, wie man dieses Ziel erreichen möchte. Grundsätzlich ist das Spiel ausgelegt, das man im Schleichmodus von einem schwer bewachten Raum zum nächsten schleicht. Diese sind aufgebaut wie kleine Rätsel und ihr müsst herausfinden, wie die Wachen patrouillieren und sie nach und nach erledigen. Dazu könnt ihr auch eine Armbrust nutzen, die vor allem später im Spiel sehr nützlich sein kann, wenn ihr mehrere Ziele auf einmal markieren und ausschalten könnt.

Werewolf-The-Apocalypse-Earthblood-04Diese Räume werden immer schwieriger, denn mit fortschreitendem Spielverlauf sind sie immer besser geschützt. Während anfangs nur Fußsoldaten ihre Wache absolvieren, werden später auch Mechs und schwer gepanzerte Soldaten auftauchen, die nach euch Ausschau halten. Werdet ihr entdeckt, so strömen weitere Nachschubeinheiten aus speziellen Türen in den Raum, die sich allerdings vorher noch sabotieren lassen, so dass diese bereits verletzt in den Abschnitt kommen. Seid ihr entdeckt worden, verwandelt ihr euch in die Crinos Form. Das ist die klassische Werwolf Form, wie man sie aus Filmen kennt, mit denen man sich durch die Gegnerreihen schnetzeln kann. Die Kämpfe an sich verkommen leider oft nur zu einem äußerst blutigen Hack & Slay, bei denen man meist nur die Selbstheilung als Fähigkeit braucht. Im späteren Spielverlauf lassen sich aber eine Vielzahl von Fertigkeiten lernen, wie etwa ein Sprungangriff oder ähnliches. Im Kampf gibt es zwei verschiedene Kampfhaltungen des Crinos. Entweder man bewegt sich langsamer und führt kräftige Attacken aus oder man pflügt sich geschwind durch die Gegnermassen, um sie mit einer Vielzahl von Hieben unschädlich zu machen.

Doch selbst wenn ihr entdeckt wurdet und den kompletten Raum in seine Einzelteile zerlegt habt, werdet ihr im nächsten Raum bereits wieder zum Schleichen aufgefordert. Der Alarm funktioniert scheinbar nicht über die komplette Anlage. Jedoch muss man attestieren, dass die Missionen an sich durchaus lang sind und falls man im ersten Raum schon im Kampfmodus wäre, dann würde das Spiel deutlich actionlastiger ausfallen. Jedoch haben Spiele wie Metal Gear Solid bereits auf der PlayStation gezeigt, dass man nach einem Alarm sich zurückziehen sollte und es von Neuem probieren. Viele Rückzugsmöglichkeiten gibt es hier allerdings kaum, wenn man einmal entdeckt wurde und da man vor allem im leichten Schwierigkeitsgrad im Kampf schier übermächtig ist, kann man sich wahlweise auch komplett ohne Schleichen bis ans Ziel bringen.

Werewolf-The-Apocalypse-Earthblood-07Bei erfolgreichem Missionsabschluss kehrt ihr wieder zurück in euer Lager, dort lässt euch das Spiel etwas mehr Freiraum und ist nicht so linear, wie in den Missionen selbst. Hier könnt ihr euch frei durch den Wald bewegen, mit verschiedenen Charakteren sprechen und auch Nebenmissionen erledigen. In den Gesprächen habt ihr manchmal zwar Auswahlmöglichkeiten, wie ihr auf eine Frage antwortet. Die machen aber kaum einen Unterschied im Spielverlauf. Hier kommt zwar ein Hauch von Rollenspiel auf, doch leider viel zu wenig, für das, was das Rollenspielsystem hergeben würde. Schade eigentlich.

Auch braucht das Spiel viel zu lange, um richtig in Fahrt zu kommen. In der ersten Hälfte des Spiels werdet ihr im Wald und in den umliegenden Fabriken verbringen. Letztere sind optisch mit den ewig gleichen Gängen ausgestattet, so dass man sich bereits nach kurzer Zeit sattgesehen hat und sich zum Teil sogar verlaufen kann, da es im Spiel kein Automapping oder dergleichen existiert. Allerdings gibt euch ein Missionsmarker stets die Richtung vor, so dass ihr nicht vollkommen auf euch gestellt seid. Dabei hat das Spiel seine hellen Momente. Wenn man die Räume studiert, wie man ungesehen an Wachen vorbeikommt, Terminals betätigt, um Türen zu öffnen oder Sicherheitssysteme lahmlegt, um zur rettenden Tür zu gelangen ist ein sehr gutes Gefühl. Hier kommt auch die dritte Gestaltform, der Lupus, oft zum Einsatz. In dieser Form kann man sich zum Wolf verwandeln und schneller durch die Gänge flitzen. Jedoch werden die Gegner schneller auf euch aufmerksam, so muss man stets abwägen. In dieser Form kann man allerdings durch Lüftungsschächte schlüpfen und so einigen Kämpfen aus dem Weg gehen. Das macht den Lösungsweg etwas spannender und auch flexibler.

Werewolf-The-Apocalypse-Earthblood-15In der zweiten Spielhälfte erreicht ihr ein weiteres Gebiet, das allerdings vom Gameplay her ziemlich ähnlich ist. Auch dort werdet ihr erst in der offenen Wüste den Weg zum aktuellen Missionsziel erkunden und dann euch von Raum zu Raum hangeln, um euer Ziel zu erreichen. So stellt sich leider etwas viel Routine ein, was der Spielmotivation doch eher schadet. Dabei ist die Welt durchaus stimmig designt. Vor allem die Wälder von Tarker Mills zu Beginn bieten so einige Details, die es zu entdecken lohnt. Störend sind hierbei nur manche Charaktermodelle von Personen, die herumstehen. Während die Hauptcharaktere der Geschichte sehr detailliert sind, stapfen die Komparsen eher hölzern durch die Umgebung, so dass es teilweise schon an ältere RPGs erinnert.

Michael meint:

Michael

Es ist schon ein Wechselbad der Gefühle, wenn man sich Werewolf: The Apocalypse – Earthblood zu Gemüte führt. Einerseits motiviert, dass herrlich andere Spielgefühl und die durchaus spannende Spielwelt mit der Geschichte um das Werwolfsrudel, dass einen Kampf gegen einen riesigen Konzern aufnimmt. Doch andererseits lässt das Spiel einiges an Potential liegen. Warum müssen die Räume sich in den Missionen so ähneln? Warum kann ich mich mit Leuten unterhalten, aber meine Antworten haben quasi keine Auswirkungen auf die Geschichte? Hier hätte man deutlich mehr daraus machen können und vor allem mehr Rollenspiel ins Gameplay bringen, was die Vorlage ja hergeben würde. Ein Lob muss ich allerdings für die Synchronisation aussprechen. Die Sprachausgabe ist zwar auf Englisch, aber dafür wirklich perfekt gelungen! Zusätzlich bietet der Titel deutsche Untertitel. So bleibt ein unterhaltsames Stealth-Action Game mit sehr leichten Anleihen, für das man sich aber etwas einspielen muss, um sich fesseln zu lassen.

Positiv

  • zum Teil sehr gute Atmosphäre
  • Regelwerk von Werewolf gut umgesetzt
  • man kann sich in Arealen frei umsehen

Negativ

  • Optik nicht auf der Höhe der Zeit
  • Die Brechstange ist oft effektiver als Schleichen
  • zu wenig Rollenspielanteil
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  • von Nognir:

    Ich spiele es ja jetzt zum zweiten Mal durch, weil ich beim ersten Mal eine Nebenquest vergessen hab und man die nicht nachholen konnte und ich merke beim zweiten Durchgang jetzt, dass es mit dem Schleichen echt super funktioniert. Oftmals musste ich jetzt sogar gar nicht kämpfen und das hab ich im...

  • von Goldeneye:

    Gut geschriebenes Review, deckt sich auch soweit mit meinen Eindrücken. Finde auch dass sich das Spiel trotz des sich wiederholenden Gameplays nicht zu sehr in die Länge zieht; die Spielzeit empfand ich als genau richtig. Habe mir jetzt auch ein gebrauchte PS4-Fassung für 20 EUR mitgeholt; auch...

  • von Civilisation:

    Michael hat sich Haare und Zähne stehen lassen. Werewolf: The Apocalypse – Earthblood Aus der World of Darkness gab es in der Geschichte bisher einige Videospiele, doch waren diese meist von Vampire: The Masquerade. Selbst auf der Xbox gab es eine Versoftung von Hunter: The...

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Werewolf The Apocalypse - Earthblood Daten
Genre Actionadventure
Spieleranzahl 1
Regionalcode Regionfree
Auflösung / Hertz -
Onlinefunktion -
Verfügbarkeit 2021-04-02 13:35:32
Vermarkter -
Wertung 6.1
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