Legends of Amberland im Test

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Wie oft schwelgen wir in unserem Forum in Nostalgie und wünschen uns die alten Games der 80er und 90er zurück. Eine Epoche, in der wir deutlich unbekümmerter waren und auch eindeutig mehr Zeit für die Spiele an sich hatten. Da hat man sich wochenlang in ein Game vergraben, am liebsten vielleicht in ein Rollenspiel und hat nahezu jede Information aufgesogen, die man zu dem jeweiligen Titel bekommen konnte. Legends of Amberland ist dann genau das Richtige, um euch die nächsten Wochen zu versüßen.

Legends-of-Amberland-04Legends of Amberland: The Forgotten Crown ist eine Liebeserklärung an die klassischen Dungeon Crawler der 90er Jahre. Habt ihr Spiele wie Eye of the Beholder, Lands of Lore oder Might & Magic geradezu verschlungen, so werdet ihr euch hier gleich heimisch fühlen. Vor allem Might & Magic III diente als Inspiration an den Entwickler und Kenner des Originals werden sicherlich einige Parallelen erkennen. Die Geschichte ist dabei schnell erzählt, denn eine Gruppe von Helden sollen im Auftrag des Königs nach einer verlorenen Krone suchen und nach Möglichkeit das Volk noch von den einfallenden Trollen und Goblins befreien. Es handelt sich um eine klassische Fantasywelt, die inspiriert ist von den traditionellen Fantasygeschichten, in denen die Streiter die Welt vom Bösen erlösen müssen.
 

So stellen wir uns eine Truppe von sieben tapferen Recken zusammen, die aus vier unterschiedlichen Rassen und sieben Klassen zusammengestellt werden können. Zum Teil sind sogar rassenspezifische Unterklassen möglich, wie etwa der zwergische Kampfschmied oder der elfische Kampfmagier. Das Hauptaugenmerk des Entwicklers lag vor allem darin, den Spielern ein spaßiges Rollenspielerlebnis zu bieten, ohne sich allzu viel Mikromanagement zu betreiben. So kann man neben der eigenen Zusammenstellung der Party auch auf eine vorgefertigte zugreifen. Selbst wenn ihr die Truppe selber erstellt, habt ihr diese in null Komma nichts fertig. Rasse wählen, eine der verfügbaren Klassen aussuchen und die Punkte auf die verschiedenen Eigenschaften verteilen. Erledigt!
 

Legends-of-Amberland-07Ansonsten spielt sich das Spiel sehr flüssig und unkompliziert. Denkt man an andere RPGs aus den 90er Jahren, so musste man oft genug neben der Oberwelt auch in den Städten herumirren und nach der Taverne oder dem Schmied suchen. Dies wurde in Legends of Amberland vereinfacht. Erreicht ihr eine Stadt, so erhaltet ihr ein Auswahlmenü, welchen Laden ihr betreten wollt. Neben dem Heiler, der euch gegen Bares allmögliche Gebrechen heilt, gibt es noch die Taverne, um neuesten Tratsch zu hören und Quests zu ergattern. Außerdem findet ihr dort den Waffenschmied und ein Trainingslager, in dem ihr nach Erhalt der nötigen Erfahrungspunkte mit euren Helden aufsteigen könnt. Auch bei den Charaktereigenschaften an sich hat man sich auf das nötigste beschränkt, aber man hat genau genug, um seine Charaktere zu individualisieren und ihnen eine Individualität zu verleihen.
 

Ein Großteil des Spiels verbringt ihr auf der Oberwelt, die wie in klassischen Dungeon Crawlern aus der Ego-Perspektive frei erkundet werden kann. Ihr bewegt die Truppe schrittweise und dreht euch um 90 Grad. Eine automatisierte Kartenfunktion zeichnet dabei euer Abenteuer mit, und sofern ihr später den Greifenreiter der Gilde befreit habt, könnt ihr euch auf jeden Punkt der Karte bringen lassen. Auf eurem Weg werdet ihr aber zahlreiche andere in Not geratene finden, denen ihr gegen eine Belohnung helft. Diese Ereignisse verzeichnet das Spiel automatisch im Tagebuch, auf das ihr stets zurückgreifen könnt und auch wertvolle Tipps erhaltet. Richtige Dialoge werdet ihr im Game nicht führen, denn bei einem Treffen mit anderen Charakteren werden nur Textboxen angezeigt, die euch die nötigsten Dinge erklären. Diese sind aber durchaus humorvoll geschrieben und sogar ins Deutsche übersetzt worden.
 

Legends-of-Amberland-06Ein wichtiger Teil in einem RPG ist natürlich der Kampf und der findet rundenbasiert statt. Die mittleren drei Helden bilden dabei die vorderste Front, die zumeist auch den meisten Schaden abbekommen werden. Mit einzelnen Tastenkombinationen könnt ihr zwischen klassischen Attacken, sowie Spezialfertigkeiten und Zaubern wählen. Vor allem die Fertigkeiten geben den Auseinandersetzungen etwas taktische Tiefe. Beispielsweise mit einem Sturmangriff den Feind betäuben kann oder der Barde ein Lied anstimmt, um seine Kameraden moralisch zu unterstützen und die Stats kurzzeitig zu stärken. Neben den vielen Standardgegnern trefft ihr vereinzelt auf spezielle Kämpfer, die meist zu einer Quest, gehören. Wichtig ist auch zu wissen, dass Angreifer in den Dungeons einmal getötet tot bleiben, also wenn ihr erst nachher den eigentlichen Questgeber findet, werdet ihr dennoch für euren Mut belohnt. Ist aber nicht weiter schlimm, denn ihr werdet nicht allzu sehr grinden müssen, um das Spiel abschließen zu können.
 

Vom Umfang her gibt es wirklich viel zu tun und vor allem die freie Erkundung der Welt hat durchaus seine Vorzüge. Erwartet aber keine Questmarker, denn auf diese hat man bewusst verzichtet. So dürft ihr euch locker auf 40 Stunden Spielzeit einstellen. Die Grafik ist in einer stylischen 8-Bit-Optik gehalten, ebenso wie die Feinde, was absolut stimmig zueinanderpasst. Auch die Musikuntermalung passt sich gut ein, allerdings sind die Stücke relativ kurz, so dass sie sich innerhalb eines Gebiets recht schnell wiederholen und eintönig werden.

Michael meint:

Michael

Legends of Amberland ist für all diejenigen gedacht, die sich gern mal wieder einem Oldschool Rollenspiel widmen, aber nicht zu viel Zeit mit Mikromanagement verlieren wollen. Hier macht das Spiel seine Sache tatsächlich sehr gut und es macht Spaß, die Welt auf eigene Faust zu erkunden. Falls ihr allerdings ein Spiel sucht, dass eine tiefgreifende Geschichte hat mit gut ausgearbeiteten Charakteren, dann werdet ihr vermutlich mit dem Titel nicht glücklich werden. Es ist wirklich für Fans von klassischen Dungeon Crawlern gedacht und ich wurde mit der flotten Spielweise sehr gut unterhalten.
 

Positiv

  • frei erkundbare Welt
  • unkompliziertes Gameplay
  • ordentlicher Umfang

Negativ

  • Soundtrack wiederholt sich schnell
  • gameplaybedingt keine tiefgreifenden Dialoge
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Forum
  • von _2xs:

    Würde ich zugreifen, wenns physisch kommt. Hab Might and Magic III gern gespielt.

  • von Civilisation:

    Michael hat ein RPG gespielt, das in vielerlei Hinsicht als klassisch bezeichnet werden kann. Legends of Amberland Wie oft schwelgen wir in unserem Forum in Nostalgie und wünschen uns die alten Games der 80er und 90er zurück. Eine Epoche, in der wir deutlich unbekümmerter...

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