Pokémon Mystery Dungeon: Retterteam DX im Test

Die Tradition der Mystery Dungeon Spiele erstreckt sich bis ins Super Nintendo Zeitalter und schon davor gab es auf ersten PCs Titel wie Rogue, die dieses Genre erschufen und nach und nach weiterentwickelten. Die Pokémon sind ebenso in der Konsolengeschichte seit einigen Generationen fest verankert und da war es naheliegend, eine Symbiose dieser beiden Themen einzugehen. Das Pokémon Mystery Dungeon Retterteam DX ist dabei nicht das erste Spiel dieser Gattung, genauer gesagt ist es sogar ein Remake des originalen Games, das damals auf dem Nintendo DS bzw. GameBoy Advance herauskam. So kann man bereits auf einer guten Basis aufbauen. Doch kann das Spiel auch jetzt noch nach mehreren Jahren überzeugen?

Pokemon-Mystery-Dungeon-02Ich muss zugeben, dass es dieses Genre mir schon immer angetan hat. Bereits auf meinem C64 verbrachte ich mit The Sword of Fargoal viele Stunden und legte bei mir den Grundstein, diese Art von Spiel gerne zu spielen. Doch mittlerweile sind einige Jahre vergangen und auch im Genre hat sich einiges getan. Die Geschichte hinter dem Spiel ist, dass man plötzlich in einer fremden Welt erwacht und auf ein Pokémon trifft. Nach einem kurzen Plausch stellt ihr fest, dass ihr selbst ebenfalls ein Pokémon seid, obwohl ihr doch eigentlich ein Mensch seid. So tut ihr euch zusammen und versucht Licht ins Dunkel zu bringen. Bis ihr allerdings soweit seid, müsst ihr erstmal euer alltägliches Leben bestreiten und natürlich Geld verdienen. Eure Begleitung hat schon lange das Verlangen, den anderen Pokémon zu helfen und ein Retterteam zu gründen. Da ihr jetzt zu zweit seid, scheint das auch die richtige Zeit dafür zu sein.
 

Euer tägliches Brot besteht also darin, in dem kleinen Dörfchen zum Pelipper Postamt zu wandern und dort am Infobrett Aufträge anzunehmen. Bis zu acht Stück könnt ihr zu Beginn wählen, wobei es im späteren Spielverlauf mehr werden. Im Dorf selbst könnt ihr euch dann für euren Ausflug in den Dungeon vorbereiten, in dem ihr bei den Kecleons Ausrüstungsgegenstände kauft, bei Kangama bereits gefundene Items (aus-)lagert oder bei der Bank euer hart verdientes Gold einzahlt. Zusätzlich gibt es noch das Makuhita Dojo, das zwar im Original auch schon existierte, aber in der Neuauflage etwas abgeändert wurde. Während ihr damals gegen einzelne Gegnertypen trainieren konntet, könnt ihr jetzt so genannte Intensivtickets einlösen, die dazu benutzt werden, um in einen Übungsdungeon einzusteigen. Hier habt ihr nur maximal eine Minute Zeit, dafür erhaltet ihr für erledigte Gegner mehr als das Zehnfache an Erfahrungspunkten, so dass ihr ziemlich schnell aufsteigen könnt, ohne viel mit normalen Missionen zu grinden. Allerdings sind diese Tickets, zumindest die höherwertigen, rar gesät, so dass man dieses System nicht ausnutzen kann. Jedoch kann man doch so einiges an Spielzeit abkürzen.

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Nach der Vorbereitung geht es in einen selbstgewählten Dungeon. Während zu Beginn nur wenige verfügbar sind, werden weitere zugänglich je weiter in der Story voranschreitet. Die Gewölbe sind auch jeweils in einem eigenen Thema gehalten, so dass man auf unterschiedliche Pokémon Arten und -typen trifft. Die Erkundung des Dungeons läuft dabei nicht in Echtzeit ab, sondern rundenbasiert. Auf dem schachbrettartigen Untergrund bewegt ihr euch Feld für Feld vor. Hier hat man beim Remake auch einige Komfortfunktionen generiert, wie zum Beispiel das schnelle Fortbewegen der Felder und sogar eine automatische Fortbewegung per Schultertaste. Hier läuft dann das Team selbständig durch die Höhlen und suchen nach Gegenständen ab, bis ein Gegner in unmittelbarer Nähe ist. Ab da muss der Spieler auf jeden Fall eingreifen.
 

Insgesamt vier verschiedene Angriffe stehen pro Pokémon zur Auswahl, die über ein Menü mit der Schultertaste angewählt werden können. Oftmals reicht aber auch eine einfache Attacke aus, um die ersten Gegner zu erledigen. Später lassen sich im Dorf ebenfalls Attacken verlinken, so dass man sich eine heftige Kombo zusammenstellen kann. Man muss allerdings beachten, das Spezialattacken Aktionspunkte verbrauchen und diese später wieder aufgeladen werden müssen, solange man sich noch im Dungeon befindet. Grundsätzlich ist der Schwierigkeitsgrad des Games eher niedrig angesiedelt. In der ersten Hälfte des Spiels war ich nicht mal ansatzweise in der Not ein Heilitem zu benutzen. Später wird es zwar fordernder, aber nie wirklich schwierig. Erst mit dem Endgame nach der Story, kann es mitunter schon herausfordernder werden, jedoch wird es nie unfair und oftmals liegt es daran, dass man vielleicht doch zu wenig Nebenaufgaben erledigt hat und zu früh mit der Geschichte fortfahren wollte.
 

Pokemon-Mystery-Dungeon-15Wer das Original auf dem GameBoy Advance bzw. Nintendo DS bereits gespielt hat, dürfte sich sofort heimisch finden, denn inhaltlich erhaltet ihr dasselbe Spiel wie damals vor 14 Jahren. Technisch wurde das Game runderneuert und die 3D-Grafik mit dem Malbuchstil gefällt mir persönlich sehr gut. Auch eine passende Musikuntermalung wurde dem Spiel spendiert, so dass man stets gut gelaunt die Dungeons erkunden kann. Wer auf neue Spielinhalte in Sachen Story gehofft hat, den muss ich allerdings enttäuschen. Hier wurde keine neue Storyline hinzugefügt. Was eure Hauptmotivation, vor allem im späteren Spiel, sein wird, ist das Sammeln der Pokémon. Denn neben den beiden Hauptakteuren könnt ihr noch ein weiteres Pokémon mit auf die Reise in den Dungeon nehmen. Dort kann es ebenso passieren, wenn ihr einen Gegner erledigt, dass dieser sich mit euch anfreundet und ihr in das eigene Retterteam aufnehmen könnt. So habt ihr im späteren Game die Möglichkeit wieder alle Pokémon zu sammeln die im Spiel vorkommen.
 

Ansonsten wenn ihr keine Lust auf Story oder grinden habt, könnt ihr euch ebenfalls auf eine Rettungsmission begeben, um andere Spieler zu retten. Falls ihr selbst auch mal in einem Dungeon erledigt werdet, weil ihr doch mal nicht genug Heilgegenstände dabeihabt, dann könnt ihr ein Rettungsgesuch aufgeben. In der Pelipperpost können sich anschließend andere Spieler auf der ganzen Welt melden, euch im Dungeon zu retten oder ihr schickt ein eigenes Retterteam los, um den Kumpanen zu retten. Dazu müsst ihr nur in das Stockwerk des jeweiligen Dungeons voranschreiten und das bewusstlose Pokémon bergen. Macht ihr das bei anderen Spielern, so erhaltet ihr dafür eine Belohnung. Früher am GBA bzw. DS gab es diese Möglichkeit auch, allerdings nur über direkter Link- oder Passwortfunktion. Die Passworteingabe hat es bis ins neue Spiel geschafft, jedoch ist es deutlich bequemer, über das Internet auf dieses Schwarze Brett zuzugreifen.

Michael meint:

Michael

Ich hatte damals schon auf dem Nintendo DS Spaß mit dem Spiel, doch die Neuauflage gefällt mir in allen Belangen besser. Egal ob von der liebevollen optischen Präsentation, über die neuen Komfortfunktionen bis hin zum zeitgemäßen Design. Wer Lust auf ein unkompliziertes Rollenspiel hat, der ist mit dem Spiel gut beraten. Erwartet allerdings kein besonders tiefschürfendes Abenteuer mit tiefgründigen Dialogen und einem fordernden Gameplay. Man merkt dem Game an, dass es doch eher für eine jüngere Zielgruppe konzipiert wurde. Spielerisch hat es mich aber stets motiviert und auch im Endgame gibt es noch genug zu tun, um längerfristig zu unterhalten.

Positiv

  • unkompliziertes Abenteuer
  • Sammeln der Pokémon beschert viele Spielstunden
  • einige neue Komfortfunktionen

Negativ

  • keine neuen Storyinhalte zu damals
  • Schwierigkeitsgrad eher niedrig gehalten (für Profis)
Userwertung
6.9 4 Stimmen
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Forum
  • von Civilisation:

    Jetzt wissen wir, Michael ist ein Pokemon. Der Beweis ist hier in seiner Rezension: Pokémon Mystery Dungeon: Retterteam DX Die Tradition der Mystery Dungeon Spiele erstreckt sich bis ins Super Nintendo Zeitalter und schon davor gab es auf ersten PCs Titel wie Rogue, die dieses...

  • von Undead:

    @walfisch ich sehe halt den Unterschied darin, ob ein Game auch technisch gut gemacht ist. Würde ich mit dem SoM Remake Spaß haben? Vllt. aber allein das wissen, dass es Freeze gefährdet ist(selbst nach dem Patch), würde mir schon einen Teil dieses Spaßes nehmen. (und dass man es eben...

  • von Nognir:

    hat eigentlich jemand mal die Demo ausprobiert? Hab sie gestern mal geladen und wollte sie heute spielen, aber bin schon so gespannt drauf, dass ich erste Erfahrungsberichte hören würde.

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