Paper Mario The Origami King im Test

‚‚Die Welt ist eine Scheibe‘‘ sagen Verschwörungstheoretiker. Dies war wohl die Grundidee schlechthin für Nintendo ihre bekannten Superhelden samt Königreich in eine Papierwelt zu verfrachten, die ganz nach ihren Gesetzen agiert. Angefangen hat alles auf dem Nintendo64 und nun bekommt auch die Switch ihren eigenen Ableger.

PaperMarioTheOrigamiKing10Nachdem für mich persönlich enttäuschenden Paper Mario: Color Splash hatte ich gehofft, dass Nintendo sich nochmal ans Reißbrett setzten, würde um die Qualität für den Nachfolger auf ein besseres Niveau zu hiefen. Und meine Wünsche wurden erhört. Mein größter Kritikpunkt war das verschachtelte Karten-Kampfsystem, womit Intelligent System versuchte, das Wii U-Gamepad klüger ins Spielgeschehen einzubinden. Das führte in der Praxis zu viel Rumgefummel für einfache Aktionen. In Paper Mario: The Origami King wurde ein neues Verfahren entwickelt. Gegner sind in der Spielwelt sichtbar, und wenn man diese berührt, wechselt das Spiel in den Kampfbildschirm. Bei normalen Gefechten steht Mario im Zentrum einer Kampfarena, wobei der Kampfbereich aus mehreren Ringen besteht, auf denen sich Feinde verteilen. Vor jedem Geplänkel müsst ihr unter Zeitdruck die Ringe so ordnen, dass Mario eine optimale Attacke ausführen kann. Dazu stehen ihm natürlich Hilfsmittel zur Verfügung. Mit dem Hammer lassen sich dank der Druckwirkung des Hammerschlags kleine Gruppe von zum Beispiel Gumbas erledigen.

Habt ihr die Feinde hintereinander gestapelt, lassen sich diese mit einem beherzten Sprung nacheinander ausschalten. Um die maximale Trefferquote zu erreichen, ist Timing gefragt. Beim Hammerschlag gibt eine Anzeige Aufschluss darüber, wie stark die Aktion wird und bei der Sprungattacke müsst ihr zum richtigen Zeitpunkt die Sprungtaste drücken. Da ihr euch in einer Arena befindet, stehen um euch herum Tribünen, die sich allmählich mit Toads fühlt. Diese findet ihr gut versteckt in den verschiedenen Spielwelten. Diese putzigen Helfer können noch vor dem eigentlichen Gemetzel einen Bonus bringen. Je nach Kontostand werft ihr Münzen an den Arenarand, die die kleinen Schlingel dazu verleiten das Spielfeld zu eurem Vorteil umzustellen, die Spielfigur mit Heilitems versorgt und den Feinden Bomben vor die Füße wirft. Bei Zwischen- bzw. Endbossen dreht sich der Spieß um. Nun steht Mario außerhalb der Ringe und muss versuchen sich einen Weg in das Zentrum bahnen. Wie bei einem Brettspiel finden sich dort Symbole, die Mario einen Durchgang oder Aktion gewähren. Auch hier müsst ihr wieder die Ringe so drehen, um an die Schwachstellen des Bosses zu kommen. Ist dies geglückt, begebt ihr euch erneut auf die Startposition und das Spielchen beginnt von neuem, bis der Lebensbalken vom Endboss hinüber ist.

PaperMarioTheOrigamiKing11Eine andere Neuerung im Spiel ist, dass Mario recht früh die Fähigkeit verliehen bekommt, seine Arme wie gefaltetes Papier auszustrecken und unerreichbare Leitern nach unten zu ziehen. Auch lassen sich damit Sticker von Mauerwerken herunterreißen, um versteckte Durchgänge freizulegen. Das Konfetti, dass ihr von Bäumen sammelt, ist zudem ein wichtiger Gamechanger. Dieser lässt sich nutzen, um Löcher in Boden und Wänden zu stopfen, die dann wiederum zur Belohnung Geldmünzen ausspucken. Diese lassen sich als Währung einsetzen, um im Itemshop Gegenstände zu kaufen oder wie vorher angesprochen, um die Toads ins Kampfgeschehen einzubinden. Von der Story bleibt der neuste Ableger der Paper Mario-Reihe seinen Wurzeln treu und erzählt eine recht simple Geschichte. Der Origami-König Olly überfällt das Königreich von Peach und verwandelt alle Bewohner zu Zombiehaften Origamifiguren. Seine Schwester, Olivia, bietet ihn Parolie und verbündet sich mit Mario, um ihn aufzuhalten. Um dies zu tun, bewandern beide verschiedene Gebiete des Pilzkönigreiches und ihr trefft auf viele skurrile Figuren. Diese bieten kleine Nebenquests, die den Spieler durch den witzigen Schreibstil öfters zum Schmunzeln bringen. Wie weiter oben erwähnt sind zahlreiche Toads versteckt, die ihr befreien könnt. Diese helfen euch gelegentlich neue Bereiche zu erkunden. So lässt sich die Schnellreisefunktion erst nutzen, wenn ihr dem betreffenden Toad geholfen habt. Dann könnt ihr dessen Fax-Maschine einsetzen, um bereits besuchte Gebiete erneut zu betreten. Auch dienen Röhren dazu, um Abkürzungen freizulegen, doch dafür müsst ihr erst deren Ausgänge freilegen, die durch Sticker zugeklebt sind.

 


Für echte Heiterkeit sorgt der Soundtrack und natürlich darf der entzückende Papiergrafikstil nicht unerwähnt bleiben. Diese wirkt so detailverliebt und putzig das man sich an den Grafikstil nicht sattsehen kann. Doch der Star der Show ist eindeutig der mit viel Liebe geschriebene Text, der wunderbar darüber hinwegtäuscht, dass das Rollenspiel keine Sprachausgabe besitzt.

Dominic meint:

Dominic

Mit jedem neuen Paper Mario entwirft Intelligent Systems neue Ideen, um die Serie immer frisch aussehen zu lassen. Das man dabei nicht jedes mal ins Schwarze trifft, zeigte der Vorgänger auf der Wii U. Doch mit Paper Mario: The Origami King wurde vieles richtig gemacht und meine Kritik hält sich in Grenzen. Wenn mich wirklich etwas stört, ist es der Fakt, dass der Rollenspielaspekt im aktuellen Spiel so weit runtergeschraubt wurde, dass es kaum Sinn macht Standardkämpfe auszutragen. Weil belohnt wird man hier nur mit Goldmünzen, die man zahlreich woanders sammeln kann. Natürlich ist der Schwierigkeitsgrad erneut recht niedrig, doch das sehe ich nicht als Manko, denn so wirkt das ganze Spielgeschehen noch entspannter.

Positiv

  • Sehr schöner Grafikstil
  • Toll geschriebene Texte
  • Innovatives Kampfsystem

Negativ

  • Rollenspielanteil wurde stark zurückgefahren
Userwertung
6.7 3 Stimmen
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Forum
  • von fflicki:

    Das hab ich mir auch schon überlegt, würde mir wohl sehr helfen. Mir fehlt da einfach Zeit oder eben mehr Züge um nicht das eine perfekte in einer knappen Zeit hin zu bekommen. Ich schaue mir den Kampfring an und hab generell erst mal gar keinen Überblick. Wenn ich mir aber erst mal Zeit nehme...

  • von Ghost of Sparta:

    Habs noch nicht gezockt, aber in der M! waren einige Tipps zum Kampfsystem u. a. auch dass man zu Beginn des Kampfes in die Top-Down Sicht wechseln soll, dann nen Screenshot machen und über die Hometaste zurück ins Switch Menü wechseln soll und dann ganz in Ruhe den Screenshot anschauen und den...

  • von fflicki:

    In einem Kampf Scheitern ist bestimmt nicht so schlimm, doch ich kapier das überhaubt nicht. Ich komme mit dem Kampfsystem überhaubt nicht klar. Entweder läuft mir die Zeit oder die Züge ab, was für mich Bossfight unspielbar macht, da ich einfach so gut wie nicht bis zum Boss komme. Hab an dem...

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