Neo Atlas 1469 im Test

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Alle die in der Schule aufpassten, wissen, dass Amerika ja quasi eher zufällig entdeckt wurde. Im 15. Jahrhundert war es ja generell die Zeit der Seefahrer, die bereits in zahlreichen Spielen als Rahmenhandlung genutzt wurde. Auch Artdink nutzte die Gelegenheit, um mit Neo Atlas 1469 eine Symbiose aus Entdeckersimulation und Visual Novel zu kreieren. Eine Mischung, die ich mir persönlich gerne mal zu Gemüte führte.

Neo-Atlas-1469-11Wir schreiben das Jahr 1468 und wir übernehmen die Leitung einer kleinen Handelsgesellschaft in Lissabon, die mächtig in den Miesen steckt. Dies sollen wir möglichst ändern. Dabei unterstützen uns ein wissbegieriger Professor und unser Kumpan Miguel, der zusätzlich weitere Tipps gibt und als eine Art Berater fungiert. Es ist eine Zeit, in der man nur das bekannte Europa und den nördlichen Teil Afrikas kennt. Der Rest in unerschlossenes Land, das erstmal erforscht werden will. Zudem kursieren wilde Gerüchte, dass die Erde doch tatsächlich eine Kugel sein soll, dem man im Auftrag von höchster Stelle, dem portugiesischen König, auf die Spur kommen soll. So beginnt eine interessante Mischung aus Wirtschaftssimulation und Visual Novel Adventure.

Der anfängliche Ausschnitt der Karte ähnelt unserer jetzigen Welt, doch die neu entdeckten Teile der Erde werden vom Spiel wiederholt neu generiert. Ihr schickt eure Admiräle mit einer Crew in das unentdeckte Land und hört nach deren Rückkehr ihren Geschichten zu, was sie dort alles erlebten. Ihr habt danach die Wahl, ob ihr deren Worten Glauben schenkt oder aber auch nicht. Wenn ihr das nicht tut, könnt ihr den Bereich noch einmal neu erkunden und dieser wird anders sein, als auf der letzten Reise. Ihr schickt dabei die Schiffe los in das unbekannte Gebiet, und sobald auf eine Grenze stoßen, kehren sie zum Heimathafen zurück und erstatten Bericht. Mit etwas Glück entdeckt ihr so neue Städte, mit denen ihr Handel treiben könnt. Jeder Siedlung ist ein Rohstoff zugeordnet und ihr könnt zwei Gemeinden zu einer Handelsroute verbinden. Hier ist auch Einfallsreichtum gefragt, denn kombiniert ihr zwei Grundstoffe gekonnt miteinander, können wertvollere Handelsgüter dadurch entstehen, die euch mehr Geld bringen. Beispielsweise gibt es in der einen Stadt Ringe und in der anderen Diamanten. Verknüpft ihr die beiden Ortschaften zu einer Route, erhaltet ihr Diamantringe, die eure Einkünfte signifikant steigen lassen.

Neo-Atlas-1469-02Außerdem finden sich auf der frei zoombaren Karte verschiedene Schätze und spezielle Orte, die ihr mit euren Admirälen erkunden könnt. In Schatztruhen verbergen sich geheime Gegenstände oder aber Ausrüstungsgegenstände, die ihr euren Flottenchefs zuteilen könnt und mit deren Hilfe sich die Eigenschaftswerte steigern lassen. Diese Eigenschaften steigern sich aktiv bei Erkundungen oder bei der Jagd auf Piraten, die ebenso wie ihr die Weltmeere umsegeln und sogar eure Handelsschiffe angreifen können. Zudem müsst ihr auch auf euren Kontostand achten, da einmal im Jahre eure Untergebenen ihren Sold verlangen. In akuter Geldnot werdet ihr allerdings nie sein, solange ihr immer genug Handelsrouten aufrechterhaltet.
 

Die Geschichte des Spiels wird in schlichten Textboxen erzählt, die leider nur auf Englisch gehalten sind. Diese erscheinen von Zeit zu Zeit und bringen die Story voran. Meist ist es Miguel oder der portugiesische König, die euch Aufgaben stellen, die Welt in einem bestimmten Bereich weiter zu erkunden. Euch ist es jedoch völlig freigestellt, wie ihr den Fortgang eurer Story erleben wollt. Zwar ist diese nicht sonderlich spannend erzählt, jedoch ist es der Spielablauf selbst, der euch weiter motivieren wird. Was verbirgt sich im nächsten Nebel? Bekommt ihr endlich einen neuen Rohstoff, auf den ihr schon länger gewartet habt? Sehr gut gelungen ist die Anpassung des Spiels auf den kleinen Screen. Hier sind die Texte ordentlich zu lesen und zur Auswahl kann ebenso der Touchscreen verwendet werden. Wer die Geschichte einmal durchgespielt hat, der darf sich weiterhin im New Game Plus vergnügen, so dass langfristig die Motivation gesichert sein sollte. Was man dem Spiel ankreiden muss, ist die etwas schnörkellose Präsentation, die zwar zweckmäßig ist, aber nicht gerade heraussticht. Auch einen Mehrspielermodus sucht man vergeblich, dafür kann man gemütlich auf der Couch die Welt erobern.

 

Michael meint:

Michael

Neo Atlas 1469 ist der erste Teil der Spielreihe, die ihren Sprung in den Westen geschafft hat, und bietet eine interessante Mischung aus Wirtschaftssimulation, Strategie, Visual Novel und Adventure. Zwar mag die Präsentation etwas unspektakulär geraten sein, das Spiel selbst motiviert aber durch seine Freiheiten, die Handelsflotte so führen zu können, wie man mag. Da jeder Spieldurchgang durch eine zufallsgenerierte Karte anders ist, lohnt sich ein weiterer Durchgang durchs Spiel, dazu gehört ebenfalls ein New Game Plus Modus. Auch mit der Anpassung an den mobilen Screen gab man sich Mühe und so steht dem entspannten Taktieren nichts im Wege.

Positiv

  • völlige Freiheit der Spielführung
  • zahlreiche Nebenmissionen

Negativ

  • Spiel nur auf englisch
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