Bloodstained: Ritual of the Night - Grandios!

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Lange warteten die Fans darauf, dass ein neues Castlevania-Game herauskommen würde. Doch von Konami kam nahezu nichts, sieht man mal von der Anniversary Collection ab, die allerdings nicht den Wunsch nach etwas Frischem befriedigen dürfte. Letzten Endes könnte Bloodstained: Ritual of the Night das Bedürfnis stellen, das von Koji Igarashi selbst produziert wird, über den gleich noch mehr Informationen kommen.

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Es ist jetzt nicht das erste Mal, dass ein bekannter japanischer Produzent, dessen Name unzertrennbar mit einer Spielereihe verbunden war, ein Spiel entwickelte, welches sich als spiritueller Nachfolger verstand. Man erinnere sich nur an Keiji Inafune, der zu einer Zeit, als neue Mega Man-Spiele Utopie waren, via Kickstarter das an das Spielkonzept des blauen Bombers angelehnte Mighty No. 9 erfolgreich finanzieren konnte. Allerdings war das Endergebnis alles andere als überzeugend und eine einzige Enttäuschung.
 
Die Fallhöhe für Koji Igarashi ist ähnlich hoch. Schließlich war er für die Castlevania-Spiele verantwortlich, als diese sich auf ihrem kreativen Höhepunkt befanden. Von Castlevania: Rondo of Blood bis hin zu Castlevania: Harmony of Despair war er in der einen oder anderen Form an allen Titeln der Reihe, die in jenem Zeitraum herauskamen, beteiligt. Dementsprechend waren die Erwartungen hoch, was man auch daran erkennen konnte, dass sein Kickstarterprojekt mit 5,5 Millionen Dollar im Juni 2015 das erfolgreichste Videospielprojekt auf dieser Plattform war. Zwei Monate später wurde der Rekord allerdings von Shenmue III gebrochen.
 
2018 wurde dann ein erster Vorgeschmack herausgebracht. Nämlich das in 8 Bit-Optik gehaltene Bloodstained: Curse of the Moon, welches eine Nebengeschichte zum Mainspiel erzählte. Es war die erste Gelegenheit, das kommende Spieleuniversum kennenzulernen.
 

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2019 sollte das Spiel herauskommen. Bevor es allerdings so weit war, erschien ein Video, in dem Koji Iragashi auf negatives Fanfeedback bezüglich der Grafik des Spiels einging und eine visuelle Überarbeitung verkündete. Dann war es endlich so weit.
 
In einem kurzen Introvideo erfährt man alles über die Welt von Bloodstained und übernimmt anschließend die Steuerung von der Hauptfigur Miriam, die sich auf einem Schiff befindet. Jenes ist ein »kleines« Tutorialgebiet, in dem viel über das Game und die Steuerung gelehrt wird. Bereits hier kann und wird man jede Menge Zeit damit verbringen, alle Ecken und Winkel des Stages zu untersuchen, um auch ja jedes Geheimnis zu finden. Es herrscht hier das reinste Metroidvania-Gefühl vor, was noch mehr verstärkt wird, sobald Miriam in dem eigentlichen Spielgebiet ankommt, dem Schloss.
 
Das Besondere an dem Game ist, dass Gegner so genannte Shards fallen lassen. Diese können dazu genutzt werden, um Miriam zu verbessern. Bestimmte Shards geben ihr die aus Castlevania bekannten Subweapons. Andere werten ihre Begabungen auf oder verleihen ihr gleich komplett neue. Je mehr man diesen Kristallsplittern sammelt, desto besser werden diese. Wurde eines bis zum Maximum aufgelevelt, bleibt die entsprechende Fähigkeit dauerhaft vorhanden, selbst dann, wenn dieser ablegt wurde. Auf diese Weise ist es möglich, langsam aber sicher Miriam zu einem Charakter zu entwickeln, die vor allem gegen Ende des Spiels overpowered ist.
 

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Wie es bei solchen Metroidvaniaspielen üblich ist, können gewisse Bereiche des Games dem Zugriff des Spielers so lange enthalten sein, bis dieser eine passende Fähigkeit erhält. Die kriegt man ebenfalls durch Shards, die teilweise entsprechend gut versteckt sind oder erst von bestimmten Bossen gedropt werden. 
 
Hinzu kommen dann die Primärwaffen, die man sammeln kann. Die Spannbreite von diesen Waffen ist unglaublich. Es gibt große, schwere und langsam Äxte, die dafür beim Treffer enormen Schaden anrichten. Ebenso existieren schnelle Schwerter und natürlich eine Peitsche. Anleihen an Castlevania sind in diesem Fall purer Zufall und überhaupt nicht gewollt. ;) 
 
Genauso lassen sich neue Items und Waffen selber erstellen. Doch dafür braucht es bestimmte Materialien, die man erst sammeln muss. Dieser Bestandteil des Spiels ist ein massiver Zeitfresser, der aber umso mehr Spaß macht.
 

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Das Game ist großartig geworden. Man merkt den Entwicklern die Liebe zum Detail an. Und auch, wenn der Schwierigkeitsgrad zu Beginn etwas hoch erscheinen mag, ist es immer noch fair geblieben. Wobei er allerdings auf Grund des Shardsystems später unausgeglichen wird.
 
Die Grafik von Blood Stained ist zweckmäßig. Teilweise wirkt sie rau an den Kanten, etwa bei bestimmten Charaktermodellen. Doch dafür ist unbestreitbar enorm viel Charme vorhanden und strotzt bei den Designs der Figuren und Bosskämpfe mit jeder Menge verrückter Ideen! Auch die Musik des Games kann vollkommen überzeugen und bietet etliche Melodien, die man so schnell nicht vergisst.


 
Forum
  • von Gyaba:

    Minrod schrieb: Und die Switch Version ist richtig zweitklassig. Wahrscheinlich alle Fassungen. Von dem Hauptspiel bin ich Megaenttäuscht. Dachte, Iga wollte das beste Castlevania aller Zeiten machen. Und dann dies? Curse of the Moon ist...

  • von Radiant:

    Minrod schrieb: Und die Switch Version ist richtig zweitklassig. Wahrscheinlich alle Fassungen. Von dem Hauptspiel bin ich Megaenttäuscht. Dachte, Iga wollte das beste Castlevania aller Zeiten machen. Und dann dies? Curse of the Moon ist...

  • von CIT:

    Ich hab die Switch Version durchgezockt, weil ich als Vielreisender was zum Mitnehmen brauche. Wenn das bei dir nicht der Fall ist, würde ich davon abraten. Ist wirklich extrem verbuggt und mir auch mehrmals abgestürzt. ...

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