Wulverblade im Test

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Zeiten ändern sich. Eine Aussage, die wohl jeder Gamer bestätigen kann. Blicken wir zurück auf die 80`er und frühen 90`er, die Zeit vor Sonys Playstation, so entdecken wir Shmups, Jump n Runs, Run n Guns und zig „Brawler“. Damals nannte man sie schnöde Beat em ups, „Prügler“ wenn man es denn unbedingt eindeutschen wollte. Heute sind sie alle in Nischen verschwunden…

Wulverblade_Nexgam_1Doch man kann es nicht oft genug betonen: wer auf der Suche nach „alten“ neuen Games ist, der darf sich nicht auf die großen Publisher und Spielefirmen konzentrieren. Im Indiebereich gibt es nichts, was es nicht gibt. WULVERBLADE ist einer der neueren Brawler. Schnörkellos und ohne großen Schnick Schnack kommt er daher.

Im Startbildschirm habt ihr die Wahl zwischen dem Storymodus und „Arenen“. Ersterer erklärt sich von selbst. Entweder spielt ihr in klassisch „arcadig“, mit drei Leben und drei Continues, oder „einfach“ mit endlos Leben. Die Arenen sind der Hordemodus des Spiels. Hier geht’s, dank online Ranglisten weltweit, schlicht um den besten Highscore.

Aus drei, mehr oder weniger unterschiedlichen Charakteren wählt ihr euren Favoriten aus. Soll er mächtig austeilen aber wenig einstecken können? Schnell oder eher behäbig über das Feld marschieren? Oder darf es die goldene Mitte sein? Neben zwei Kerlen, steht natürlich auch eine Frau zur Wahl.

Danach geht’s auch schon rein ins Getümmel. Im Storymodus treffen wir nach wenigen Metern auf die ersten Gegner. Das typische Brawler Kanonenfutter ist schnell aus dem Weg geräumt, ein Schwert zeigt uns an, wann wir weiterlaufen sollten. Nonstop trödeln und Sightseeing ist nicht ewig drin. Schließlich tickt ein, großzügig bemessenes, Zeitlimit in der oberen Bildschirmmitte. Tapfer stapfen wir weiter. Erschlagen Gegner um Gegner mit unserer Waffe, Sprungschlägen oder einer blitzenden Sonderattacke. Habt ihr genug Schläge verteilt, könnt ihr euch mit Druck auf LB für eine begrenzte Zeit in Rage versetzen. Einige Sekunden hackt ihr dann in atemberaubender Geschwindigkeit die Gegner klein.

Wulverblade_Nexgam_2Apropos klein hacken: manch ein Gegner hinterlässt nach seinem Ableben Wurfmesser, Pflöcke, Hämmer oder eben…Körperteile. So haut ihr einen Gegner schon mal mit dem Kopf seines Kollegen um. All diese Utensilien sind jedoch nur einmalig einsetzbar.

Die Gegner sind nicht nur zahl- sondern auch optisch abwechslungsreich. Verschiedene männliche und weibliche Gegner stellen sich euch in den Weg. Schläger, mit oder ohne Waffe. Schwert- und Axtschwinger, Assassinen mit Wurfmessern, Schildmaid oder Bogenschütze. Zunächst geht’s gegen andere „Nordmänner“, im weiteren Verlauf zunehmend gegen römische Legionäre. Dennoch wiederholen sich die Feinde schon nach wenigen Bildschirmen. Aber auch die „Klonarmeen“ gehören zum Brawler wie das Salz in die Suppe.

Am Ende eines Kapitels wartet erwartungsgemäß der Obermotz. Auch hier bleibt man den Klassikern treu. Denn der Boss ist nicht nur größer als der 08/15 Schläger. Er verträgt auch wesentlich mehr, kann extrem austeilen und wartet mit speziellen Attacken auf. Auch so viel sei verraten: nicht jeder Boss ist menschlich!

Wulverblade_Nexgam_3Neben allerlei Schätzen (erhöhen den Highscore) und Obst (liefern Energie) gibt es Briefe und Filmschnipsel zu finden. Vor allem die Filme sind interessant! Hinter jedem verbirgt sich ein Dokuvideo, das die real existierenden Schauplätze des Spiels zeigt und Hintergrundinfos dazu liefert. Selbstverständlich mit tollem Erzähler. Es lohnt sich also, die Levels genau abzusuchen und ggf. mehrmals anzugehen.

Egal ob per Analogstick oder Steuerkreuz: die Steuerung ist direkt und nahezu perfekt. Eine Schlagtaste, eine Zweier Kombi für die Spezialattacke. Sprungbutton und LB für den Rage Modus. That's it. Simpel, einfach und eingängig. Eben ganz, wie man es von den früheren Brawlern gewohnt ist. Kein Aufleveln, kein Waffenkaufen. Alles, was ihr braucht, findet ihr im laufenden Level.

Wulverblade_Nexgam_4Gegen den Trend zur Retrooptik, bietet Wulverblade keine Pixel. Stattdessen bietet man eine Zeichentrickoptik. Ob sie gefällt, muss jeder für sich entscheiden. Grafikwunder sollte man aber nicht erwarten. Selbst auf Smartphones gibt es zig optisch ähnliche Spiele.

Dem Szenario geschuldet, ist denn auch die Sounduntermalung. Keltische Klänge entspringen den Boxen. Schlachtengeschrei, Schwerter und Äxte klirren durchdringen die Musik. Kann, muss einem aber nicht gefallen. Passt aber sehr gut zum Spiel. Dennoch hätte man sich an der ein oder anderen Stelle eine etwas treibendere Musik Untermalung gewünscht.

Die Vertonung des Spiels ist jedoch über jeden Zweifel erhaben. Wenn nicht sogar phänomenal. Erst recht, wenn man sich in Erinnerung ruft, das es sich hier um ein eher kleines Spiel eines kleinen Spieleherstellers handelt. Zwischensequenzen und die Dialoge im Spiel selbst passen perfekt. Jede Figur spricht mit nordischem Akzent. Kein einziger Sprecher fällt aus der Rolle oder klingt unglaubwürdig. Wer Vikings mag, hat hier seine wahre Freunde.




Alexander meint:

Alexander

Optisch hat mich das Spiel zunächst abgeschreckt. Schließlich steht hier eine 300 Euro Konsole samt HD TV. Was soll ich also mit einem Spiel, welches nach Smartphone riecht? Doch weit gefehlt. Im Zusammenspiel mit der spitzenmäßigen Vertonung, ergibt sich ein tolles Gesamtbild. Zudem ist das ganze fast perfekt spielbar und fängt das Flair der „guten alten Zeit“ gut ein. Einzig die Länge der einzelnen Kapitel stört mich ein wenig. Hier hätte man gerne etwas kürzen können, um das ganze knackiger zu gestalten.

Positiv

  • Brawler ohne modernen Schnick Schnack
  • großer Umfang
  • 1A Vertonung

Negativ

  • Abschnitte etwas zu lang
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Forum
  • von Civilisation:

    Und Alexander hat sich das Spiel mal zu Gemüte geführt. Wulverblade Zeiten ändern sich. Eine Aussage, die wohl jeder Gamer bestätigen kann. Blicken wir zurück auf die 80`er und frühen 90`er, die Zeit vor Sonys Playstation, so entdecken wir Shmups, Jump n Runs, Run n Guns und...

  • von Phill XVII:

    Und für Switch gibt es Wulver schon. ...

  • von Azazel:

    Und auf Steam.

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