Flock im Test

Xbox Live ArcadeXboxXbox 360
Muh! Äh. Mäh! So ist es besser. Es wurden Spieler gesichtet, die derartige Geräusche nach zu langem Spielen des von Proper Games entwickelten XboxLive Arcade-Titels Flock von sich gaben. Außerdem murmelten sämtliche Betroffene etwas von Ufos, Rinderherden und Schafspelzen. Momentan wird analysiert, was so besonders an diesem Flock ist und dazu führt, solch einen betörenden Einfluss auf den Spieler ausüben zu können. Ausserdem stellt sich für Aussenstehende immer wieder folgende Frage: was ist überhaupt dieses Flock?!


Es ist ein zeitlimitbasiertes Geschicklichkeitsspiel, welches mit niedlichen, witzigen und abgedrehten Elementen für Unterhaltung sorgt. In Flock habt Ihr nämlich erfrischenderweise die ganz normale Aufgabe, diverse drollige (teils unbändige) Tierherden zu Eurem Mutterschiff zu treiben! Mutterschiff? Ja, richtig gelesen. Außerirdische haben sich dazu entschlossen, einen ganzen Haufen Hühner, Rinder, Schafe und Schweine via fliegender Mini-Untertasse und Traktorstrahl zu entführen um damit (höchstwahrscheinlich) eine neu auf dem Mars eröffnete Fast Food-Kette beliefern zu können. Eure Aufgabe ist es, das UFO geschickt per linkem Analogstick hin und herzulenken und die aufgespürten Tiere möglichst im Verbund und vollzählig bis hin zu Eurem Transportschiff (Arche Noah!?) zu treiben.

Ihr steuert euer Miniatur-UFO auf vorgegebener Höhe über den isometrischen Level. Zu Beginn des Levels wird eine kurze Kamerafahrt eingespielt, in welcher das komplette Gebiet kurz überflogen wird. Hier wird ein erster Blick auf die bevorstehende Aufgabe gewährleistet, kurz darauf beginnt Euer alles andere als entspannter Einsatz. Dazu wird Euch von schräg oben die jeweilige Landschaft angezeigt. Ihr seht putzige Bäume, umzäunte Bereiche, Ställe, Wasser, Felsen, Wald und Wiese und natürlich das umherwuselnde, teils versteckte aber nicht lautlose Tiervolk… jedes mit Ihren eigenen Verhaltensmustern.



In einem Level gilt es, so viele Tiere wie möglich in vorgegebener Zeit unversehrt zu „entführen“. Dabei sind natürlich diverse Problemstellungen zu meistern: Unrat und Hindernisse müssen per Traktorstrahl aus dem Weg geräumt werden, schnell nachwachsende Wiesen wollen für kurze Zeit gemäht werden, da kleine Hühner z.B. sich darin elendig verfangen. Aber Vorsicht: solltet Ihr zu wild mit Eurem Strahl herumhantieren und dabei die Tiere selbst treffen, kann das zum sofortigen Verlust dieser Einheit führen und die niedlichen Tierchen bedanken sich dafür bei Euch Lemming-ähnlich mit einem Ableben. Das ist nicht gut, denn die eigentliche Herausforderung des Spiels ist es, ALLE Exemplare zum Transportschiff zu leiten.

Es erwarten Euch 50 Stufen, wobei zu Beginn erstmal simple Rätsel und „Geschicklichkeitsparcoure“ auf Euch warten, relativ schnell steht Ihr aber Leveln gegenüber, welche wesentlich schwieriger zu meistern sind, da die Aufgaben vertrackter werden und gleich mehrere Gefahren auf Euch warten, Katapulte müssen sinnvoll genutzt werden, die Wege werden beschwerlicher, Eure armen Tiere werden später sogar von Wölfen gejagt. Aber nicht verzagen: jede Stufe hat eine - zu mindestens theoretische - Lösung parat.



In der Praxis sieht es allerdings schnell anders aus, denn es ist auch unbedrängt schon dann und wann kein Leichtes, die zappelige Herde ohne Verluste zum Mutterschiff zu treiben, da schon eine falsche Flugbewegung Eures Ufos oder ein kleiner Aufmerksamkeitsaussetzer schnell eine handvoll Hühner in die Tiefen eines Abgrunds oder andere Verderben zieht. Euer multifunktionaler Traktorstrahl bekommt im Spielverlauf übrigens weitere teils lustige taktisch nutzbare Funktionen, die zum erfolgreichen Lösen der Aufgaben und zum unbeschadeten Erreichen des Mutterschiffs eingesetzt werden müssen. So wird der Spieler nach und nach mit den Auswirkungen und Möglichkeiten des Traktorstrahls und den damit verbundenen Einflüssen auf die Umgebung sowie dem Verhalten der jeweiligen Tiersorten konfrontiert: Hühner hüpfen und rutschen bei Nähe schreckhaft umher, Schweine können nicht an einem Schlammgebiet vorbei, ohne sich eine Runde in gleichnamigem zu wälzen. Ist niedlich…aber leider zu verhindern, denn Euer Feind in Flock sind nicht nur die zappelnden unbändigen Vieh-Ansammlungen, die kleinen „Rätsel“ und Wegfindungsproblemen im Landschafts-Setting, sondern vielmehr die Zeitbegrenzung, welche jedes Level gnadenlos umgibt.

Technisch zeigt sich Flock von einer sehr charmanten Seite: äusserst knuffige Schafe und welche , die es werden wollen paaren sich mit der lustig animierten knallbunten Flora. Besonders am Anfang noch lustige Soundeffekte vermitteln den passenden drollig-wuselig-hektischen Stil des Spiels, die Hintergrundmusik ist herrlich überdreht und treibt einem regelrecht die Aufgedrehtheit des Titels ins Wohnzimmer. Die komplette Singleplayer-Kampagne von Flock, welche 50 Stufen umfasst, ist übrigens nicht die einzige Möglichkeit, Flock zu spielen. Via Xbox Live und über lokalem SplitScreen kann eine exklusive Koop-Kampagne absolviert werden! Hier sollte aber jeder schon mal eine Runde im Singleplayer absolviert haben, sonst kann das Ganze derart in hektischem Hin und Her ausarten, so das nicht besonders viele Tiere lebendig das Transportschiff erreichen werden. Im Koop ist augrund des Zeitlimits erst recht Stress vorprogrammiert, es sei denn, beide Spieler haben zuvor den Singleplayer-Part mit Bravour bestanden. In der Solokampagne spielt Ihr übrigens Elemente für den integrierten – sehr komplexen - Leveleditor frei. Die erstellten Abschnitte können natürlich auch online anderen Spielern zur Verfügung gestellt werden, das steigert die Spieldauer und erhöht die Chance, immer mal wieder für eine kurze Runde gespielt zu werden.




Flock hat was, das kann man ihm nicht absprechen. Die putzige Grafik weiß zu gefallen, die etwas andere Art macht zu Beginn einen sehr guten Eindruck und Lust auf mehr. Die Hintergrundmusik muss man sowieso gehört haben! Leider wird das eigentlich sehr gut durchdachte und motivierende Spiel durch die ständig tickende Zeitbegrenzung eigentlich unnötig einer konstanten, sehr hektischen Atmosphäre unterworfen, mit der man schnell überfordert oder überreizt sein könnte. Der Umgang mit Hektik, Stress und Zeitdruck wird bei Flock hervorragend geschult, leider kann das die durch eventuelle Anfälle von Rinderwahn zerstörten Controller nicht ersetzen. Mehr Muße durch gnädigere Zeitlimits hätte hier denke ich bei der gelungenen Spielwelt mehr Sinn und mehr Spaß gemacht. Dezente grafische oder spielerische Anlehnungen an Games wie z.B. die Lemmings, Pikmin, Little Big Planet oder das schon recht alte PSone Spiel Sheep, Dog & Wolf sind im positiven Sinne zu erkennen. Insgesamt ein sowohl gameplaytechnisch als auch technisch gesehen hektischer, niedlicher und witziger Titel für Liebhaber abgedrehter Spiele oder für leidenschaftliche Knobler und Geschicklichkeitsfavorisierende. Oder für welche, die ganz einfach nur Schafe mögen.

Positiv

  • Gelungener Grafikstil hat Charme
  • Komplexer Editor mit Level-Down/Upload
  • Mal was anderes

Negativ

  • Störendes Zeitlimit
  • Teils unübersichtlich
  • Hektische Atmosphäre
Userwertung
5.6 1 Stimmen
Wertung abgeben:
senden
Follow us
Flock Daten
Genre Geschicklichkeit
Spieleranzahl 1 - 2
Regionalcode PAL
Auflösung / Hertz 50 / 60 Hz
Onlinefunktion Ja
Verfügbarkeit 08.04.2009
Vermarkter Capcom
Wertung 7
Anzeigen
neXGam YouTube Channel
Anzeigen