Bayonetta im Test

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Dass die Jungs von Platinum Games etwas von Actionspielen verstehen, bewiesen sie uns bereits mehrfach in der Vergangenheit an ihren alten Wirkungsstätten. Auch dass sie es gerne ein wenig übertreiben, wurde mit jeder weiteren Episode der Devil May Cry Reihe immer deutlicher. Jetzt wurde Dante durch eine weibliche Heldin ausgetauscht, Bayonetta ihr Name, Hexe ihre Bestimmung. Wer grade eben an Warzen und krumme Nasen denkt, könnte nicht weiter daneben liegen.

Bayonetta_11In Bayonetta schlüpft der Gamer in die Rolle der gleichnamigen Hexe, die unter Amnesie leidet und ihr Wissen über ihre Herkunft langsam aber sicher rekonstruieren will. Von der ersten Sekunde an haut das Spiel euch aus den Socken, was vor allem an den wuchtigen Zwischensequenzen liegt, mit denen nicht sparsam umgegangen wird. Diese präsentieren sich, wie man es auch schon von Devil May Cry kennt, meist höchst albern, grotesk und komplett überladen, was auf der anderen Seite einen besonderen Charme aufkommen lässt. Viel Style und nichts dahinter, das werden sich nicht wenige Spieler nach der ersten halben Stunde Spielzeit gedacht haben. Doch progressiv enthüllt sich das hoch komplexe Kampfsystem des Actionspiels, bei dem unkoordinierte Knöpfchendrücker nach kürzester Zeit schon dem „Game Over“-Bildschirm begegnen.

Bayonetta ist auf die Zähne bewaffnet und selbst ihr schwarzer Anzug, der ausschließlich aus ihren Haaren (!) besteht, ist ein wahrlich tödliches Werkzeug. Dementsprechend knallhart geht es ebenso auf dem Bildschirm zur Sache, wenn sie ihre Gegner im wahrsten Sinne des Wortes auseinandernimmt und dabei kein Auge trocken lässt. Lange Combos führen zu wahnsinnig gut aussehenden Aktionen, die bei den oftmals den kompletten Mattscheibe ausfüllenden Feinden auch dringend nötig sind.

Bayonetta_2Da der Schwierigkeitsgrad auf seiner Standardeinstellung wie schon erwähnt nicht von schlechten Eltern ist, müsst ihr euch mit dem Kampfsystem auseinandersetzen und Bayonettas Möglichkeiten bestmöglich nutzen. Wichtig sind dabei ebenso defensive Manöver wie das Ausweichen oder das Benutzen der sogenannten Hexenzeit, die an die „Bullet Time“ aus Matrix erinnert und einen Zeitvorteil gegenüber den Gegnern verschafft. Erfolgreiche Gefechte werden durch Heiligenscheine belohnt, die zum Verbessern eurer Waffen und zum Erlernen neuer Techniken und Fähigkeiten genutzt werden.

Die Story ist ebenso abgefahren wie die Zwischensequenzen und es fällt dem Spieler nicht leicht, ihr zu folgen. Letztlich geht es bei Bayonetta aber um das klassischste aller Videospielthemen, nämlich dem Kampf zwischen Gut und Böse. Welche Seite ihr dabei vertretet, während ihr mit der Hexe bizarren Engelswesen den Hintern versohlt, ist definitiv eine Frage der Perspektive. Kein Zweifel besteht hingegen daran, dass das Game für extrem viel Spielspaß sorgt, eine dichte Atmosphäre erzeugt und selbst die härtesten Profis durch sein durchdachtes Gameplay fordern wird.

 

Fazit der Nintendo Switch Fassung:

Nach etlichen Jahren folgt nun die Nintendo Switch Fassung und die hat von ihrer Faszination nichts verloren. Klar, das Gameplay hat sich mit Teil 2 weiterentwickelt, aber auch heute noch macht Bayonetta 1 Spaß wie eh und je. Für die Switch Version hat sich die Hexe ordentlich herausgeputzt: in 720p und 60 FPS prügelt ihr euch durch die virtuelle Welt, dass es eine wahre Freude ist. Als Gimmick gibt es noch neue Kostüme, so dass sich Bayonetta etwa als Link oder als Samus verkleiden kann, was aber leider oft in den Zwischensequenzen deplatziert wirkt. So sind diese Kostüme wohl eher ein nice-to-have für Die Hard Nintendo Fans. Auch hat man die in Bayonetta 2 eingeführte Touchscreensteuerung integriert, was das Spiel für Einsteiger vereinfacht, für Actionveteranen aber keine Alternative darstellen dürfte. Ebenso dürfen sich Fans freuen, dass sie nun erstmals auch die original japanische Sprachausgabe wählen dürfen. Aber vor allem die Option, Bayonetta mobil überall mitnehmen zu können, sollte doch allein ein erneuter Kaufgrund sein oder? Für mich definitiv!

 

 

Gregory meint:

Gregory

„Sex und Gewalt – das geht immer“ werden sich die Entwickler von Platinum Games gedacht haben. Und sie haben recht. Bayonetta gibt dem Spieler die Möglichkeit, dass sein Fernseher auf Knopfdruck implodiert, was natürlich eine Menge Spaß macht. Die wirkliche Tiefe des Gameplays versteckt sich zunächst hinter dem ganzen Effektfeuerwerk und den maßlos übertrieben inszenierten Zwischensequenzen, doch spätestens zur Mitte des Titels fliegen Buttonmasher klar aus dem Rennen. Style, Coolness, viele SEGA Hommagen und ein einfach nur starkes sowie spaßiges Kampfsystem machen Bayonetta zu einem der ersten Highlights des neuen Jahres.

Positiv

  • Flüssiges, spaßiges und tiefgründiges Kampfsystem
  • Wahnsinnige Bossfights
  • Sehr bekloppt, klassisch japanisch

Negativ

  • Kleinere Kameramacken
  • Unsaubere Framerate (PS3)
Userwertung
9.7 3 Stimmen
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Forum
  • von Civilisation:

    Michael war so frei, und hat unseren ursprünglichen Test mit seiner Meinung zur Switch-Version erweitert. Bayonetta Dass die Jungs von Platinum Games etwas von Actionspielen verstehen, bewiesen sie uns bereits mehrfach in der Vergangenheit an ihren alten Wirkungsstätten. Auch...

  • von mickschen:

    Hi, habe die Suche benutzt aber nichts gefunden.. also ich kenne "nur" Bayonetta 1 auf Steam, also die 4k Geschichte und habe mir gestern abend den Anime dazu angeschaut "Bayonetta Bloody Fate"... Man, eigentlich recht cool, fand direkt alles heimisch und bekannt, hätte mir...

  • von Dr.Yang:

    Master DK schrieb: hoffe sehr auf ein Teil 3 oder doch eine Umsetzung von teil 2! Umsetzungswünsche des zweiten Teils können dann auch mit allen anderen Portierungsforderungen anderer Nintendomarken versendet werden. Mario, Zelda,...

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